Rüter, Max Julius Wolfgang

 

* 8. Oktober 1892, Halberstadt

† 24. April 1945 bei Strehla an der Elbe (gefallen)

 

 

Wolfgang Rüter war der Sohn vom Gymnasialoberlehrer Dr. Heinrich Rüter und dessen Ehefrau Helena, geborene Knauer. Er trat am 25. September 1911 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum 2. Posensches Feld-Artillerie-Regiment Nr. 56 nach Lissa. Bei diesem wurde er am 22. Mai 1912 zum Fähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 18. Februar 1913 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 22. Februar 1911 datiert. Danach wurde er die erste Zeit als Batterieoffizier in der 5. Batterie vom 2. Posensches Feld-Artillerie-Regiment Nr. 56 eingesetzt. Bei den Gefechten vom 22. April 1915 bis zum 25. April 1915 wurde er als Batterieoffizier der 4. Batterie seines Regiments leicht verwundet. Am 24. Oktober 1915 wurde er als Ordonnanz-Offizier in den Stab vom 2. Posensches Feld-Artillerie-Regiment Nr. 56 versetzt. Am 18. Januar 1916 wurde er zum Regimentsadjutant seines Regiments ernannt. Am 6. Juni 1916 wurde er zum Oberleutnant befördert. Am 27. Februar 1917 wurde er dann Batterieführer im 1. Posenschen Feld-Artillerie-Regiment Nr. 20. Ab dem 7. März 1917 wurde er als Batterieführer im 4. Garde-Feldartillerie-Regiment eingesetzt. Am 21. August 1917 folgte seine Kommandierung zum Flak-Ersatz-Regiment und am 14. Juni 1918 wurde er Adjutant des Kommandeurs der Flak beim Armeeoberkommando 17. Im Ersten Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Außerdem wurden ihm im 1. Weltkrieg auch beide Eisernen Kreuze verliehen. Am 12. Dezember 1918 wurde er wieder in das 2. Posensche Feld-Artillerie-Regiment Nr. 56 versetzt. Am 11. Januar 1919 wurde er in das Grenzschutz-Abschnitts-Kommando Lissa versetzt. Vom 20. Januar 1919 bis zum 25. Juli 1919 diente er als Ordonnanz-Offizier beim Stab der 10. Feldartillerie-Brigade. Danach wurde er in die vorläufige Reichsheer übernommen und anschließend als Regiments-Adjutant beim Artillerie-Regiment 5 eingesetzt. Am 8. Oktober 1919 hat er in Berlin die ein Jahr jüngere Maria Sofia Hildegard Caesar, Tochter des Rittergutsbesitzers von Gut Murkwitz, Alexander Caesar, geheiratet. Auch bei der Bildung des 200.000 Mann Heeres der Reichswehr Mitte Mai 1920 gehörte er noch zum Reichswehr-Artillerie-Regiment 5 der Reichswehr-Brigade 5. Bei der Bildung des 100.000 Mann Heeres der Reichswehr wurde er am 1. Oktober 1920 als Batterieoffizier und Zugführer in das 3. (Preußisches) Artillerie-Regiment übernommen. Er wohnte 1922 in der Ebertusstraße 15 in Frankfurt an der Oder. Am 1. April 1923 wurde er in der 4. Batterie vom 3. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Frankfurt an der Oder zum Hauptmann befördert. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1923 als Nachfolger von Hauptmann Rudolf Kaempfe zum Chef der 13. (reitenden) Batterie vom 3. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Potsdam ernannt. Diese Position behielt er dann für mehrere Jahre. Am 1. Oktober 1928 gab er seine Batterie an Hauptmann Kurt Waeger ab. Er wurde jetzt in den Stab der IV. (reitende) Abteilung vom 3. (Preuß.) Artillerie-Regiment ebenfalls in Potsdam versetzt. Ab dem 1. Oktober 1929 wurde er etatmäßig in die 12. (reitende) Batterie seines Regiments versetzt. Von dort wurde er als Artillerie-Lehrer an die Infanterie-Schule Dresden kommandiert. Seine private Anschrift im Jahr 1929 und 1930 war Am Drachenberg in Potsdam mit der Telefonnummer 1191. Am 1. Oktober 1931 wurde er etatmäßig in seine alte 13. (r.) Batterie seines Regiments versetzt, blieb aber weiter zur Infanterieschule Dresden kommandiert. Am 1. Oktober 1932 wurde er dann als Lehrer an die Infanterieschule Dresden versetzt. Dort wurde er am 1. Juni 1933 zum Major befördert. Als solcher wurde er am 1. Juli 1933 als Nachfolger von Major Kurt Pflugbeil zum Kommandeur der 2. (Preuß.) Fahr-Abteilung in Stettin ernannt. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Oktober 1934 durch die Umbenennung seiner Abteilung zum Kommandeur der Fahr-Abteilung Stettin ernannt. Am 1. April 1935 wurde er in die Luftwaffe übernommen und mit ihm die ganze Fahr-Abteilung Stettin, die jetzt zur Flak-Abteilung Stettin umbenannt wurde. Seine private Anschrift zu jener Zeit war die Dunkerstraße 45 in Stettin. Bei der Enttarnung der Einheiten am 15. Oktober 1935 wurde seine Abteilung zur I. Abteilung vom Flak-Regiment 2 umbenannt. Am 1. Januar 1936 wurde er als deren Kommandeur zum Oberstleutnant befördert. Am 27. Januar 1937 wurde er zur Legion Condor nach Spanien kommandiert. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland übernahm er am 1. April 1937 das Kommando über das Flak-Regiment 29. In dieser Funktion wurde er am 1. April 1938 zum Oberst befördert. Sein Rangdienstalter wurde später auf den 1. Juni 1938 festgelegt. Am 24. August 1939 wurde er zum Kommandeur der Flakgruppe Frankfurt am Main - Darmstadt ernannt, welche von seinem Regiment gebildet wurde. Seine Privatandresse lautete damals Fürstenberger Straße 143 in Frankfurt am Main mit der Telefonnummer 56736. Am 1. Dezember 1939 wurde er zum Generalmajor befördert. Am 15. Januar 1940 wurde er stellvertretender Kommandeur des Luftverteidigungs-Kommandos 3 in Hamburg. Am 29. Februar 1940 wurde er zum Kommandeur vom Luftverteidigungs-Kommando 6 in Hannover ernannt. Im Mai 1940 verlegte er mit seinem Stab nach Oldenburg. Nach dem Westfeldzug verlegte er im Sommer 1940 mit seinem Stab nach Brüssel. Später wurde der Stab vom Luftverteidigungs-Kommando 6 noch nach Waterloo verlegt. Am 1. Oktober 1940 wurde er dann zum Kommandeur der Reichsanstalt für Luftschutz ernannt. Am 5. Mai 1941 wurde er Höherer Kolonnenführer bei der Luftflotte 4. Am 1. Juni 1942 wurde er dann zum Kommandeur der neu aufgestellten Flak-Brigade XIV in Oslo ernannt. Am 12. Juli 1943 wurde er in die Führerreserve des OKL versetzt. Er erhielt dann keine neue Verwendung mehr. Am 31. Mai 1944 schied er aus dem Militärdienst aus. Am 11. Januar 1945 wurde er vom Reichskriegsgericht wegen "leichtfertiger Entziehung eines anderen vom Wehrdienst, wegen fortgesetztem Ungehorsams und unberechtigter Jagdausübung und wegen fahrlässigen Ungehorsams" zu insgesamt 3 Jahren Gefängnis und zum Rangverlust verurteilt. Er wurde dann in der Festung Torgau inhaftiert. Am 24. April 1945 ist er als Volkssturmmann auf dem Weg von der Festung Torgau in seine Heimat bei Strehla an der Elbe gefallen.

 

Literatur und Quellen:
BArch, MSG 109/10853: Krug, Ottomar: Deutsche Generale 1867-1945
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1913, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1913
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1914, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1914
Dienstaltersliste der Offiziere der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich  Württembergischen) Armeekorps 1917, Mittler und Sohn 1917
Dienstaltersliste der Offiziere der bisherigen Preußischen Armee und des XIII. (bisherigen Württembergischen) Armeekorps 1919, Mittler und Sohn 1919
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin, Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin, Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin, Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin, Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin, Mittler und Sohn 1932
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. Mai 1933
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. April 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 1. Oktober 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 15. Oktober 1935
Karl Friedrich Hildebrand: Die Generale der deutschen Luftwaffe 1935–1945 Teil II, Band 3: Odebrecht–Zoch, Biblio Verlag, Osnabrück 1992