Punt, Peter Martin

 

* 17. Dezember 1883, Schroda, Kreis Posen

† 22. April 1945, Berlin (Selbstmord)

 

 

Peter Punt war der Sohn des Fabrikbesitzers Martin Punt und dessen Ehefrau Maria Carolina Elisabeth Hildegard, geborene Boetticher. Er trat am 26. April 1903 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum 1. Westpreußisches Feldartillerie-Regiment Nr. 35. Am 27. Januar 1904 wurde er zum Fähnrich befördert. Er wurde nach dem Besuch der Kriegsschule am 15. November 1904 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 18. Oktober 1904 datiert. Als solcher wurde er anfangs die ersten Jahre als Batterieoffizier in der 1. reitenden Batterie vom 1. Westpreußisches Feldartillerie-Regiment Nr. 35 in Deutsch-Eylau eingesetzt. Im Sommer 1907 wurde er zum I. Lehrgang der Feldartillerie-Schießschule kommandiert. Am 1. Oktober 1908 wurde er als Nachfolger von Leutnant Beeckmann zum Adjutant der II. Abteilung seines Regiments in Deutsch-Eylau ernannt. Diese Funktion übte er einige Jahre aus. Am 1. Oktober 1912 wurde er durch Leutnant Lau als Bataillonsadjutant abgelöst. Dafür wurde er als Batterieoffizier wieder bei der 1. reitenden Batterie vom 1. Westpreußisches Feldartillerie-Regiment Nr. 35 in Deutsch-Eylau eingesetzt. Am 1. Oktober 1913 wurde er für seine Generalstabsausbildung zur Kriegsakademie nach Berlin kommandiert. Dort wurde er am 18. Oktober 1913 zum Oberleutnant befördert. Am 22. März 1915 wurde er zum Hauptmann befördert. Im 1. Weltkrieg wurde er als Ordonnanz-Offzier im Stabe der 41. Infanterie-Division eingesetzt. Am 26. Januar 1917 wurde er unter Belassung der bisherigen Uniform in eine Generalstabsstelle in das Generalkommando des I. Reservekorps versetzt. Am 16. April 1917 wurde er in eine Generalstabsstelle in die 16. Landwehr-Division versetzt. Am 29. November 1917 wurde er unter Belassung in dieser Stelle in den Generalstab der Armee versetzt, wodurch er jetzt zum Hauptmann im Generalstab ernannt wurde. Am 21. Dezember 1917 wurde er zu den Offizieren von der Armee versetzt und dem Generalkommando des Marinekorps zur besonderen Verwendung zugeteilt. Am 1. Januar 1918 wurde er in den Generalstab des Marinekorps versetzt. Ab dem 11. August 1918 wurde er im Generalstab der 38. Landwehr-Division eingesetzt. Im 1. Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch einige andere Auszeichnungen verliehen. Nach Ende des 1. Weltkrieges wurde er am 17. Dezember 1918 wieder zum 1. Westpreußisches Feldartillerie-Regiment Nr. 35 zurückversetzt. Am 9. Januar 1919 hat er als Hauptmann im Generalstab die dreieinhalb Jahre jüngere Helene Emilie Maria Deichsel, Tochter des verstorbenen Grundbesitzers Theobald Deichsel, in Berlin-Friedenau geheiratet. Im Frühjahr 1919 wurde er in das vorläufige Reichsheer übernommen. Dabei wurde er Mitte Mai 1919 in das Reichswehr-Artillerie-Regiment 15 eingestellt. Auch bei der Bildung des 200.000 Mann-Heeres der Reichswehr Mitte Mai 1920 gehörte er noch zum Reichswehr-Artillerie-Regiment 15 der Reichswehr-Brigade 15. Am 12. Juli 1920 wurde er, noch vor der Bildung des 100.000 Mann-Heeres, aus dem Übergangsheer der Reichswehr verabschiedet. Dabei wurde ihm der Charakter als Major verliehen.

Er war bereits seit dem 1. Juli 1920 als Geschäftsführer des Zentralen Vereins für die deutsche Binnenschifffahrt, später auch des Reichsausschusses der deutschen Binnenschifffahrt, tätig. Dies blieb er bis zum 31. August 1923. Vom 1. Septembr 1923 bis zum 5. April 1924 war er ohne feste Anstellung. Vom 6. April 1924 bis zum 15. August 1924 war er Vorstand des Deutsches Politurwerks A.G.. Ab dem 16. August 1924 war er erneut ohne feste Anstellung. Ab dem Frühjahr 1925 wurde er zeitweise in Vertretung für die Schriften des Reichsarchivs "Schlachten des Weltkrieges" tätig. Am 1. Mai 1926 wurde er als Hilfsreferent im Truppenamt (TA) bei der Gruppe III der Organisations-Abteilung (T 2 III) tätig. Ab dem 1. Oktober 1926 wurde er als Referent im Truppenamt (T 2 III) eingesetzt. Am 1. Februar 1929 wurde er als Referent zum Wehramt (WA) kommandiert, wo er in der Inspektion der Kraftfahrtruppen (In 6 (K)) tätig wurde. Am 1. April 1929 wurde er als Referent auch in das Wehramt zur In 6 (K) versetzt. Am 1. Oktober 1933 wurde er als Referent bei der In 6 (K) im Reichswehrministerium (RWM) in das L-Offizierkorps* übernommen. Dies geschah als char. Major a.D. mit einem Rangdienstalter vom 1. August 1932. Am 15. Mai 1934 wurde er zum Major a.D. befördert. Am 5. März 1935 wurde er als Major (E) in das Ergänzungsoffizierskorps übernommen. Er hat am 1. April 1935 ein Rangdienstalter als Major (E) vom 1. Januar 1930 erhalten. Er wurde weiter im Reichskriegsministerium eingesetzt. Am 1. Januar 1936 wurde er zum Oberstleutnant (E) befördert. Als solcher wurde er weiter bei der inzwischen zur Inspektion der Panzertruppen und für Heeresmotorisierung (In 6) umbenannten Inspektion im Allgemeinen Heeresamt (AHA) eingesetzt. Am 1. November 1936 hat er die Ordnungsnummer (1) zu seinem Rangdienstalter erhalten. Am 3. Januar 1939 wurde er zum Kommandeur vom Wehrbezirkskommando Berlin I (WBK Berlin I) ernannt. Damit war er für die Wehrmeldeämter Reinickendorf und Wedding zuständig. Am 1. Juni 1941 wurde er zu den aktiven Truppenoffizieren übergeführt. Am 1. Oktober 1944 wurde er in die Führerreserve OKH versetzt. Seinen Dienst regelte der Wehrkreis III. Am 31. Dezember 1944 wurde er aus der Wehrmacht entlassen. Bei Kriegsende erschoss sich Oberst a.D. Peter Blunt am 22. April 1945 gegen 15 Uhr gemeinsam mit seiner Ehefrau in der gemeinsamen Wohnung in der Parkstraße 10 in Berlin-Hermsdorf. Sein älterer Bruder war der Konteradmiral Siegfried Punt.

 

*Ausgeschiedene ehemalige Offiziere wurden oft als zivile Angestellte der (schwarzen) Reichswehr in "Landesschutzangelegenheiten" beschäftigt (L-Angestellte). Ab dem 1. Oktober 1933 taten diese als sog. L-Offiziere (L = Landsschutz; nicht Landwehr) Dienst in Kommandostellen der Reichswehr, trugen weiterhin Zivil und hatten an ihrem Rang ein "a.D." Das war wie eine eigene Laufbahn mit eigener Besoldung neben dem aktiven Offizierskorps. Am 5. März 1935 erfolgte die Umbenennung in E-Offiziere für Ergänzungsoffizierskorps. Hier trugen die Ränge dann ein (E) als Zusatz. Diese Offiziere wurden nur in bestimmten Bereichen, meist Innendienst eingesetzt und machten während der Aufrüstung aktive Offiziere frei für andere Verwendungen.


Literatur und Quellen:

Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1904, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1904
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1905, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1905
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1906, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1906
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1907, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1907
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1908, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1908
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1909, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1909
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1910, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1910
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1911, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1911
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1912, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1912
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1913, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1913
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1914, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1914
Dienstaltersliste der Offiziere der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich  Württembergischen) Armeekorps 1917, Mittler und Sohn 1917
Dienstaltersliste der Offiziere der bisherigen Preußischen Armee und des XIII. (bisherigen Württembergischen) Armeekorps 1919, Mittler und Sohn 1919
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Heeres mit Stand vom 12. Oktober 1937
Stellenbesetzung des Heeres 1938