Punt, Siegfried Carl Alexander

 

* 26. Februar 1881, Mittelfaulbrück in Schlesien

† 5. Oktober 1960, Göttingen

 

 

Siegfried Punt war der Sohn des Fabrikbesitzers Martin Punt und dessen Ehefrau Maria Carolina Elisabeth Hildegard, geborene Boetticher. Er trat am 12. April 1898 als Seekadett in die Kaiserliche Marine ein. Für seine Bordausbildung wurde er am 2. Mai 1898 auf die SMS "Moltke" kommandiert. Danach folgte eine Ausbildung auf der Marineschule Kiel. Am 18. April 1899 wurde er zum Fähnrich zur See befördert. 1901 absolvierte er Waffenlehrgänge. Danach wurde er auf das Linienschiff SMS "Sachsen" beordert. Am 1. Mai 1901 wurde seine Reihenfolge im Patent verbessert. Im Juli 1901 wurde er der Marinestation Ostsee zugeteilt. Am 10. Oktober 1901 wurde er auf die brandneue SMS "Kaiser Wilhelm der Große" versetzt, dabei wurde seine Reihenfolge im Patent weiter verbessert. Dort wurde er am 15. April 1902 zum Leutnant zur See befördert. Als solcher gehörte er weiter zum Stab des Schiffes. Zum 1. Januar 1903 wurde er zur Verfügung der I. Marineinspektion gestellt. Von dort wurde er zum Schulschiff SMS "Stosch" versetzt und unterstand damit der Inspektion des Bildungswesens der Marine. Anfang 1904 wurde er zum Kreuzergeschwader versetzt und dort dem Stab des Großen Kreuzers SMS "Hansa" zugeteilt. An Bord wurde er am 1. April 1904 zum überzähligen Oberleutnant zu See befördert. Er heiratete am 30. November 1906 (standesamtlich) und 1. Dezember 1906 (kirchlich) die zweieinhalb Jahre jüngere Adele Helene Pauline Emma Hermine Julie Döring, Tochter vom verstorbenen Oberstleutnant Friedrich Döring, in Flensburg. Aus dieser Ehe entsprangen 5 Kinder. 1907 diente er an Bord vom Linienschiff "Württemberg". Am 14. April 1908 wurde er zum Kapitänleutnant befördert. Als solcher diente er auf dem Großen Kreuzer "Prinz Adalbert" Im Folgejahr wurde er zum Großen Kreuzer SMS "Blücher" versetzt. Dort blieb er bis zum Jahr 1911 im Einsatz. Im Jahr 1911 wurde er als Lehrer zur Inspektion der Schiffsartillerie versetzt. Ab 1912 gehörte er bis zum Frühjahr 1914 als Referent zur Inspektion der Schiffsartillerie und diente zeitgleich als Lehrer an der Schiffsartillerie-Schule. Zu Beginn des 1. Weltkrieges wurde er an Bord der SMS "Kaiserin Augusta" versetzt. Am 21. September 1914 wurde ihm der Rote Adler-Orden 4. Klasse verliehen. Im Dezember 1914 wurde er als Instrukteur auf die SMS "Schlesien" versetzt. Am 27. Januar 1916 wurde er zum Korvettenkapitän befördert. Im September 1916 wurde er als I. Artillerie-Offizier auf die SMS "Seydlitz" versetzt. Im August 1918 wurde er als I. Artillerie-Offizier zum Stab des Befehlshabers der A versetzt. Dort wurde er bis zum Ende des Krieges als Admiralstabsoffizier eingesetzt. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm beide Eisernen Kreuze und weitere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Matrosenaufstnd in Kiel führte er Vernehmunungen durch. 1920 wurde er in die vorläufige Reichsmarine übernommen. Von 1920 bis 1926 war er Kommandeur der Schiffsartillerie-Schule in Kiel. Am 24. Februar 1921 wurde sein Sohn Peter Martin Punt in Kiel geboren. Am 1. April 1921 wurde er zum Fregattenkapitän befördert. Am 1. November 1923 wurde er zum Kapitän zur See befördert. 1926 wurde er zum Inspekteur der Depot-Inspektion in Wilhelmshaven ernannt. Am 1. Dezember 1928 wurde er aus dem aktiven Dienst der Reichsmarine verabschiedet. Dabei wurden ihm die Charakter als Konteradmiral verliehen.

In der Folge war er 1929 und 1930 als Artillerie-Berater bei der Firma Rheinmetall in Düsseldorf täig. 1931 hat er sich in Göttingen zur Ruhe gesetzt. Mit seiner Kapitalabfindung erwarb er sich ein Eigenheim in der Reinhäuser Landstraße 214 im Ortsteil Geismar in Göttingen. In der Folgezeit widmete er sich dem Gartenbau und gab etwas spanischen Sprachunterricht. 1935 war er als Besitzer vom Gut Treuenhagen verzeichnet, auf dem er Obstanbau betrieb. 1939 wurde er für die Kriegsmarine wieder mobil gemacht. Während des 2. Weltkrieges wurde er ab 1941 als Wehrmachtsbeauftragter für die Staatliche norwegische Waffenfabrik in Kongsberg eingesetzt. 1942 wurde er Oberwerftdirektor in Bordeax. Dort hat er sein Patent als Konteradmiral erhalten. 1943 wurde er erneut verabschiedet. Bei Kriegsende wurde er von den Alliiierten nicht behelligt. Ab 1946 sicherte er sich sein Auskommen als Lehrer für Englisch, Französisch, Spanisch am Dolmetscherinstitut in Göttingen. Seine private Anschrift war jetzt die Göttingen-Treuenhagen 212. Kurz vor seinem Tod wohnte er in der Heinrich-Sohnrey-Straße 2 in Treuenhagen. Sein jüngerer Bruder war der Oberst i.G. Peter Martin Punt.

 

Literatur und Quellen:

Hans H. Hildebrand: Deutschlands Admirale 1849–1945. Band 2: P–Z (Packroß bis Zuckschwerdt). Biblio Verlag, Osnabrück 1990