Edler Herr und Freiherr von Plotho, Wolfgang Moritz Delphin

 

* 7. September 1879, Zerben

† Juli 1946, (vermisst)

 

Wolfgang Edler Herr und Freiherr von Plotho trat am 06. März 1899 als Fahnenjunker in die Kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum 1. Großherzoglich Mecklenburgisches Grenadier-Regiment Nr. 89. Bei diesem wurde er am 18. August 1900 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 30. Januar 1900 datiert. Dem 1. Großherzoglich Mecklenburgisches Grenadier-Regiment Nr. 89 gehörte er dann viele Jahre an. Am 1. Oktober 1913 wurde er zum Hauptmann befördert. Als solcher war er vor Beginn vom 1. Weltkrieg im Sommer 1914 zum Großen Generalstab kommandiert. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch einige andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er in das Reichsheer übernommen. Dort wurde er zum Major befördert, wobei sein Rangdienstalter auf den 18. Mai 1918 festgelegt wurde. Er wurde bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr im Reichswehrministerium in Berlin eingesetzt. Dort blieb er auch zumindest bis Ende 1921. Im Frühjahr 1924 wurde er dann als Kommandeur des II. (Preuß.) Bataillons vom 12. Infanterie-Regiment in Quedlinburg eingesetzt. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1924 zum Oberstleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 15. Februar 1923 festgelegt. 1926/27 gab er sein Kommando über das Bataillon ab. Er wurde jetzt in den Stab vom Gruppenkommando 1 nach Berlin versetzt. Bei diesem wurde er am 1. Februar 1928 zum Oberst befördert. 1928/29 wurde er dann in den Regimentsstab vom 4. (Preuß.) Infanterie-Regiment nach Kolberg versetzt. Am 30. September 1929 wurde er aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Dabei wurden ihm die Charakter als Generalmajor verliehen.

Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg im Sommer 1939 trat er dann wieder zur Verfügung des Heeres. Er wurde dann zum Kommandant des rückwärtigen Armeegebietes 530 (Korück 530) ernannt. Als solcher wurde er dann zuerst im Polenfeldzug eingesetzt. Am 1. April 1940 wurde er durch die Umbenennung seines Stabes zum Kommandeur der neuen 386. Infanterie-Division in Warschau ernannt. Am 12. August 1940 gab er sein Kommando bei der Auflösung des Divisionsstabes ab. Am gleichen 12. August 1940 wurde er dann zum Kommandeur der 269. Infanterie-Division ernannt. Am 1. September 1940 wurde er zum Generalmajor z.V. befördert. Im März 1941 gab er sein Kommando über den Stab der 269. Infanterie-Division ab. Er wurde jetzt zum Kommandeur der neuen 285. Sicherungs-Division ernannt. Mit dieser wurde er dann zum Sommerbeginn 1941 im Ostfeldzug beim Angriff auf Nordrussland eingesetzt. Am 1. Oktober 1941 wurde er dabei zum Generalleutnant z.V. befördert. Im Mai 1942 wurde er auf seinem Kommando durch Oberst Traut vertreten. Im Juni 1942 übernahm er dann wieder sein Kommando. Am 5. September 1942 gab er sein Kommando über die 285. Sicherungs-Division endgültig ab. Er wurde jetzt in die Führerreserve versetzt. Am 31. Januar 1943 wurde er endgültig aus dem aktiven Dienst der Wehrmacht verabschiedet. Er zog sich daraufhin auf das Familienschloss in Zerben zurück. Er wurde anscheinend noch von Julius Streicher zum Duell provoziert. Von seinem Schloss wurde er dann etwa ein Jahr nach Ende des 2. Weltkrieges verschleppt und ist seither vermisst. Angeblich ist er unter mysteriösen Umständen am 9. November 1946 in der Sowjetunion gestorben.