Kuntze, Walter

 

* 23. Februar 1883, Pritzerbe (Westhavelland)

† 1. April 1960, Detmold

 

Walter Kuntze trat am 24. März 1902 als Fahnenjunker in die Kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum Niederschlesisches Pionier-Bataillon Nr. 5 nach Glogau. In diesem wurde er am 18. August 1903 zum Leutnant befördert. Das Patent wurde dabei auf den 19. August 1902 datiert. Im Sommer 1907 wurde er dann in das 1. Lothringisches Pionier-Bataillon Nr. 16 nach Metz versetzt. Im Frühjahr 1910 wurde er dann in das Schleswig-Holsteinisches Pionier-Bataillon Nr. 9 nach Harburg versetzt. Dort wurde er am 18. August 1911 zum Oberleutnant befördert. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1911 für fast drei Jahre zur Kriegsakademie kommandiert. Danach kam er dann zum Masurisches Pionier-Bataillon Nr. 26 nach Graudenz. Mit diesem zog er dann bei Beginn des 1. Weltkrieges als Kompaniechef an die Front. Dort wurde er im Herbst 1914 schwer verwundet. Am 8. November 1914 wurde er zum Hauptmann befördert. Nach seiner Genesung begann er seine Laufbahn im Generalstab. Im 1. Weltkrieg wurden ihm neben dem Ritterkreuz des Königlich. Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern und beiden Eisernen Kreuzen noch viele weitere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er dann in das Reichsheer übernommen. Er wurde dabei in das Reichswehrministerium versetzt. Dort wurde er dann die nächsten Jahre eingesetzt. Am 1. April 1923 wurde er zum Major befördert. Am 1. November 1923 wurde er dann in den Stab vom Gruppenkommando 1 versetzt, wo er dann die nächsten Jahre eingesetzt wurde. 1926 wurde er dann im Generalstab vom Gruppenkommando 1 eingesetzt. Am 1. Mai 1928 wurde er dann zum Kommandeur vom 1. (Preuß.) Pionier-Bataillon in Königsberg ernannt. Als solcher wurde er am 1. Februar 1929 zum Oberstleutnant befördert. Am 1. März 1930 wurde er dann wieder in das Reichswehrministerium versetzt. Dort wurde er dann als Chef des Stabes bei der Inspektion der Pioniere und Festungen (In 5) eingesetzt. Dort wurde er am 1. Oktober 1931 zum Oberst befördert. Am 1. Oktober 1932 wurde er dann zum Höheren Pionier-Offizier 1 ernannt. Am 1. September 1934 wurde er dann zum Generalmajor befördert. Mitte Mai 1935 wurde er dann mit der Führung des getarnten Stabes Infanterieführer VI ernannt. Bei der Enttarnung der Verbände wurde er dann am 15. Oktober 1935 zum Kommandeur der 6. Infanterie-Division ernannt. Als solcher wurde er am 1. August 1936 zum Generalleutnant befördert. Im Zuge der Blomberg-Fritsch-Affäre wurde er Anfang Februar 1938 zum Kommandant für den Ausbau des Westwalls ernannt. Als solcher wurde er dann auch mit dem Rangdienstalter vom 1. Februar 1938 zum General der Pioniere befördert. Am 1. Oktober 1938 wurde er dann durch die Umbenennung seines Stabes zum Kommandierenden General vom Generalkommando der Grenztruppen Saarpfalz ernannt. Bei der Mobilmachung am 26. August 1939 wurde er dann zum Kommandierenden General vom Generalkommando Saarpfalz ernannt. Er bezog mit seinen Truppen bei Beginn des 2. Weltkrieges Stellungen im Westen. Durch die Umbenennung seines Stabes wurde er dann Mitte September 1939 zum Kommandierenden General des XXIV. Armeekorps ernannt. Mitte Februar 1940 wurde er dann zum Kommandierenden General des neuen XXXXII. Armeekorps ernannt. Dieses führte er dann beim Westfeldzug in den Kampf. Dabei wurden ihm beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Bei Beginn des Ostfeldzuges wurde er mit seinem Generalkommando zuerst beim Angriff auf Mittelrussland eingesetzt. Am 10. Oktober 1941 gab er sein Kommando ab und wurde in die Führerreserve versetzt. Am 18. Oktober 1941 wurde er mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Ende Oktober 1941 wurde er mit der Führung der 12. Armee beauftragt. Erst im Sommer 1942 gab er sein Kommando wieder ab. Er wurde dann erneut in die Führerreserve versetzt. Mitte September 1942 wurde er zum Chef der Heeresrüstung und Befehlshaber des Ersatzheeres versetzt. Dort wurde er jetzt zum Chef des Ausbildungswesens ernannt. Am 3. Dezember 1943 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Silber verliehen. Mitte März 1945 wurde er dann noch zum Kommandierenden General des Stellvertretenden Generalkommando III. Armeekorps ernannt. Damit wurde er dann auch zum Befehlshaber vom Wehrkreis III. Anfang Mai 1945 geriet er dann in alliierte Gefangenschaft. Er wurde dann vor das alliierte Militärtribunal in Nürnberg gestellt. Dort wurde er im Prozess gegen die Südost-Generale zu lebenslanger Haft verurteilt. Er war während seiner Zeit bei der 12. Armee nach dem Oberbefehlshaber Südost hauptverantwortlich für die Maßnahmen gegen die Partisanen in Jugoslawien. Wegen gesundheitlicher Probleme wurde er Anfang 1953 entlassen.

 

Ritterkreuz (31. August 1941)