Kempf, Werner

 

* 9. März 1886, Königsberg

† 6. Januar 1964, Bad Harzburg / Niedersachsen

Werner Kempf trat am 18. August 1906 nach seiner Kadettenausbildung als Leutnant in die Kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum 6. Westpreußisches Infanterie-Regiment Nr. 149. Im Ersten Weltkrieg nahm er anfangs als Oberleutnant und Adjutant bei der Marine-Infanterie teil. Am 27. Januar 1916 wurde er dort zum Hauptmann befördert. 1918 wurde er dann in den Generalstab versetzt. Nach dem 1. Weltkrieg wurde er nach einem Einsatz beim Freikorps als Hauptmann in das Reichsheer übernommen. Dabei wurde er beim Übergangsheer im Frühjahr 1920 beim Reichswehr-Infanterie-Regiment 15 eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er als Hauptmann bei einem Bataillonsstab im 4. (Preuß.) Infanterie-Regiment eingesetzt. Am 1. Mai 1922 wurde er in den Stab vom Infanterieführer II nach Schwerin versetzt. Im Frühjahr 1926 gehörte er dann zur 1. (Preuß.) Sanitäts-Abteilung in Königsberg. Bei dieser wurde er dann am 1. Oktober 1926 zum Chef der 2. Kompanie der 1. (Preuß.) Kraftfahr-Abteilung in Allenstein ernannt. Am 1. Oktober 1928 wurde er dann in das Reichswehrministerium versetzt. Dort wurde er dann im Stab der Inspektion der Kraftfahrtruppen (In 6 K) eingesetzt. Dort wurde er am 1. Februar 1929 zum Major befördert. Ab 1931 war er dann bei der Inspektion der Verkehrstruppen (In 6) im Einsatz. Am 1. Februar 1932 wurde er dann zum Kommandeur der 7. (Bayer.) Kraftfahr-Abteilung in München ernannt. Als solcher wurde er am 1. April 1933 zum Oberstleutnant befördert. Am 1. Juni 1934 wurde er zum Chef des Stabes der Inspektion für Heeres-Motorisierung im Reichswehrministerium in Berlin ernannt. Am 1. April 1935 wurde er zum Oberst befördert. Am 1. Juni 1936 wurde er zum Inspekteur für Heeres-Motorisierung im Reichskriegsministerium ernannt. Im Herbst 1938 übernahm er als Kommandeur die 4. Panzer-Brigade. Am 18. Januar 1939 wurde er zum Generalmajor befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. August 1938 festgelegt. Bei Kriegsbeginn führte er den "Panzerverband Kempf". Am 12. Oktober 1939 übernahm er als Kommandeur die 1. leichte Division. Durch deren Umbenennung am 18. Oktober 1939 wurde er zum Kommandeur der 6. Panzer-Division ernannt. Diese führte er dann zuerst im Westfeldzug gegen Frankreich. Für die erfolgreichen Kämpfe der Division wurde ihm am 3. Juni 1940 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Zum 1. August 1940 wurde er dann zum Generalleutnant befördert. Am 6. Januar 1941 gab er sein Kommando ab. Er wurde dafür mit der Führung des XXXXVIII. Armeekorps beauftragt. Mit der Beförderung zum General der Panzertruppen zum 1. April 1941 wurde er dann auch Kommandierender General des XXXXVIII. Armeekorps. Mit diesem nahm er ab Juni 1941 am Russlandfeldzug teil. Auch bei der Umbenennung zum XXXXVIII. Panzerkorps blieb er weiter der Kommandierende General. Für die Leitungen des Korps erhielt er am 10. August 1942 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 30. September 1942 wurde er zum Oberbefehlshaber der Armee-Abteilung Kempf bei Charkow und Bjelgorod. Mit der Umbenennung des Stabes zur 8. Armee gab er dieses Kommando ab. Er wurde jetzt in die Führerreserve versetzt. Am 1. Mai 1944 erfolgte seine Ernennung zum Wehrmachtsbefehlshaber Ostland. Am 1. September 1944 wurde er dann in die Führerreserve versetzt. Er wurde dann als Kommandierender General vom Höheres Kommando Oberrhein vorgesehen, welches aber Anfang Oktober 1944 wieder aufgegeben wurde. Bis Kriegsende hat er kein neues Kommando mehr erhalten. Nach Kriegsende kam er dann in Gefangenschaft, aus der er 1947 wieder entlassen wurde.

 

Ritterkreuz (3. Juni 1940) Eichenlaub (10. August 1942)

Literatur und Quellen:
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 4 Bände, Bad Friedrichshall, 1996 / 1997
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 9 Bände, 4. überarbeitete Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011
Dermont Bradley, Karl-Friedrich Hildebrand: Deutschlands Generale und Admirale: Teil IV /Band 6:  Hochbaum - Klutmann