Gercke, Rudolf Ernst Otto

 

* 17. August 1884, Nikolaiken (Ostpreußen)

† 17. Februar 1947, Marburg an der Lahn

 

Rudolf Gercke trat am 27. Februar 1903 als Fahnenjunker in die Kaiserliche Armee ein. Er kam dabei wie später sein jüngerer Bruder, der spätere General der Infanterie Hubert Gercke, zum Ostpreußisches Jäger-Bataillon "Graf Yorck von Wartenburg" Nr. 1. Am 18. August 1904 wurde er in diesem zum Leutnant befördert. Am 1. Oktober 1911 wurde er für fast drei Jahre zur Kriegsakademie kommandiert. Dort wurde er am 18. August 1912 zum Oberleutnant befördert. Danach wurde er als Bataillonsadjutant im Ostpreußisches Jäger-Bataillon "Graf Yorck von Wartenburg" Nr. 1 eingesetzt. Mit diesem kam er dann bei Ausbruch des 1. Weltkrieges an die Front. Dort wurde er am 28. November 1914 zum Hauptmann befördert. Als solcher wurde er dann zum Kompaniechef in seinem Bataillon ernannt. Im Frühjahr 1915 wechselte er dann in den Generalstab. Im restlichen Ersten Weltkrieg wurde er dann in verschiedenen Generalstäben eingesetzt. Im 1. Weltkrieg wurde er neben beiden Eisernen Kreuzen noch mit weiteren Auszeichnungen bedacht. Nach dem Krieg wurde er in das Reichsheer übernommen. Dabei kam er zuerst zum Wehrkreiskommando I nach Königsberg. Dort wurde er auch als Leiter der Linienkommission Königsberg eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann beim Stab der 1. Division der Reichswehr verzeichnet. Dort wurde er auch nur noch als Militärisches Mitglied der Linienkommission Königsberg verzeichnet. Am 1. Oktober 1922 wurde er zum Kompaniechef im 1. (Preuß.) Infanterie-Regiment ernannt. Am 31. Oktober 1923 wurde er aus der Reichswehr verabschiedet. Dabei wurden ihm die Charakter eines Major verliehen. Er blieb als Landwehr-Offizier aber der Reichswehr verbunden. Er kam dann auch am 1. April 1928 als solcher zum Reichswehrministerium. Dort wurde er dann in der Gruppe T 1 IV eingesetzt, wobei es sich die auf alliierten Druck aufgelöste Heeres-Transport-Abteilung (T 7) handelte, eingesetzt. Anfang 1935 wurde er zum Ergänzungsoffizier ernannt. Im Juni 1935 wurde er zum Chef des Transportwesens der Wehrmacht ernannt. Dabei wurde er zum Leiter der 5. Abteilung beim Oberquartiermeister III (OQu III) ernannt. Am 1. April 1937 wurde er als Oberstleutnant wieder in den aktiven Dienst übernommen. Ab 1937 gehörte seine 5. Abteilung dann zum Oberquartiermeister I (OQu I). Diese Funktion behielt er dann bis zur Mobilmachung. Er blieb weiter im Reichkriegsministerium in Berlin. Am 1. Oktober 1937 wurde er zum Oberst befördert. Am 26. August 1939 wurde er nämlich zum Chef des Feldtransportwesens ernannt. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1939 zum Generalmajor befördert. Am 1. August 1940 wurde er bereits zum Generalleutnant befördert. Zum 1. April 1942 wurde er dann zum General der Infanterie befördert. Am 25. September 1943 wurde ihm das Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes mit Schwertern verliehen. Seine Funktion übte er bis zur Kapitulation aus. Danach geriet er in amerikanische Gefangenschaft. In dieser ist er Anfang 1947 verstorben.