Sturmgeschütze

 

Sturmgeschütze entstanden aus dem Gedanken heraus, der Infanterie eine unmittelbar im Gefecht folgende Artillerie beizugeben, welche der Infanterie leichte Feldbefestigungen wie MG-Nester ausschalten sollte. Anders als Panzer, die als Schwerpunktwaffe eingesetzt werden sollten, sollten die Sturmgeschütze als Unterstützungswaffe fungieren.

Nach theoretischen Erörterungen erteilte das Heereswaffenamt am 15. Juni 1936 den Firmen Daimler-Benz (Fahrgestell und Aufbau) und an Krupp (Kanone) den Auftrag zur Entwicklung eines solchen Unterstützungsfahrzeuges. Folgende Forderungen an die neue Waffe wurden gestellt:
- Bewaffnung mit einem Geschütz 7,5-cm oder größer
- seitlicher Schwenkbereich mehr als 30°, ohne das Fahrzeug zu bewegen
- Mindestschußweite 6.000 m mit entsprechender Rohrerhöhung
- Rundumpanzerung ohne Drehturm, seitlich und hinten SmK-sicher, vorne sicher vor 2-cm-Treffern
- Gesamthöhe nicht über 2 m
Als 0-Serie sollten 5 Fahrzeuge gefertigt werden, was bis Ende 1939 auch geschehen ist. Die Fahrzeuge wurden auf dem Fahrgestell des Panzers III entwickelt, besaßen auf jeder Seite ein Triebrad, acht Laufrollen und drei Stützrollen. Die Aufbauten waren allerdings nur aus Flußeisen und somit nicht feldverwendungsfähig. Die fünf Fahrzeuge wurden nach den Erprobungen an die Sturmartillerie-Schule in Jüterbog abgegeben und dort zur Ausbildung eingesetzt. Im Herbst 1938 wurde aus den vorhandenen zwei Fahrzeugen die 7. Batterie des Artillerie-Lehr-Regiments gebildet. In der Folgezeit wurden in Zusammenarbeit mit dem Infanterie-Lehr-Regiment die Einsatzgrundsätze für diese neue Waffe erarbeitet. Am 1. November 1939 wurde dann die Sturmgeschütz-Batterie 640 durch das Artillerie-Lehr-Regiment aufgestellt. Bis zum Beginn des Frankreichfeldzuges folgten die Sturmgeschütz-Batterien 659, 660 und 665. Es waren dies die einzigen Sturmgeschütz-Einheiten, die am Frankreichfeldzug teilnahmen und sich hier hervorragend bewährten. Erst nach dem Frankreichfeldzug wurde die Sturmartilleriewaffe massiv ausgebaut. Bei Beginn des Rußlandfeldzuges am 22. Juni 1941 waren 11 Abteilungen und 9 selbständige Batterien aufgestellt worden.

Die Bezeichnung der Sturmgeschütze lautete ursprünglich "s Pak". Am 7. Februar 1940 wurde die Waffe dann in "7,5-cm Kanone (Pz.Sfl)" und am 28. März 1940 in "Gepanzerte Selbstfahrlafette für Sturmgeschütz 7,5-cm Kanone (Sd.Kfz. 142) (Sturmgeschütz)" geändert.

Aufgrund der Erfahrungen mit der 0-Serie wurde an Daimler-Benz der Auftrag zur Fertigung der A-Ausführung vergeben.  Die Ausführung A hatte vier Mann Besatzung und war mit einer 7,5-cm-Sturmkanone L/24 mit einer tatsächlichen Rohrlänge von 1.766,5 mm bewaffnet. Die Feuerhöhe betrug 1,5 m, das Seitenrichtfeld 12° nach jeder Seite und die Höhenrichtfähigkeit ging von -10° und +20°. Die größte Schußweite betrug 6.000 m. An Munitionsarten standen zur Verfügung:
- 7,5-cm-K. Gr. rot (Vo 385 m/s)
- 7,5-cm-Gr. 34 (Vo 420 m/s)
- 7,5-cm-Gr. 38 HI/C (Vo 450 m/s)
Als Zielvorrichtung diente das Rundblickfernrohr 32 4x10° mit Kopfteilung in m. Der Ausblick erfolgte durch eine Klappe im Aufbaudach. Das Sturmgeschütz war 5.380 mm lang, 2.920 mm breit und 1.950 mm hoch. Das Gewicht betrug 19,6 t, die Panzerung war an der Front 50 mm und an den Seiten 30 mm stark. Der eingebaute Maybach-Motor "HL 120 TR" war eine Weiterentwicklung des Maybach HL 108. Durch Vergrößerung der Bohrung von 100 auf 105 mm wurde der Gesamthubraum auf 12 l vergrößert. Die Bezeichnung des Motors leitete sich aus "Hochleistungsmotor, ca. 12 dm³ Hubvolumen und Trockensumpfschmierung. Der Motor beschleunigte das Fahrzeug auf bis zu 40 km/h, der Fahrbereich mit den 310 l Kraftstoff, der in einem Behälter auf der rechten Seite des Motors lag, lag bei 150 km. Die Munition war in verschiedenen Kästen aus Winkeleisenrahmen mit Blechverkleidung untergebracht, die durch Deckel mit Schnappverschluß verschließbar waren. In dem freien Raum rechts neben dem Wechselgetriebe war ein Kasten zur Aufnahme von 2 Kästen mit je drei Patronen und 2 Kästen mit je zwei Patronen angebracht. Insgesamt wurden 44 Schuß 7,5-cm Munition im Fahrzeug mitgeführt. An der Rückwand des Panzeraufbaus befanden sich zwei Halterungen für Maschinenpistolen. Die Sturmgeschütze verfügten über einen Ultra-Kurzwellenempfänger (UKW-Empf.h). Die Besatzung verständigte sich untereinander durch Sprechschläuche. Erst während des Frankreich-Feldzuges kamen die ersten drei Sturmgeschützbatterien mit insgesamt 18 Sturmgeschützen zum Einsatz,. Im Gegensatz zur 0-Serie hatte das Fahrzeug nur noch sechs Laufrollen. Inzwischen waren folgende Firmen in die Fertigung einbezogen worden: Brandenburger Eisenwerke GmbH (Fertigung von Wannen, Aufbau und Wiegenpanzerung), Friedrich Krupp AG (Entwicklung der 7,5-cm-Kanone), Wittenauer Maschinenfabrik AG (Lizenzfertigung der 7,5-cm-Kanone), Maybach Motorenbau GmbH (Fertigung des Motors), Nordbau (Lizenzfertigung des Motors), Zahnradfabrik Friedrichshafen (Lizenzfertigung des Schaltgetriebes), Hans Windhoff (Fertigung des Kühlsystems der Motoren) und Leitz (Fertigung der Selbstfahrlafette-Zielfernrohre). Insgesamt wurden 30 Stück dieser Ausführung gebaut, die Serie lief im Mai 1940 aus.

Die Fertigung der 2. Serie, auch als Ausführung B bezeichnet, lief bei Alkett im Juni 1940 an. Der Lieferumfang war auf 250 Stück festgelegt. Bei der Ausführung B ergaben sich Änderungen beim Motor (HL 120 TRM - Motor mit Trockensumpfschmierung und Schnapper-Magnet) und ein neues 6-Gang-Aphon-Getriebe mit Synchronisierungseinrichtung der Zahnradfabrik Friedrichshafen vom Typ SSG 77. Außerdem wurde die Dachklappe über dem Richtkanonier verändert, die vordere Stützrolle rückte näher an das Triebrad heran, um die Wucht der Kettenschläge zu mindern und Kettenabwürfe zu reduzieren. Die neue Gleiskette war um 20 mm breiter und somit 400 mm breit. Außerdem erhielten die Fahrzeuge ein gegossenes Triebrad, eine geschweißte Umlenkrolle und einen abnehmbaren Kupplungskasten an der Schottwand. Von dieser Aufführung wurden 250 Stück gebaut, die bis November 1940 ausgeliefert wurden. Durch Engpässe bei der Fertigung von Wannen wurde Alkett gezwungen, acht Fahrgestelle aus der normalen Panzer III-Fertigung für die Fertigung dieser Ausführung heranzuziehen. Diese Fahrgestelle erkennt man an aufgeschraubten 20 mm starken Zusatzblechen an der Front.

Von der Ausführung C  wurden ab März 1941 100 Stück gebaut. Sie erhielten das Selbstfahrlafette-Zielfernrohr, womit der Optikschacht entfiel. Dafür mußte das Dach des Panzeraufbaus leicht geändert werden. Sonst änderte sich bei diesen Fahrzeugen nichts.

Die 150 Fahrzeuge der Ausführung D wurden am Mai 1941 geliefert und unterschieden sich fast nicht von denen der Ausführung C, die Bezeichnung war nur fertigungstechnisch geändert werden, damit die verschiedenen Aufträge nicht durcheinander gerieten. Einziger Unterschied war der Einbau einer Bordsprechanlage an Stelle der Sprechschläuche.

Ab September 1941 wurde die E-Ausführung gefertigt, von der insgesamt 284 Fahrzeuge gebaut wurden. Diese Fahrzeuge sollten wahlweise auch als Zugführergeschütz oder Batteriechefgeschütz verwendet werden, so daß eine Halterung für Funkgeräte notwendig war. Die Fahrzeuge führten 50 Schuß Munition mit sich sowie ein MG 34. An optischen Mitteln wurde ein Selbstfahrlafette-Zielfernrohr 1, ein Scherenfernrohr 14 Z und ein Rundblick-Fernrohr 32 eingebaut. Die Fahrzeuge besaßen einen 10-Watt-Sender und zwei Ultrakurzwellenempfänger mit einem Lautsprecher. Noch während der laufenden Fertigung dieser Ausführung wurden folgende Änderungen befohlen:
- Anbringung einer Halterung an der Wannenstirnwand zur Aufnahme von 11 Ersatzkettengliedern
- An der Rückwand warn Leitbleche zum Ablenken der austretenden Kühlluft von der Erde anzubringen und 2 Ersatzlaufrollen auf der Kettenabdeckung
- Die Stabdrehfederung wurde abgeändert
- Einbau einer nachträglichen Warmluftheizung

  Sturmgeschütz 7,5-cm Kanone Ausführung E Gerätebeschreibung und Behandlungsvorschrift für den Aufbau

Noch während der Fertigung der Fahrzeuge der E-Ausführung wurde der Einsatz der Sturmgeschütze überdacht. Die kurze 7,5-cm Kanone eignete sich hervorragend als Infanterie-Unterstützungswaffe, war jedoch gegen gepanzerte Ziele wenig geeignet. Bei der Firma Krupp hatte man bereits 1938 mit der Entwicklung einer langen 7,5-cm KwK begonnen. Diese als 7,5-cm Kanone 44 L/46 bezeichnete Waffe  wurde dann für den Einbau in die Sturmgeschütze ab der Ausführung F vorgesehen. Am 16. März 1942 wurde die Waffe in 7,5-cm Sturmkanone 40 L/43 umbenannt. Die neue 710 kg schwere Kanone hatte eine Rohrlänge von 3.473 mm, die daraus verschossene 6,8 kg schwere Panzergranate 39 erreichte eine v0 von 740 m/Sek., das ergab auf 1.000 m eine Durchschlagsleistung von 82 mm mit der Panzergranat-Patrone 39 auf eine Panzerplatte mit 30° Neigung. Auf 500 m wurden 91 mm durchschlagen. Die 4,1 kg schwere Panzergranate 40 brachte trotz des Wolframkerns mit 87 mm nicht viel mehr. Die Länge der Fahrzeuge stieg auf 6.310 mm, das Gewicht auf 23,2 t. Ab Juni 1942 wurde die 7,-cm Sturmkanone 40 L/48 in die Fahrzeuge eingebaut. Dadurch stieg die Vo bei der Panzergranat-Patrone 39 von 740 auf 790 m/sek, die Durchschlagsleistung auf 1.000 m stieg auf 85 mm, bei 500 m auf 96 mm. Die neue Kanone unterschied sich von der alten durch hydraulische Sicherheitsschalter an allen Geräten, einem verstellbaren Richtschützensitz mit umklappbarer Lehne, einer Lafettenzurrung an beiden Gleitklauen und weiteren Details. Die 7,5-cm Sturmkanone 40 war eine halbautomatische Waffe mit elektrischer Abfeuerung. Zum direkten Richten diente das Selbstfahrlafetten-Zielfernrohr 1 a, zum indirekten Richten das Rundblickfernrohr 32 oder 36. Das Rohr war als Vollrohr ausgebildet und hatte ein leicht abnehmbares Bodenstück. Es wurde in der Rohrwiege gelagert und geführt. Der gezogene Teil des Rohres hatte 32 Züge, die in zunehmendem Rechtsdrall von 6° auf 9°, bei neueren Geräten unter konstantem Rechtsdrall von 7° verliefen. Die Mündungsbremse war vorne auf das Rohr aufgeschraubt und wirkte dem Rohr-Rücklauf entgegen. Mit der 7,5-cm Sturmgeschütz-Kanone 40 durfte ohne Mündungsbremse nicht geschossen werden. Der Verschluß war ein halbautomatischer Verschlußblock mit elektronischer Abfeuerung, der sich kurz vor beendetem Vorlauf selbständig öffnete und die leere Patronenhülse auswarf. Insgesamt wurden von März bis September 1942 346 Einheiten gebaut, 182 erhielten eine zusätzliche, 30 mm starke Panzerung an der Front der Wanne und des Aufbaus. Die ersten Fahrzeuge wurden im Februar 1942 gebaut (3 Versuchsfahrzeuge für das Waffenprüfamt), es folgten 2 Fahrzeuge im März und dann 51 Fahrzeuge im April 1942. Während dieser Zeit lief parallel noch die Fertigung der Ausführung E, die erst im Juni 1942 auslief. Als erste Einheit erhielt die Sturmgeschütz-Abteilung "Großdeutschland" 21 Stück dieser Fahrzeuge.

Die Ausführung F/8 wurde ab September 1942 bis Dezember 1942 mit 250 Stück gebaut. Diese Fahrzeuge erhielten die Fahrgestelle des »Panzer III« Ausf. J-N, der Aufbau blieb gleich. Nur die Öffnung für die Sichtmittel des Richtkanoniers wurde verkleinert und ein Maschendrahtkäfig vor die Öffnung gestülpt. Am Bugpanzerdach vor dem Fahrer wurden statt der geteilten, verriegelbaren Einstiegsklappen zwei einteilige Bedienungsklappen vom Fahrgestell des »Panzer III« übernommen. Die bisher nach hinten umklappbaren Antennen erhielten feste Antennensockel. Die Motorraumabdeckung erhielt größere Öffnungen für die Kühlluft. Die Kettenabdeckungen wurden vorne gekürzt und waren nicht mehr aufklappbar. Im November 1942 wurden die einteiligen Wartungsöffnungen im oberen Bugblech wieder durch die früheren, zweiteilige Klappen ersetzt. Ab Oktober 1942 wurden die 30 mm starken zusätzlichen Panzerbleche am Wannenvorderteil nicht mehr angeschweißt, sondern verschraubt. Als Nachrüstung erhielten diese Fahrzeuge 1943 ein MG-Schild, welches aufklappbar auf dem Aufbaudach angebracht war. Ab Mai 1943 wurden die Geschütze zusätzlich mit seitlichen Schürzen versehen.

Die Fertigung der G-Ausführung begann im Dezember 1942 und lief bis Kriegsende. Die Fahrzeuge wurden bei Alkett und bei MIAg gefertigt. Unter Beibehaltung des gleichen Fahrgestells wie die vorausgehende Ausführung F/8 erhielt die Ausführung G grundsätzlich einen verbreiterten Aufbau mit einer Kommandantenkuppel. Durch diese Änderung stieg die Höhe auf 2.160 mm. Anstatt der früheren seitlichen kastenförmigen Ausbauten war der gesamte Aufbau jetzt breiter und die Aufbauseitenbleche waren leicht geneigt. In diesem Zusammenhang wurde die Rückwand des Kampfraumes senkrecht ausgebildet. Während der langen Fertigungszeit wurden an der Ausführung G zahlreiche Änderungen vorgenommen:
- Ab Dezember 1942 entfiel der links vom Fahrer angebrachte Sehschlitz, er wurde durch einen Pfropfenöffnung für Pistole ersetzt.
- Ab Dezember 1942 wurde für das bisher im Fahrzeug mitgeführte MG 34 ein Schutzschild auf dem Aufbaudach direkt vor dem Ladekanonier angebracht
- Ab Januar 1943 wurde die Öffnung für das Periskop durch eine Zusatzpanzerung geschützt.
- Die Fahrersehklappe wurde verändert
- Ab Mai 1943 wurden die Wannen serienmäßig mit einer 80-mm Frontpanzerung gefertigt, so daß die aufgeschraubte Zusatzpanzerung entfiel.
- Am Januar 1943 wurden auch bei der Maschinenfabrik Augsburg - Nürnberg (MAN) Sturmgeschütz-Wannen gefertigt.
- Ab Sommer 1943 erhielten die Sturmgeschütze eine Zimmerit-Schutzschicht. Für ein Sturmgeschütz wurden 70 kg Zimmerit veranschlagt.
- Ab Oktober 1943 erhielten die Sturmgeschütze einen Stahlabweiser auf dm Aufbaudach vor der Kommandantenkuppel.
- Ab November 1943 wurde eine gegossene Rohrwiegenpanzerung eingeführt, die auch als "Saukopfblende" bezeichnet wurde.
- Ab Juli 1944 wurde eine umlegbare Rohrstütze zur Zurrung angebracht.
- Ab Juli 1944 wurde die rechte, vordere Aufbaupanzerung auf 80 mm Dicke verstärkt.
- Ab Mai 1943 wurde eine verbesserte Zweikammer-Mündungsbremse eingeführt.
- Ab Dezember 1943 wurde ein Rundumfeuer-MG auf dem Dach montiert und ersetzte die ursprüngliche MG-Halterung. Die MG-Lafettierung war so ausgelegt, daß sie auf dem Turm bzw. Aufbaudach angebracht wurde, die Bedienung aber vom Fahrzeuginneren erfolgte. Zum Zielen wurde ein Periskop verwendet.
- Ab Juni 1944 erhielten die Sturmgeschütze ein achsparalleles koaxiales MG, das durch eine Öffnung in der Rohrwiegenpanzerung schoß.
- Ab November 1943 wurden die gummibereiften Stützrollen durch solche mit Stahlaufrollen ersetzt.
 

Da mit dem Einbau der langen 7,5-cm-Sturmkanone 40 aus dem »Sturmgeschütz« praktisch ein »Jagdpanzer« geworden war, mußte nun ein neues Fahrzeug zur direkten Infanterie-Unterstützung geschaffen werden. Hierfür wurde der Einbau einer leichten Feldhaubitze 18 vorgeschlagen. Das neue Fahrzeug erhielt die Bezeichnung 10,5-cm-Sturmhaubitze 42. Am 2. Oktober 1942 wurde Hitler das erste Muster vorgestellt. Nach einer Vorserie von zwölf Stück, von denen sieben im Februar 1943 bei der Truppenerprobung im Osten verloren gingen, lief ab Februar 1943 bei der Firma Alkett die Fertigung an. Die eingebaute 10,5-cm Sturmhaubitze L/28 hatte ein Seitenrichtfeld von jeweils 10° in jede Richtung und ein Höhenrichtfeld von - 6° bis +20°. Die Höchstschußweite betrug mit 6. Ladung 10.650 m, mit Fernladung 12.325 m. Die Rohrlänge betrug 2.940 mm. Im Fahrzeug wurden 36 Granaten (26 Spreng- und 10 Hohlladungsgranaten) mitgeführt. Ab September 194 entfiel die Mündungsbremse für die Sturmhaubitze. Ab 1944 wurden die Geschütze mit der "Saukopfblende" versehen. An sonsten wurden an den Geschützen die selben Änderungen vorgenommen wie beim Sturmgeschütz Ausführung G (s.o.).


Nach den schlechten Erfahrungen, die mit dem offenen Aufbau bei der Montage des schweren Infanteriegeschützes 33 in die Panzerkampfwagen I und II gemacht wurden, wurde im Juli 1940 entschieden, diese Waffe in ein »Sturmgeschütz« einzubauen. Als Fahrgestell wurde der Panzer II Ausführung c ausgewählt. In diese Fahrgestelle sollte ein sIG 33 tief im Kampfraum untergebracht werden. Bereits im Oktober 1940 wurde der Prototyp fertig gestellt. Die Erprobung zeigte, daß das Fahrgestell zu eng und zu kurz und die Motorleistung zu gering war. Bis Dezember 1941 / Januar 1942 wurden dann 12 Vorserienfahrzeuge mit geändertem Fahrgestell gefertigt. Die zwölf Fahrzeuge wurden den sIG-Kompanien 707 und 708 zugeteilt, die beide nach Afrika verlegt wurden. Die Geschütze gingen alle bis Ende 1942 in Afrika verloren. Da sie sich nicht bewährt hatten, wurde auf eine weitere Serienfertigung verzichtet.

Vom Sturm-Flammwagen, der außer dem MG 34 mit einem Flammenwerfer anstelle der Kanone bewaffnet war, hatte die Firma Alkett 1943 im Sommer zehn Stück ausgeliefert. Sie wurden aus Fahrzeugen der F-Ausführung erstellt.

Als Verbesserung der Fahrzeuge, die mit den Fahrgestellen völlig überfordert waren, wurde der »Sturmpanzer 43« eingeführt. Auch als »Brummbär« bezeichnet, wurde das Sturmgeschütz IV mit der 15-cm-Sturmhaubitze 43 bekannt. Dieses 28,2 t schwere Fahrzeug war mit der Ostkette 3.180 mm breit und 2.520 mm hoch. Durch die kürzere Waffe betrug die Gesamtlänge nur 5.930 mm. Für die Haubitze wurden 38 Granaten mitgeführt. Insgesamt gab es drei verschiedene Typen des »Sturmpanzer 43«, wie er offiziell hieß. Die frühe Produktion wurde 60 mal gebaut. Acht Stück wurden auf Fahrgestelle des »Panzer IV« Ausführung E gesetzt, 52 auf Fahrgestelle des »Panzer IV« Ausführung G. Der Fahrer erhielt einen gepanzerten, leicht vorgezogenen Erker. Die 15-cm-Sturmhaubitze 43 befand sich oberhalb des Fahrererkers leicht nach rechts versetzt und an der Aufbaurückwand eine zweiteilige Einstiegsluke. Auf dem Fahrzeugdach befanden sich drei zweiteilige Luken, eine runde für den Kommandanten und zwei rechteckige. Auf der rechten Fahrzeugseite war hinter dem Aufbau eine große Zubehör- und Werkzeugkiste montiert. Die Fahrzeuge erhielten Schürzenaufhängungen der alten Art. Die mittlere Produktion wurde auf Fahrgestelle des »Panzer IV« Ausführung H gesetzt. Die Form des Aufbaus blieb weitgehend unverändert, lediglich der Fahrererker wurde modifiziert. Die Fahrersehklappe 80 entfiel, statt deren wurden Winkelspiegel eingebaut. Auf dem Aufbaudach vor der vorderen Ladeschützenluke war ein Ventilator montiert. Die beiden Ventilatoren an der Aufbaurückwand entfielen. Die Richtschützenluke entfiel vollkommen, die große Zubehör- und Werkzeugkiste war auf die linke Fahrerseite verlagert worden. Bei der späten Produktion, die ab Juni 1944 gefertigt wurde, wurde der Aufbau auf Fahrgestelle des »Panzer IV« Ausführung J mit Stahllaufrollen gesetzt. Der Aufbau war nun nicht mehr sechseckig sondern rechteckig. Auf der Frontplatte oberhalb des Fahrererkers befand sich ein kleiner Vorbau, in dem ein MG 34 in Kugellafette montiert war. Auf dem neu gestalteten Aufbaudach befanden sich zwei Ventilatoren, einer auf dem vorderen rechten Dachbereich, der andere auf dem Dach des MG-Vorbaus. Der Kommandant erhielt die Luke des »Sturmgeschütz  III« Ausführung G. Viele Fahrzeuge erhielten noch die neue Auspuffanlage, zwei senkrecht nach oben führende Töpfe. Die meisten Fahrzeuge der späten Produktion hatten serienmäßig Zimmerit-Schicht.

Der Sturmpanzer-Abteilung 216 wurden die ersten Fahrzeuge zugeführt, beim Unternehmen »Zitadelle« sind dann im Juli 1943 im Raum Kursk 17 Stück verloren gegangen. Die Firma Alkett hatte diesen »Sturmpanzer«, der vorn mit 100 mm stark gepanzert war, entworfen, die Montage erfolgte bei den Deutschen Eisenwerken in Duisburg.

Gleichzeitig gab es noch eine Ausführung des »Sturmpanzers« als Befehlspanzer, der sich durch seine Stabantennen und der besseren Funkausrüstung unterschied.

Die Produktion des Sturmgeschützes III mit der verschiedenen Bewaffnung während des Zweiten Weltkrieges bis zum Mai 1945:

  1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945
Sturmgeschütz III mit 7,5-cm-Sturmkanone L/24 - 192 540 93 - - -
Sturmgeschütz  III mit 7,5-cm-Sturmkanone L/43 - - - 330 - - -
Sturmgeschütz III mit 7,5-cm-Sturmkanone L/48 - - - 365 3.011 3.849 1.038
Sturmgeschütz III mit 10,5-cm-leichte Feldhaubitze 18 - - - 12 204 903 98
Sturm-Infanteriegeschütz 33 - - - 24 - - -
Sturm-Flammwagen - - - - 10 - -

Dazu kommen im Jahr 1944 noch 173 Fahrzeuge mit der L/48-Waffe, die aus umgebauten »Panzerkampfwagen III« erstellt wurden.

Die Produktion der Munition, die aus den kurzen und langen 7,5-cm-Kanonen verschossen werden konnte (in 1.000 Schuß):

Bezeichnung 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945
7,5-cm-KwK-Granate 432,9 1.736,1 877,9 530,4 1.164,0 861,0 15,1
7,5-cm-Sprenggranate 34 - - - 433,6 1.717,4 4.128,0 142,3
7,5-cm-Granate 38 HL - - - 572,2 1.157,1 - -
7,5-cm-Panzergranate 39 - - - 262,5 1.924,0 1.906,5 82,0
7,5-cm-Panzergranate 40 - - - 7,0 36,4 - -
7,5-cm-Panzergranate 40 W - - - 4,4 70,3 - -

Am 10. April 1945 sah die Verteilung auf die Fronten wie folgt aus:

  »Sturmgeschütz III« »Sturmhaubitze«
Ostfront 812 198
Westfront 54 41
Italien 127 38
Balkan 19 -
Dänemark/Norwegen 41 -

Von den »Sturmgeschützen« wurden 707, von der »Sturmhaubitze« 132 Stück einsatzbereit gemeldet.

Die Sturmgeschütze wurden zudem an verbündete Armeen wie folgt geliefert:

Land Stück
Finnland 59
Bulgarien 55
Italien 5
Spanien 10
Rumänien 120
Ungarn 40

Nachdem Versuche ab Februar 1943 ergeben hatten, daß der Aufbau des Sturmgeschützes auch auf das Fahrgestell des »Panzerkampfwagen IV« gesetzt werden konnte - die Firma Alkett hatte durch Bombenangriffe am 23. und 26. November 1943 in ihrem Werk in Borsigwalde schwere Schäden erlitten und man mußte den Ausfall ersetzen - begann im Dezember im Grusonwerk der Firma Krupp die Fertigung des »Sturmgeschütz IV«. Dabei wurden die ersten 31 Fahrzeuge aus dem »Panzerkampfwagen IV« umgebaut, dessen Fertigung gerade ausgelaufen war.

Das 6.700 mm lange Fahrzeug war 2.950 mm breit, 2.200 mm hoch und wog 23 t. Für die 7,5-cm-Sturmkanone 40 L/48 wurden 63 Granaten mitgeführt, 600 Schuß für das MG 34. Übrigens wurden von der Sturmkanone 40 L/48 allein 1944/45 zur Montage in die verschiedenen Fahrzeuge 6.342 Stück geliefert.

Das »Sturmgeschütz n. A.« (neue Art), später in »Jagdpanzer IV« umbenannt, war ein 24 t schweres Fahrzeug von 6.850 mm Länge. Es war nur 1.850 mm hoch und mit der Ostkette 3.210 mm breit. Die verbreiterte Ostkette senkte den Bodendruck auf fast 0,6 kg/cm². Bewaffnet war das Fahrzeug mit der 7,5-cm-Pak 39 L/48, für die 79 Schuß vorhanden waren, und einem MG 34 mit 600 Schuß. Durch die neue Frontplatte, den langgestreckten Aufbau und die »Saukopfblende« war zwar eine bestechende Form entstanden, die Schwachstelle war aber das nur 20 mm gepanzerte Heck. Das resultierte wiederum in einer Vorderlastigkeit, und um diese auszugleichen, wurde die Frontpanzerung auf 60 mm verringert. Hier liegen die Gründe für die hohen Ausfälle - bis Ende Januar 1945 waren in nur vier Monaten 242 Fahrzeuge verlorengegangen. Mit den 410 1 Kraftstoff konnten übrigens auf der Straße 210 km erreicht werden.

Die Firma Vomag (Vogtländische Maschinen AG in Plauen) begann im Januar 1944 mit der Auslieferung, und die ersten Fahrzeuge gingen zur Division "Hermann Göring" nach Italien. Als Bergegerät wurden zusätzlich 26 Fahrzeuge geliefert. Im November 1944 lief die Produktion jedoch wieder aus.

Ein weiterer zu den Sturmgeschützen zu zählender »Panzerjäger« war die »Selbstfahrlafette IV« mit der 10,5-cm-Kanone 18, die im Spreewerk/Berlin gebaute Artilleriewaffe. Dem Rohr hatte man eine 107 kg schwere Mündungsbremse angesetzt, dadurch stiegen die Länge auf 5.903 mm und das Gewicht auf 1.963 kg an. Verschossen wurde eine 15,6 kg schwere Panzergranate mit einer v0 von 830 m/Sek.. Damit wurden auf 1.000 m 138 mm Panzerung, auf 2.000 m immer noch 112 mm Panzerung durchschlagen. Das 7.520 mm lange Fahrzeug war 2.840 mm breit, 3.250 mm hoch und wog 25 t. Für die Kanone konnten 25 Granaten mitgeführt werden. Der Aufbau war oben offen und die Panzerung sehr schwach, vorn 30 mm und an den Seiten 20 mm. Durch die sehr schwere Waffe war die Beweglichkeit im Gelände stark eingeschränkt. Das Grusonwerk der Firma Krupp hat zwei dieser Fahrzeuge im Frühjahr 1941 geliefert, weiter wurde nichts produziert. Von diesen bei der 3. Panzerdivision eingesetzten Panzerjägern ging in Rußland ein Fahrzeug verloren.