17. SS-Panzergrenadier-Division "Götz von Berlichingen"

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1. Einsatz und Unterstellung:

Aufgestellt am 15. November 1943 in Westfrankreich auf Grund eines Führerbefehls vom 3. Oktober 1943. Die Division erhielt zur Aufstellung Abgaben der 10. SS-Panzer-Division Frundsberg und sollte ursprünglich mit dieser das VII. SS-Panzerkorps bilden. Am 31. Dezember 1943 hatte die Division eine Stärke von 11.147 Mann erreicht. Im Januar 1944 wurde die Division auf dem französischen Truppenübungsplatz "Thouars" zwischen Samur und Pathenay zusammengezogen, um mit der Verbandsausbildung zu beginnen. Am 10. April 1944 erhielt die Division im Zuge eines Besuches Heinrich Himmlers den Beinamen "Götz von Berlichingen" verliehen. Ende April 1944 wurde die Division, obwohl die Ausbildung noch nicht abgeschlossen war, zur OKW-Reserve bestimmt. Nach der Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944 wurde die Division der 7. Armee unterstellt und marschierte über Laval - Fougéres - Avranches - Villedieu - Torigny in den Raum Balleroy. Hier kam es sofort zu schweren Kämpfen mit den alliierten Truppen. Als am 9. / 10. Juni amerikanische Truppen bei Carentan landeten, wurde die Division in den Landungsraum verlegt. Hier kam es zu schweren Kämpfen. Unterständigem Beschuß durch die alliierte Landungsflotte und unter laufenden Luftangriffen mußte sich die Division bis Anfang Juli 1944 in den Raum Perriers und westlich von St. Lo zurückziehen. Am 30. Juni 1944 hatte die Division eine Stärke von 16.976 Mann und damit fast 500 Mann über Soll! Im Laufe des Juli 1944 wurden die Stellungen der Division auf die Linie 5 km südlich der Straße Lessay - Perriers - St. Lo zurück genommen. Am 28. Juli 1944 zeichnete sich ein amerikanischer Durchbruch bei der Division in Richtung Granville ab. Die Division zog sich zunächst in südwestlicher Richtung zurück. Durch pausenlose Luftangriffe schwer getroffen, verlor die Division dabei einen Großteil ihrer schweren Waffen und Geräte. Die Division, jetzt nur noch als "Kampfgruppe" bezeichnet, erreichte am 6. August 1944 den Raum nordöstlich von Mortain. Hier sollte sie, trotz der bereits erlittenen schweren Verluste, im Rahmen des XXXXVII. Panzerkorps zum Gegenstoß auf das 34 km entfernte Avranches vorstoßen. Am 7. August 1944 begann der Angriff der Kampfgruppe. Nach geringen Anfangserfolgen brach er jedoch im rollenden Einsatz feindlicher Jagdbomber zusammen. Anschließend wurde die Division im Kessel von Falaise eingeschlossen. Nur etwa 1.500 Mann der Division konnten sich zu den eigenen Linien retten. Zunächst marschierten die Männer nach Laigle, dann an die Seine und bis zum 25. August nach Meaux. Hier wurden der Kampfgruppe zwei regimentsstarke SS-Kampfgruppen zugeteilt. Die 17. SS-Panzergrenadier-Division sollte im Raum Saarbrücken gesamelt und aufgefrischt werden. Hierzu wurden die Reste der Division sowie 2.000 Angehörige der Luftwaffe auf dem SS-Truppenübungsplatz "Kurmark" in die Division integriert. Nachdem die Alliierten Anfang September 1944 nach Lothringen vorstießen, folgte die Abstellung verschiedener Kampfgruppen aus dem Versammlungsraum bei Saarbrücken an die etwa 60 km entfernte Front. Mitte September übernahm die Division einen Frontabschnitt südlich von Metz beim XIII. SS-Armeekorps. Da der Ersatz jedoch keinerlei Ausbildung und Kampferfahrung hatte, gelang es den Amerikanern am 17. September 1944 im Bereich der Division einen Brückenkopf zu bilden. Am 20. September hatte die Division eine formelle Stärke von 14.816 Mann, der Kampfwert war jedoch gering. Ebenso fehlten sämtliche schwere Waffen. Am 8. November zerschlugen die Amerikaner den Brückenkopf der Division, die Division mußte zurückweichen, wobei das SS-Panzergrenadier-Regiment 38 in der Festung Metz eingeschlossen wurde. Am 20. Dezember 1944 wurde die Division aus der Front gezogen und in den Raum Neunkirchen zur Auffrischung verlegt. Die Reste des aus Metz kommenden SS-Panzergrenadier-Regiments 38 wurden in das SS-Panzergrenadier-Regiment 37 übernommen. Als Ersatz erhielt die Division ein neu gebildetes SS-Panzergrenadier-Regiment 38. Bis zum Jahreswechsel konnte die Division nominell fast auf Soll-Stärke gebracht werden. Im Rahmen des XIII. SS-Armeekorps sollte die Division ab dem 1. Januar 1945 an der Ardennenoffensive teilnehmen. Bereits nach nur drei Tagen mußte das Korps seinen Angriff wieder einstellen. Am 6. Januar 1945 konnten die Amerikaner in die Stellungen der Division einbrechen, der Einbruch konnte jedoch abgeriegelt werden. Schließlich beruhigte sich die Front in diesem Abschnitt. Mitte Februar 1945 versuchten die Amerikaner, durch die Stellungen der Division in Richtung Zweibrücken vorzustoßen, konnten jedoch in schweren Kämpfen im Raum Rimlingen abgewehrt werden. Ab dem 15. März traf die Division die amerikanische Offensive "Undertone". Bis zum 18. März 1945 waren die Linien der Division bereits 15 km nach norden auf Contwig zurückgedrängt worden. Fluchtartig ging die Division anschließend auf den Rhein zurück und überschritt diesen am 25. März bei Germersheim. Dabei verlor sie erneut fast alle schweren Waffen. Die Division sammelte im Raum Wiesloch und verlegte Ende März in den Raum Neckarelz - Mockmühl. Hier, hinter dem Neckar, wurde die Division dem XIII. Armeekorps unterstellt. Anfang April 1945 ging die Division auf neue Stellungen zwischen Jagst und Kocher zurück. Erneut wurde die Division durch waffengattungsfremde Soldaten aufgefüllt, dieses Mal durch Angehörige der Luftwaffe. Am 16. April erreichte die Division den Raum um Neumarkt. Am 21. April standen die Reste der Division im Raum Berching und am 25. April im Raum Neustadt (Donau). Als Armee-Reserve in den Dürnbucher Forst kommandiert, wurde der Division die gleichzeitige Führung der 38. SS-Panzergrenadier-Division übertragen. Anfang Mai 1945 lagen die Reste der Division im Raum Bad Tölz - Tegernsee - Lenggries. Hier erlebten die Divisionsreste die Kapitulation.

 

1943

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Dezember in Aufstellung 1. Armee D Frankreich

1944

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar in Aufstellung 1. Armee D Frankreich
Mai z. Vfg. OKW   Frankreich
Juni II. Fallschirm 7. Armee B Normandie
Juli LXXXIV 7. Armee B Normandie
August LXXX 1. Armee B Champagne
September XIII. SS 1. Armee G Saarpfalz
November LXXXII 1. Armee G Saarpfalz
Dezember XIII.SS 1. Armee G Saarpfalz

1945

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar z. Vfg. 1. Armee G Saarpfalz
Februar XIII. SS 1. Armee G Saarpfalz
April XIII. SS 1. Armee G Franken

 

2. Divisionskommandeure:

30. Oktober 1943 Werner Ostendorff

Januar 1944 Fritz Klingenberg

1944 Werner Ostendorff

17. Juni 1944 Otto Binge

20. Juni 1944 Otto Baum

1. August 1944 Otto Binge

30. August 1944 Dr. Eduard Deisenhofer

September 1944 Thomas Müller

September 1944 Gustav Mertsch

21. Oktober 1944 Werner Ostendorf

15. November 1944 Hans Lingner

9. Januar 1945 Gerhard Lindner

21. Januar 1945 Fritz Klingenberg

22. März 1945 Jakob Fick

26. März 1945 Georg Bochmann

 

3. Gliederung:

SS-Panzergrenadier-Regiment 37

SS-Panzergrenadier-Regiment 38

SS-Artillerie-Regiment 17

SS-Flak-Abteilung 17

SS-Pionier-Bataillon 17

SS-Panzer-Aufklärungs-Abteilung 17

SS-Nachrichten-Abteilung

Kommandeur der SS-Divisions-Nachschubtruppen 17

SS-Sanitäts-Abteilung 17

SS-Panzer-Instandsetzungs-Abteilung 17

SS-Wirtschafts-Bataillon 17

SS-Feldpostamt 17

SS-Kriegsberichter-Zug 17


SS-Feldgendarmerie-Kompanie 17


SS-Feldersatz-Bataillon 17

 

4. Literatur und Quellen:

Die Eiserne Faust - Bildband der 17. SS-Panzergrenadier-Division "Götz von Berlichingen" - Hans Stöber, Vowinckel-Verlag, Neckargemünd 1966, 108 Seiten
Die Sturmflut und das Ende. Die Geschichte der 17. SS-Panzergrenadier-Division "Götz von Berlichingen" Band I: Die Invasion - Hans Stöber, Munin-Verlag, Osnabrück 1976, 527 Seiten
Die Sturmflut und das Ende. Die Geschichte der 17. SS-Panzergrenadier-Division "Götz von Berlichingen" Band II: Die Deiche brechen - Hans Stöber, Munin-Verlag, Osnabrück 1987, 500 Seiten
Die Sturmflut und das Ende. Die Geschichte der 17. SS-Panzergrenadier-Division "Götz von Berlichingen" Band III: Mit dem Rücken zur Wand - Helmut Günther, Schild-Verlag GmbH, München 1991, 584 Seiten
17. SS-Panzergrenadier-Division "Götz von Berlichingen". Kriegstagebuch vom 30. Oktober 1943 bis 6. Mai 1945 - Max Wind/Helmut Günther (Hrsg.), Schild-Verlag GmbH, München 1992, 871 Seiten mit 531 Dokumenten, Lage- und Gefechtsskizzen sowie 10 Karten im Anhang, Pappbd.
Das Auge der Division - Die Aufklärungs-Abteilung der SS-Panzergrenadier-Division "Götz von Berlichingen" - Helmut Günther, Schütz-Verlag, Preußisch Oldendorf 1987,
SS-Flak-Abteilung 17 "Götz von Berlichingen" (1943 - 1945) - Hans Stöber, Selbstverlag, Meppen/Ems 1957, 83 Seiten
Georg Tessin: In: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg, 1939–1945. Band 4: Die Landstreitkräfte 15–30, Mittler, Frankfurt am Main 1970

 

5. Sonstiges:

Originalbefehle der 17. SS-Panzer-Grenadier-Division

 

6. monatliche Zustandsberichte:

1943 Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember
1944 Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember
1945 Januar Februar März April Mai