Freiherr von Oldershausen, Martin Heinrich Franz Hans

 

* 24. November 1865, Hildesheim

† 23. Juli 1924, Hamburg

 

Martin Freiherr von Oldershausen trat nach seiner Kadettenausbildung am 10. April 1884 mit dem Charakter als Fähnrich in das Königlich Sächsische Heer ein. Der Sohn eines k.u.k. Rittmeisters kam dabei zum 1. Königlich Sächsisches (Leib-) Grenadier-Regiment Nr. 100. Bei diesem wurde er am 18. September 1885 zum Sekondeleutnant befördert. Am 1. April 1887 wurde er zum Königlich Sächsisches 1. Jäger-Bataillon Nr. 12 versetzt. Bei diesem wurde er am 1. April 1892 zum Premiereleutnant befördert. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1892 zur Kriegsakademie kommandiert. Dort blieb er bis zum Sommer 1895. Am 22. März 1896 kam er dann wieder zum 1. Königlich Sächsisches (Leib-) Grenadier-Regiment Nr. 100. Von diesem wurde er jetzt zum Großen Generalstab kommandiert. Am 16. September 1896 hat er Frieda von Polentz geheiratet. Am 25. Oktober 1897 wurde er wieder zum Königlich Sächsisches 1. Jäger-Bataillon Nr. 12 versetzt. Am 24. März 1898 wurde er als Vertreter des Adjutanten zur 45. Infanterie-Brigade kommandiert. Am 16. September 1898 wurde er dann zum Hauptmann befördert. Als solcher wurde er jetzt auch zum Adjutant der 45. Infanterie-Brigade ernannt. Am 19. April 1901 wurde er dann zum Kompaniechef im Königlich Sächsisches 1. Jäger-Bataillon Nr. 12 ernannt. Am 28. Oktober 1904 wurde er dann als 1. Generalstabsoffizier (Ia) in den Generalstab 40. Division versetzt. Am 20. April 1906 wurde er als solcher zum Major befördert. Am 16. April 1907 wurde er zum Kommandeur des III. Bataillons vom 5. Königlich Sächsisches Infanterie-Regiment "Kronprinz" Nr. 104 ernannt. Am 27. Januar 1911 wurde er dann zum Kommandeur des I. Bataillons vom 6. Königlich Sächsisches Infanterie-Regiment "König Wilhelm II. von Württemberg" Nr. 105 ernannt. Als solcher wurde er am 22. März 1912 zum Oberstleutnant befördert. Am 20. Juni 1912 wurde er als solcher zum Regimentsstab vom 6. Königlich Sächsisches Infanterie-Regiment "König Wilhelm II. von Württemberg" Nr. 105 versetzt. Bei Beginn des 1. Weltkrieges wurde er zum Kommandeur vom Landwehr-Infanterie-Regiment 105 ernannt. Mitte August 1914 wurde er dann zum Kommandeur vom 6. Königlich Sächsisches Infanterie-Regiment "König Wilhelm II. von Württemberg" Nr. 105 ernannt und damit Nachfolger des am 9. August 1914 bei Wittelsheim gefallenen Oberst Allmer. Die 54. Reservedivision eroberte während des großen Angriffskampfes am 30. Oktober 1914 in entschlossenem Ansturm das Schloß und den Park sowie einen Teil des Dorfes Gheluvelt, von rechts nach links etwa Hauptteil der Brigade Mühry, dabei Reserve-Infanterieregiment 245, dann Gruppe v. Hügel (Reserve-Infanterieregimenter 248, 247 242) in treuem Verein mit dem 6. Königlich Sächsisches Infanterie-Regiment "König Wilhelm II. von Württemberg" Nr. 105, dem Straßburger Sachsenregiment des XV. Armeekorps, dessen auf vielen Schlachtfeldern bewährten Kompagnien vorbildlich den jungen Truppen unter ihrem tapferen Regimentskommandeur, Oberstleutnant Freiherr v. Oldershausen, voranstürmten. Mit dem Rangdienstalter vom 20. August 1914 wurde dann zum Oberst befördert. Noch 1914 wurde ihm sowohl das Ritterkreuz als auch das Kommandeurskreuz II. Klasse des Königlich Sächsische Militär-St. Heinrichs Ordens verliehen, letzteres erhielt er als einziger im Jahr 1914. Am 3. März 1915 wurde er dann zum Chef des Generalstabes vom Generalkommando VIII. Reservekorps ernannt. Im Mai 1915 hat er dann seinen Rang als Brigadekommandeur erhalten. Ab dem 2. Juli 1916 wurde er dann zum Chef des Generalstabes der 3. Armee ernannt. Am 12. Juli 1917 starb seine erste Frau. Am 30. November 1917 wurde er zum Generalmajor befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 6. November 1917 festgelegt. Am 23. Dezember 1917 wurde ihm der Pour le merite verliehen. Ende Januar 1918 gab er seine Position als Generalstabschef beim AOK 3 ab. Er wurde dafür jetzt zum Kommandeur der sächsischen 24. Reserve-Division an der Westfront ernannt. Am 26. März 1918 wurde ihm auch das Eichenlaub zum Pour le merite verliehen. Am 5. Juni 1918 hat er sich mit Else von Haugk wieder verheiratet. Am 3. November 1918 wurde er dann zum Chef des Generalstabes der Armee-Abteilung A ernannt. Am 1. Januar 1919 wurde er mit der Führung der 32. Division beauftragt. Ab Februar 1919 wurde er als Kommandeur der 1. sächsischen Grenzjägerbrigade eingesetzt. Am 1. Oktober 1919 wurde er dann als Generalmajor in das Reichsheer übernommen. Dabei wurde er jetzt zum Chef des Stabes vom Reichswehr-Gruppenkommando 1 in Berlin ernannt. Bei der Bildung des 200.000 Mann-Übergangsheeres der Reichswehr wurde er abgelöst. Er trat danach zur Verfügung des Chefs der Heeresleitung. Am 31. Dezember 1920 wurde er nach der Bildung des 100.000 Mann-Heeres aus dem aktiven Dienst der Reichswehr verabschiedet. Dabei wurden ihm die Charakter als Generalleutnant verliehen. Nicht einmal vier Jahre später ist er bereits verstorben. Er war der ältere Bruder vom Char. Generalleutnant Erich Freiherr von Oldershausen.