Feuchtinger, Edgar

 

* 9. November 1894, Metz

† 21. Januar 1960, West-Berlin

 

Edgar Feuchtinger trat am 7. August 1914 als Fahnenjunker in die Kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum Badisches Fußartillerie-Regiment Nr. 14. Er kam dann später im 1. Weltkrieg zu diesem an die Front. Dort wurde er am 18. August 1915 zum Leutnant befördert. Das Patent wurde dabei später auf den 19. Dezember 1915 datiert. Im 1. Weltkrieg wurden ihm beide Eisernen Kreuze und andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er in das Reichsheer übernommen. Dabei kam er jetzt zum Reichswehr-Artillerie-Regiment 13. Am 1. Oktober 1920 wurde er in das Reichswehr-Schützen-Regiment 25 versetzt. Dadurch kam er bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr zum 13. (Württ.) Infanterie-Regiment. Am 1. Oktober 1921 wurde er dann für die nächsten Jahre als Batterieoffizier in das 5. Artillerie-Regiment versetzt. Sein Patent wurde auf den 1. September 1915 korrigiert. Im Frühjahr 1924 gehörte er zur Ausbildungs-Batterie in Ulm. Am 1. Oktober 1924 wurde er für die nächsten Jahre in das 2. (Preuß.) Artillerie-Regiment versetzt. Er wurde dabei zuerst bei der 8. Batterie in Itzehoe eingesetzt. Bei dieser wurde er am 1. April 1925 zum Oberleutnant befördert. Spätestens ab dem Frühjahr 1926 gehörte er dann für die nächsten Jahre zur 2. Batterie vom 2. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Stettin. Am 1. Februar 1929 wurde er dann in die Ausbildungs-Batterie vom 7. (Bayer.) Artillerie-Regiment nach Erlangen versetzt. Am 1. November 1929 wurde er dann zum Hauptmann befördert. Als solcher wurde er jetzt für die nächsten Jahre zum Chef der Ausbildungs-Batterie vom 7. (Bayer.) Artillerie-Regiment ernannt. Bei der Erweiterung der Reichswehr am 1. Oktober 1934 wurde er dann zum Batteriechef im Artillerie-Regiment Amberg ernannt. Am 1. Januar 1935 wurde er dann zur Artillerieschule nach Jüterbog versetzt. Im September 1935 war er für die Organisation der Wehrmachtsveranstaltungen beim Reichsparteitag der Freiheit in Nürnberg. Dieser stand im Zeichen der Wiedereinführung Wieder auf der Artillerieschule wurde er am 1. November 1935 zum Major befördert. 1936 gehörte er auch zum Organisationskomitee Am 1. Oktober 1937 wurde er zum Kommandeur der III. Abteilung vom Artillerie-Regiment 26 auf dem Truppenübungsplatz Wahn ernannt. Als solcher wurde er am 1. August 1938 zum Oberstleutnant befördert. In diesem Jahr verlegte er mit seiner Abteilung nach Düsseldorf. Bei der Mobilmachung wurde er zum Kommandeur vom Artillerie-Regiment 227 ernannt. Mit diesem bezog er nach der Aufstellung Stellungen im Westen. Er führte das Regiment dann im Frühjahr 1940 in den Westfeldzug. Dabei wurden ihm beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Nach dem Frankreichfeldzug wurde das Regiment dann als Besatzungstruppe in Frankreich eingesetzt. Dort wurde er am 1. August 1941 zum Oberst befördert. Erst im Herbst 1941 wurde er mit dem Artillerie-Regiment 227 an die Ostfront verlegt. Dort wurde er jetzt beim Angriff aus Nordrussland am Wolchow eingesetzt. Mitte August 1942 gab er sein Kommando ab und wurde in die Führerreserve versetzt. Im Spätherbst 1942 wurde er als Führer der Kampfgruppe A beim Unternehmen Lila eingesetzt. Dabei sollte die französische Flotte im Hafen von Toulon erobert werden. Die Masse der Kampfgruppe wurde aus Teilen der 10. Panzer-Division gebildet. Das Unternehmen war ein Fehlschlag, da der größte Teil der Flotte vernichtet wurde. Anfang April 1943 wurde er dann zum Kommandeur der Schnelle Brigade West ernannt. Am 15. Juli 1943 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Silber verliehen. Ebenfalls am 15. Juli 1943 wurde er dann durch den Ausbau seiner Brigade mit der Führung der 21. Panzer-Division beauftragt. Damit bekam er als ein Mann ohne Erfahrung im Führen von Panzerverbänden die Führung einer Panzerdivision anvertraut. Am 1. August 1943 wurde er zum Generalmajor befördert. Als solcher wurde er jetzt auch zum Kommandeur der 21. Panzer-Division ernannt. Sein Verband war der bei der alliierten Landung in der Normandie am nächsten befindliche Panzerverband. Er selbst befand sich am Tag der Landung aber nicht in seinem Hauptquartier sondern in Paris. Er kam dann mit seiner Geliebten zurück in sein Hauptquartier. In den folgenden Tagen schlugen die Gegenangriffe der Division nicht völlig durch und seine Unfähigkeit beim Führen einer Panzer-Division kam an das Licht. So brach er wegen falscher Vermutungen einen Angriff gegen die Alliierten Brückenköpfe ab. Am 6. August 1944 wurde ihm sogar das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 20. August 1944 wurde er zum Generalleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. August 1944 festgelegt. Als seine 21. Panzer-Division Ende 1944 im Raum Saarlautern wieder in schweren Kämpfen stand, befand er sich mit seiner Geliebten auf Unterkunftssuche in Celle. Am 5. Januar 1945 wurde er verhaftet und im Wehrmachtgefängnis Torgau eingesperrt. Ihm wurde wegen Bereicherung an jüdischen Vermögen durch illegalen Verkauf von Pelzen, dem Entzug dreier Unteroffiziere vom Kriegsdienst, der Zweckentfremdung von Wehrmachtseigentum und der Mitteilung von militärischen Geheimnissen an seine südamerikanische Geliebte. Im März 1945 wurde er zum Tode verurteilt. Die Strafe wurde dann reduziert zum Verlust aller Ränge und Frontbewährung. Er wurde dazu als Kanonier nach Seelow zur 20. Panzer-Grenadier-Division kommandiert. Er widersetzte sich diesem Befehl und tauchte bis Kriegsende unter. Im Mai 1945 ergab er sich als General den britischen Truppen. Er blieb dann bis Ende August 1947 in britischer Gefangenschaft.

Nach der Entlassung gab er sich dann als Opfer der NS-Justiz aus, wodurch er den höchsten Satz einer Generalspension erhielt. Er verdingte sich jetzt in der Industrie. Dann wurde er ab 1953 vom GRU dazu erpresst, Informationen zur deutschen Wiederaufrüstung zu liefern. Er nahm daher Kontakte zu hohen Militärs der zukünftigen Bundeswehr auf. Die nächsten Jahre übermittelte er sehr viele Unterlagen an den GRU. Bei einer weiteren Reise zur Übergabe in Berlin erlitt er im Zug Anfang 1960 einen Schlaganfall. An diesem ist er dann in West-Berlin verstorben.


Ritterkreuz (6. August 1944)