Baade, Ernst-Günther

 

* 20. August 1897, Falkenhagen

† 8. Mai 1945, Bad Segeberg

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Ernst-Günther Baade meldete sich 1914 im Alter von 17 Jahren als Kriegsfreiwilliger bei der Kaiserlichen Armee. Er kam dabei zum 2. Pommersches Ulanen-Regiment Nr. 9. Nachdem er sich an der Ostfront ausgezeichnet hatte, wurde er zum Offiziersanwärter ausgewählt. Er kam dann zum 1. Hannoversches Dragoner-Regiment „König Karl I. von Rumänien“ Nr. 9. Bei diesem wurde er am 22. August 1916 zum Leutnant befördert. Das Patent wurde dabei auf den 10. September 1916 datiert. Ab dem Frühjahr 1917 wurde er dann noch bei verschiedenen Einheiten eingesetzt. 1918 wurde er an die Westfront versetzt und durch einen Gas-Angriff verwundet. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen auch noch andere Auszeichnungen verliehen. Bei der Bildung des 200.000 Mann-Übergangsheeres der Reichswehr im Frühjahr 1920 wurde er in die Reserve entlassen. Bereits 1924 wurde er als Leutnant wieder in die Reichswehr eingestellt. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Dezember 1918 festgelegt. Er kam jetzt zur 4. (Preuß.) Eskadron vom 14. Reiter-Regiment nach Schleswig. Am 1. Dezember 1925 wurde er zum Oberleutnant befördert. Als solcher wurde er jetzt die nächsten Jahre in der 1. (Mecklenb.) Eskadron vom 14. Reiter-Regiment in Ludwigslust eingesetzt. 1928/29 wurde er wieder zur 4. (Preuß.) Eskadron vom 14. Reiter-Regiment nach Schleswig versetzt. Am 1. Oktober 1929 wurde er dann für die nächsten Jahre in die Ausbildungs-Eskadron vom 10. (Preuß.) Reiter-Regiment nach Züllichau versetzt. Ab dem 1. Oktober 1932 wurde er für zwei Jahre als Ausbilder an die Kavallerieschule kommandiert. Am 1. August 1933 wurde er zum Rittmeister befördert. Bei der Erweiterung der Reichswehr erhielt Baade am 1. Oktober 1934 sein erstes Truppenkommando. Er wurde zum Chef der 1. Schwadron vom Reiter-Regiment Rathenow ernannt. Bei der Enttarnung der Verbände wurde er am 15. Oktober 1935 zum Chef der 1. Schwadron vom Reiter-Regiment 3 ernannt. Durch die Umbenennung des Regiments wurde er dann im Jahr 1936 zum Chef der 1. Schwadron vom Kavallerie-Regiment 3 ernannt. Am 1. August 1937 wurde er zum Major befördert. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg im Sommer wurde er als Major zum Kommandeur der Aufklärungs-Abteilung 17 ernannt. Diese Abteilung führte er dann zuerst im Polenfeldzug ins Gefecht. Dabei wurde ihm die Spange zum Eisernen Kreuz 2. Klasse verliehen. Nach dem Polenfeldzug wurde Baade zum Kommandeur der I. Abteilung vom Reiter-Regiment 22 ernannt. Als solcher wurde er am 1. März 1940 zum Oberstleutnant befördert. Diese führte er dann im Frühjahr 1940 im Westfeldzug. Dabei wurde ihm die Spange zum Eisernen Kreuz 1. Klasse verliehen. Bei den Kämpfen um La Rochelle im Juni 1940 wurde er schwer verwundet. Erst Mitte 1941 kehrte er zur Truppe zurück. Er führte die Abteilung dann im Sommer 1941 in den Ostfeldzug. Mitte August 1941 wurde er erneut verwundet. Am 2. November 1941 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Am 1. Dezember 1941 wurde er zum Kommandeur vom Kradschützen-Bataillon 4 ernannt. Am 6. März 1942 gab er sein Kommando über das Kradschützen-Bataillon 4 ab und wurde in die Führerreserve versetzt. Am 16. März 1942 wurde er zum Oberst befördert, wobei sein Rangdienstalter auf den 1. April 1942 festgelegt wurden. Als solcher wurde er dann zur Einweisung als Regimentskommandeur nach Afrika zur 15. Panzer-Division versetzt. Hier übernahm er dann Mitte April 1942 das Kommando über das Schützen-Regiment 115. Im Juni 1942 wurde sein Regiment in schwere Abwehrkämpfe verwickelt, in deren Verlauf Oberst Baade mehrmals erfolgreiche Gegenangriffe führte. Im Anschluss nahm das Regiment am Sturm auf Bir Hacheim teil. Für die erfolgreiche Eroberung der Festung wurde ihm am 27. Juni 1942 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Auch bei der Umbenennung des Regiments zum Panzer-Grenadier-Regiment 115 blieb er weiter der Kommandeur. Wenige Wochen später wurde Baade bei den Kämpfen um El Alamein durch Granatsplitter verwundet und musste nach Rom ins Lazarett geflogen werden. Nach seiner Genesung wurde er im Dezember 1942 zum Oberkommando der italienischen Armee kommandiert und dort Stabsoffizier beim deutschen Generalkommando. Nach der Landung der Alliierten auf Sizilien und dem anschließenden deutschen Rückzug wurde Baade im Mai 1943 Kommandeur der Messina-Straße und damit Verantwortlicher für die Evakuierung der deutschen Verbände aus Sizilien. Bei den weiteren Rückzugskämpfen in Italien übernahm Baade im Herbst 1943 stellvertretend das Kommando über die 15. Panzer-Grenadier-Division. Danach wurde er wieder in die Führerreserve versetzt. In dieser führte er im November 1943 stellvertretend die 65. Infanterie-Division. Im Anschluss führte er an Ende 1943 die 90. Panzer-Grenadier-Division während der schweren Kämpfe am Monte Cassino. Am 7. Februar 1944 wurde ihm wegen persönlicher Tapferkeit bei den schweren Kämpfen das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Im März 1944 wurde Baade zum Generalmajor befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Februar 1944 festgelegt. Damit wurde er jetzt zum Kommandeur der 90. Panzer-Grenadier-Division ernannt. Am 8. Februar 1944 wurde er namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "In den harten mehrtägigen Abwehrkämpfen nordwestlich Cassino hat sich die 44. Reichsgrenadierdivision "Hoch- und Deutschmeister" unter Führung des Generalleutnants Franek mit einem unterstellten Bataillon des Grenadierregiments (mot.) 8 und einer Kampfgruppe unter Führung des Oberst Baade besonders ausgezeichnet." Im Mai 1944 wurde ihm die Auszeichnung persönlich im Führerhauptquartier in Rastenburg verliehen. Am 27. Mai 1944 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "In den Kämpfen der letzten Tage hat sich die schon bei Cassino bewährte 90. Panzergrenadierdivision unter Führung von Generalmajor Baade mit unterstellten Verbänden des Heeres und der Luftwaffe erneut besonders ausgezeichnet." Nach den schweren Abwehrkämpfen im Sacco-Tal wurde er am 20. September 1944 zum Generalleutnant befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. August 1944 festgelegt. Für die Leistung seiner 90. Panzer-Grenadier-Division erhielt er am 16. November 1944 die Schwerter zum Ritterkreuz mit Eichenlaub verliehen. Anfang Dezember 1944 gab er sein Kommando ab und wurde erneut in die Führerreserve versetzt. Anfang 1945 wurde er dann zum Lehrgang für Kommandierende Generale kommandiert. Am 1. März 1945 kehrte er dann als Führer des LXXXI. Armeekorps an die Front zurück. Kurz darauf wurde er für ein paar Tage auch zum Kampfkommandant von Köln ernannt. Bei Kriegsende wurde Baade auf einer Dienstfahrt von einem Jagdbomber angegriffen und schwer verwundet. Er verstarb am Tag der Kapitulation der deutschen Wehrmacht im Lazarett in Bad Segeberg. Er trug auch 1 Sonderabzeichen für Panzervernichtung durch Einzelkämpfer.

 

Ritterkreuz (27. Juni 1942) Eichenlaub (22. Februar 1944) Schwerter (16. November 1944)

 

Literatur und Quellen:
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 4 Bände, Bad Friedrichshall, 1996 / 1997
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 9 Bände, 4. überarbeitete Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011
Dermot Bradley: Die Generale des Heeres 1921-1945 Band 1 Abberger-Bitthorn, Biblio Verlag, Osnabrück 1993