Andrae, Alexander

 

* 27. April 1888, Kösling (Kreis Leobschütz)

† 3. April 1979, Wiesbaden

 

Alexander Andrae trat am 17. Juni 1906 als Fahnenjunker in die Kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum 2. Brandenburgisches Feldartillerie-Regiment „General-Feldzeugmeister“ Nr. 18. Bei diesem wurde er dann nach dem Besuch der Kriegsschule am 27. Januar 1908 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 22. Juli 1906 datiert. Am 1. Oktober 1913 wurde er dann zum Abteilungsadjutant im 2. Brandenburgisches Feldartillerie-Regiment „General-Feldzeugmeister“ Nr. 18 ernannt. Am 1. März 1914 wurde er dann zum Regimentsadjutant von seinem Regiment ernannt. In dieser Funktion zog er dann bei Beginn des 1. Weltkrieges Anfang August 1914 mit dem 2. Brandenburgisches Feldartillerie-Regiment „General-Feldzeugmeister“ Nr. 18 an die Front. Am 28. November 1914 wurde er zum Oberleutnant befördert. Im Frühjahr 1915 wechselte er dann als Adjutant zur 56. Feldartillerie-Brigade unter Oberst Rudolf von Horn. Als solcher wurde er dann am 18. Dezember 1915 zum Hauptmann befördert. Im Herbst 1916 wechselte er dann in den Generalstabsdienst. 1917 wurde er als solcher längere Zeit beim XVI. Armeekorps eingesetzt. Ab Ende 1917 wurde er dann beim Generalgouvernement Antwerpen eingesetzt. Zum Ende des Sommers 1918 kam er dann zum Gardekorps. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm unter anderem auch beide Eisernen Kreuze verliehen. Nach dem Krieg wurde er dann als Hauptmann in das Reichsheer übernommen. Dabei wurde er anfangs als Generalstabsoffizier beim Infanterieführer der Reichswehr-Brigade 6 eingesetzt. Ende Januar 1920 wurde er aus der Reichswehr verabschiedet. Am 1. Februar 1920 trat er dann in den Polizeidienst über. Dort wurde er zunächst bei der Sicherheitspolizei in Schleswig-Holstein eingesetzt. Bereits 1921 wurde er dann zum Major der Polizei befördert. Als solcher wechselte er dann im Herbst 1922 zur Schutzpolizei nach Cottbus. Ab dem Sommer 1925 wurde er dann auf der Höheren Polizeischule in Potsdam-Eiche eingesetzt. Anfang 1927 wechselte er dann für mehrere Jahre nach Berlin. 1933 wurde er dann zum Oberstleutnant der Polizei befördert. Bereits im Frühjahr 1934 wurde er zum Oberst der Polizei befördert. Als solcher wurde er dann zum Kommandeur der Landespolizei in Stettin ernannt. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er dann im Jahr 1935 in das Heer übernommen. Dabei wurde er dann zunächst zum Stab vom Artillerie-Regiment Stettin ernannt. Bei der Enttarnung der Verbände kam er dann als Oberst zum Stab vom Artillerie-Regiment 12 nach Schwerin. Am 1. August 1936 trat er dann zur Luftwaffe über. Zuerst absolvierte er dann einen Beobachterkurs an der Fliegerschule Braunschweig. Am 1. November 1936 wurde er dann zum Kommandeur der Luftkriegsschule ernannt. Diese Position übte er dann beständig die nächsten Jahre aus. Als solcher wurde er am 1. Januar 1938 zum Generalmajor befördert. Als solcher wurde er dann ab dem 1. Februar 1938 noch zusätzlich als Inspekteur des Erziehungs- und Ausbildungswesens der Luftwaffe eingesetzt. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg im Sommer 1939 gab er sein Kommando ab. Er wurde dafür zum Kommandeur vom Luftgau-Stab z.b.V. 17 in Polen ernannt. Ende September 1939 gab er sein Kommando wieder ab. Er wurde dafür wieder zum Kommandeur der Luftkriegsschule ernannt. Gleichzeitig übernahm er wieder die Aufgabe als Inspekteur des Erziehungs- und Ausbildungswesens der Luftwaffe. Am 1. Januar 1940 wurde er dann zum Generalleutnant befördert. Im Frühjahr 1940 wurde er dann zum Kommandeur vom Luftgaustab z.b.V. 300 ernannt und mit diesem dann in Dänemark eingesetzt. 1941 wurde er dann durch die Umbenennung seines Stabes zum Kommandeur vom Luftgaustab z.b.V. 2 ernannt. Zum Ende des Frühjahrs 1941 gab er sein Kommando ab und wurde dafür zum Kommandeur vom Luftwaffenstab Kreta ernannt. Als solcher wurde er am 1. Juli 1941 zum General der Flieger befördert. Als solcher wurde er dann Mitte Juli 1941 zum Kommandant der Festung Kreta ernannt. Ende August 1942 gab er sein Kommando an Generalmajor Bruno Bräuer ab und wurde dafür in das Reichsluftfahrtministerium (RLM) versetzt. Dort wurde er dann als Offizier z.b.V. eingesetzt. Am 31. Mai 1943 wurde er aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Dies geschah angeblich, weil er sich geweigert hatte, Görings Befehl, zum Tode Verurteilte seien nicht mehr zu erschießen, sondern zu erhängen, durchzuführen. Im April 1945 trat er dann als General der Artillerie wieder in den Dienst des Heeres. Er kam dabei als General z.b.V. zum Oberkommando der 4. Panzerarmee. Bei Kriegsende geriet er dann im Mai 1945 in Gefangenschaft. Er wurde dann an Griechenland ausgeliefert. Nachdem er ohne Verhör elf Monate in Untersuchungshaft gesessen hatte, wurde er im Dezember 1947 als Kriegsverbrecher vor Gericht gestellt. Obwohl er in den meisten Anklagepunkten freigesprochen wurde, und in den übrigen ihm zur Last gelegten Fällen ein sicherer Beweis nicht erbracht werden konnte, bzw. die Tat durch internationales Kriegsrecht als gerechtfertigt angesehen werden konnte, verurteilte ihn ein Kriegsgericht am 22. Dezember 1947 zu vierfach lebenslänglicher Haft. Dabei ging es vor allem um die Exekution von 50 teilweise namhaften Geiseln am 14. Juni 1942 als Reaktion auf Sabotageakte, u.a. gegen den Flughafen Heraklion. Seine Nachfolger als Kommandant von Kreta, General der Fallschirmtruppe Bruno Bräuer und General der Infanterie Friedrich-Wilhelm Müller, wurden beide zum Tode verurteilt und am 20. Mai 1947, dem sechsten Jahrestag der deutschen Invasion, auch erschossen. Nach anderen Angaben wurde er ebenfalls anfangs zum Tode verurteilt, aber seine Strafe dann noch vor der Vollstreckung herabgesetzt. Nach der Urteilsverkündung verbüßte er seine Strafe im Aweroff-Gefängnis in Athen. Ende 1951 wurde er durch den griechischen König begnadigt. Dabei wurde seine Strafe auf vier Jahre Gefängnis reduziert. Mitte Januar 1952 wurde er entlassen und traf Ende Februar 1952 wieder in Deutschland ein. In der Folge wurde er Mitbegründer der Deutschen Reichspartei.