93. Infanterie-Division

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Feldpostnummer des Divisions-Kommandos: 00014

 

1. Einsatz und Unterstellung:

Die 93. Infanterie-Division wurde am 17. September 1939 auf dem Truppenübungsplatz Jüterbog als Division 5. Welle aufgestellt. Die Division wurde mit tschechischem Gerät ausgestattet. Zusätzlich zu den Einheiten des WK III kamen Offiziere und Mannschaften des WK X und die SA-Standarte Feldherrenhalle, aus der das III./271 gebildet wurde. Die drei Infanterie-Regimenter hatten eine 13. schwere Granatwerfer-Kompanie anstelle der normalen IG-Kompanie. Diese Granatwerfer-Kompanien wurden 1941 durch drei IG-Kompanien der 208. Infanterie-Division ersetzt.

Nach der beendeten Aufstellung verlegte die Division in die Saarpfalz zur Sicherung der Westgrenze. Zu Beginn des Westfeldzuges verblieb die Division in ihren Stellungen und nahm im Juni 1940 am Durchbruch durch die Maginotlinie bis Epinal teil. Nach dem Frankreichfeldzug wurde die Division bis auf die Stammtruppen vom 26. August 1940 bis zum 14. Februar 1941 beurlaubt.
Nach der Wiedereinberufung der Division wurde die Division als Besatzungstruppe nach Frankreich verlegt. Nach Beginn des Rußlandfeldzuges verlegte die Division Ende Juni / Anfang Juli 1941 an die Ostfront. Über Wesenberg, Narwa und durch die Luga-Stellung marschierte die Division bis vor Leningrad. Von Oktober 1941 bis März 1942 lag die Division am Oranienbaumer Kessel. Im Mai 1942 verlegte die Division an den Wolchow und an die Tigoda nördlich des Ilmensees, wo es zu schweren Stellungskämpfen kam. Von August bis November 1942 wurde die Division dann am Lowat südwestlich von Cholm eingesetzt. Von Dezember 1942 bis Februar 1943 folgten Kämpfe im Raum Welikije Luki. Anschließend wurde die Division während des Großteils des Jahres 1943 am Lowat südlich von Cholm eingesetzt. Am 17. Februar 1943 wurde das Grenadier-Regiment 271 "Feldherrenhalle" zur Neuaufstellung der 60. Infanterie-Division abgegeben. Am 22. September 1943 wurde das Grenadier-Regiment 273 aus den beiden Regimentern neu gebildet, die Division wurde in eine Division neuer Art 44 umgewandelt. Ab Dezember 1943 kämpfte die Division im Raum Newel und zog sich im März 1944 in den Raum südlich von Pleskau zurück. Sie rückte in die "Panther"-Stelung östlich von Opotschka ein. Im Juli folgte der Rückzug durch Lettland bis nach Riga. Ab August folgten Abwehrkämpfe an der Kurländischen Aa. Von Oktober 1944 bis Februar 1945 zog sich die Division anschließend in den Raum nordwestlich von Mitau und über Libau ins Samland zurück. Nach verlustreichen Kämpfen vor Königsberg mußten sich die Reste der Division in den Raum Fischhausen-Pillau zurückziehen. Die Reste der Division kamen auf Hela in russische Gefangenschaft.

 

1939

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
17. September z. Vfg.   stellv. Gen.Kdo. III. AK Heimat
4. November z.Vfg.   C Heimat
17. November z.Vfg. 1. Armee C Saarpfalz
14. November XXX 1. Armee C Saarpfalz

1940

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
1. Januar XXX 1. Armee C Saarpfalz
20. Mai XII 1. Armee C Saarpfalz
Juni XXX 1. Armee C Maginotlinie, Epinal
Juli z. Vfg. BdE     Heimat
August beurlaubt     Heimat

1941

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar beurlaubt     Heimat
14. Februar Höh. Kdo. z.b.V. XXII 9. Armee A Frankreich
Mai XXXII 15. Armee D Frankreich
2. Juli Befh. d. rückw. Heeresgebietes Nord   Nord Nordrußland
4. August XXVI 18. Armee Nord Leningrad

1942

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
1. Januar XXVI 18. Armee Nord Leningrad
30. April I. 18. Armee Nord Leningrad
10. Mai XXVII 18. Armee Nord Wolchow, Cholm
3. November Brandenberger 18. Armee Nord Wolchow, Cholm
27. November Tiemann 18. Armee Nord Welikije Luki

1943

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
1. Januar Tiemann 16. Armee Nord Welikije Luki
27. Februar II 16. Armee Nord Lowat, Cholm

1944

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar II 16. Armee Nord Cholm, Pleskau
Mai VI. SS 16. Armee Nord Opotschka
Juli L 18. Armee Nord Lettland
August Kleffel 16. Armee Nord Kurland
November VI. SS 16. Armee Nord Kurland

1945

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar VI. SS 16. Armee Nord Kurland
Februar IX Samland Nord Samland
April IX Ostpreußen   Hela

 

2. Divisionskommandeure:

17. September 1939 General der Pioniere Otto Tiemann

1. Mai 1943 Generalleutnant Gottfried Weber

31. Mai 1943 General der Pioniere Otto Tiemann

September 1943 General der Artillerie Horstvon Mellenthin

1. Oktober 1943 Generalleutnant Karl Löwrick

20. Juni 1944 Generalleutnant Erich Hofmann

27. Juli 1944 Oberst Hermann

1. September 1944 Generalmajor Kurt Domansky

 

3. Gliederung:

93. Infanterie-Division 1939:

Infanterie-Regiment 270

Infanterie-Regiment 271 "Feldherrenhalle"

Infanterie-Regiment 272

Artillerie-Regiment 193

Pionier-Bataillon 193

Panzerabwehr-Abteilung 193

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 193

Infanterie-Divisions-Nachschubführer 193

 

93. Infanterie-Division 1943:

Grenadier-Regiment 270

Grenadier-Regiment 272

Grenadier-Regiment 273

Feldersatz-Bataillon 193

Divisions-Füsilier-Bataillon (AA) 93

Artillerie-Regiment 193

Pionier-Bataillon 193

Panzerjäger-Abteilung 193

Infanterie-Divisions-Nachrichten-Abteilung 193

Infanterie-Divisions-Nachschubführer 193

 

4. Literatur und Quellen:

Der Weg der 93. Infanterie-Division 1939 - 1945, Hrsg. Kameradschaft ehemaliger Angehöriger der 93. Infanterie-Division, 1956 (Erweiterte Neuauflage 1994)

Rudolf Treffer: Semper Talis: Die 93. Infanterie-Division 1939 - 1945 - zur Erinnerung an eine tapfere Division, Selbstverlag, Euskirchen 1986

Dieter Bettinger: Der Einsatz der 93. Infanterie-Division im Westen 1939 - 1940, ca. 1980

Rudolf Treffer: Geschichte des Artillerie-Regiments 193 im Verband der 93. Infanterie-Division 1939 - 1945, Eigenverlag, Euskirchen 1988

Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945, Band 6: Die Landstreitkräfte. Nr. 71-130. 2. Auflage. Osnabrück 1979