Unger, Richard Robert German

 

* 13. Juli 1891, Stettin

† 7. Juni 1961, Aachen

 

 

German Unger war der älteste Sohn des Feuerwerksoffizier Richard Robert Berthold Unger und dessen Ehefrau Anna Charlotte Germann, geborene Werth. Er trat nach seiner Kadettenausbildung mit dem Charakter als Fähnrich am 24. März 1909 in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum 4. Magdeburgisches Infanterie-Regiment Nr. 67. Bei diesem wurde er nach dem Besuch der Kriegsschule am 22. August 1910 zum Leutnant befördert. Als solcher wurde er dann anfangs als Kompanieoffizier in der 4. Kompanie vom 4. Magdeburgisches Infanterie-Regiment Nr. 67 in Metz eingesetzt. Im Frühjahr 1913 gehörte er in gleicher Funktion zur 3. Kompanie seines Regiments am gleichen Standort.  Ab dem 1. Januar 1914 wurde er dann für ein halbes Jahr zur Militär-Turnanstalt kommandiert. Im Frühjahr 1914 gehörte er zur 9. Kompanie seines Regiments. Bei Beginn des 1. Weltkrieges wurde er dann zum Kraftfahr-Offizier beim Gouvernement Metz ernannt. Ab dem 17. August 1914 wurde er dann als Zug- und Kompanieführer in das 4. Magdeburgisches Infanterie-Regiment Nr. 67 zurück versetzt. Am 1. September 1914 kam er dann verwundet ins Lazarett. Anfang Dezember 1914 kam er dann zum Ersatztruppenteil vom 4. Magdeburgisches Infanterie-Regiment Nr. 67. Ende des Jahres absolvierte er ab dem 23. Dezember 1914 seine Pilotenausbildung bei der Flieger-Ersatz-Abteilung 5 (FEA 5) in Hannover. Ab Anfang Juni 1915 wurde er dann fast ein Jahr bei der noch recht jungen Feld-Flieger-Abteilung 63 als Flugzeugführer eingesetzt. Dabei wurde er am 27. Januar 1916 zum Oberleutnant befördert. Anfang April 1916 wurde er dann zur Feld-Flieger-Abteilung 64 als Offizier z.b.V. versetzt. Ab Ende Dezember 1916 wurde er dann als Abteilungsleiter Fliegerausbildung bei der Inspektion der Fliegertruppe eingesetzt. Auch in dieser Funktion wurde er wieder ein Jahr eingesetzt. 1917 hat er in Coburg das erste Mal geheiratet. Am 1. Januar 1918 wurde er dann zum Leiter der Militärflugschule Leipzig-Lindenthal der Deutschen Flugzeugwerke GmbH. Am 23. März 1918 wechselte aus dem aktiven Offizierskorps zur Reserve über. Von Dezember 1918 bis März 1919 wurde er dann mit der Schließung seiner Militärflugschule beauftragt. Danach wurde er am 31. März 1919 aus der Armee verabschiedet.

Danach arbeitete er dann anfangs als Briefmarkenhändler in Coburg. Dabei wurde er von 1921 bis 1924 als Führer der Kreisschützen-Einheit Coburg bei der bayerischen Heimwehr eingesetzt. Danach kam er dann 1924 nach Berlin. Ab dem 1. September 1927 wurde er dann als Sachverständiger beim Flugplatzausschuss und geschäftsführender Vorsitzender vom Luftfahrtverein Aachen eingesetzt. Am 1. Mai 1930 wurde er dann zum Flugplatzleiter der Flughafen GmbH Aachen ernannt. Am 30. November 1931 trat er in die NSDAP ein und erhielt die Mitgliedsnummer 693062. Ab 1932 wurde er dann zwei Jahre in verschiedenen Funktionen in der Luftfahrt eingesetzt. 1932 wohnte er in der Hauptstraße 72 in Berlin-Lichtenberg. 1932 hat er in Berlin-Lichtenberg das zweite Mal geheiratet. Seine Braut war die fast zwölf Jahre jüngere Brunhilde Minna Augusthe Meba Karl. Am 13. April 1933 trat er in die SA ein. Ab dem 1. Januar 1934 wurde er dann als Adjutant der Höhenflugzentrale des Deutschen Wetterdienstes in Lechfeld als Angestellter eingesetzt. Am 1. April 1934 trat er dann als Hauptmann in die junge Luftwaffe ein. Am 1. Juni 1935 wurde er zum Major befördert. Vorerst blieb er weiter als Adjutant bei der Fliegerschule Lechfeld. Am 1. Januar 1936 wurde er dann zum Kompaniechef bei der Flieger-Ausbildungs-Abteilung Neustrelitz ernannt. Am 1. April 1936 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Am 1. April 1937 wurde er zum Kommandeur vom Flieger-Ausbildungs-Regiment 13 ernannt. Dieses Kommando behielt er dann die nächsten drei Jahre. Am 1. August 1938 wurde er zum Oberst befördert. Ab dem 1. April 1940 bis zum Januar 1943 wurde er dann als Flughafenbereichs-Kommandant 3/VIII eingesetzt. Damit war er für den Bereich Krakau und Krosno zuständig. Am 1. Juni 1941 wurde er in dieser Funktion zum Generalmajor befördert. Im Januar 1943 wurde er dann zum General der Luftwaffe im Kuban-Brückenkopf ernannt. Im Juni 1943 wurde er dann zum Kommandeur der Luftflottentruppen bei der Luftflotte 1 ernannt. Als solcher wurde er am 1. November 1943 zum Generalleutnant befördert. Am 1. April 1944 wurde er dann als General z.b.V. zum Feldluftgau-Kommando XXV versetzt. Am 1. Oktober 1944 wurde er dann nach der Auflösung des Stabes in die Führerreserve OKL versetzt. Er erhielt dann kein weiteres Kommando mehr zugewiesen. 1944 beantragte er seine Verabschiedung, da ihm eine wichtiger Posten im SA-Führungsstab angeboten worden sei. Am 28. Februar 1945 wurde er endgültig aus der Wehrmacht verabschiedet. Seine zweite Ehe ist durch das am 19. Oktober 1948 rechtskräftig gewordene Urteil des Landgerichts Kempten/Allgäu geschieden wurden. 1955 wohnte er in der Thomashofstraße 2 in Aachen. 1959 wohnte er in der Dunantstraße 11/13 in Aachen. Nur wenig später ist er auch in Aachen gestorben. Seine nächstjüngere Schwester war die am 5. November 1892 in Stettin geborene Anna Maria Charlotte Dorothea Unger. Eine weitere jüngere Schwester war die am 17. September 1895 in Spandau geborene Marie Anna Charlotte Hildegard Unger. Sein jüngerer Bruder war der am 16. September 1898 in Spandau geborene Heinrich Otto Karl Wilhelm Unger.