Thomas, Kurt Georg Gottfred

 

* 2. März 1896, Bünde, Kreis Herford / Westfalen

† 5./6. Mai 1943, über dem Mittelmeer (vermisst)

BArch Pers 6/958 im Jahr 1922 als Leutnant

 

Kurt Thomas war der Sohn vom Königlichen Oberlandmesser und Major der Reserve a.D. Heinrich Thomas und dessen Ehefrau Johanna Wilhelmine Christine, geborene Beckmann. Er trat kurz nach Beginn des 1. Weltkrieges am 15. August 1914 als Kriegsfreiwilliger in die Preußische Armee ein. Er kam dabei zum Ersatz-Bataillon vom Hannoversches Pionier-Bataillon Nr. 10. Dort wurde er am 29. August 1914 vereidigt. Am 31. Oktober 1914 kam er dann zum II./Hannoversches Pionier-Bataillon Nr. 10 an die Front. Am 4. Dezember 1914 wurde er zur Fähnrichsprüfung zugelassen, daher wurde er am 23. Dezember 1914 wieder zum Pionier-Ersatz-Bataillon Nr. 10 versetzt. Seine Ernennung zum Fahnenjunker erfolgte am 6. Februar 1915. Das Fähnrichsexamen hat er am 15. Februar 1915 bestanden. Daraufhin wurde er am 29. März 1915 zum Fahnenjunker-Unteroffizier befördert. Am 20. April 1915 wurde er zur 1. Reserve-Pionier-Kompanie vom II./Hannoversches Pionier-Bataillon Nr. 10 an die Front überwiesen. Vom 29. April 1915 bis zum 25. Mai 1915 wurde er bei der Übungs-Kompanie für Reserve-Offiziers-Aspiranten des Bataillons verwendet. Danach wurde er am 14. Juli 1915 zum Fähnrich befördert. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde ihm am 25. Juli 1915 verliehen. Vom 11. August 1915 bis 9. September 1915 wurde er zum Offizier-Anwärter-Kurs nach Anklam kommandiert. Nach seiner Rückkehr wurde er am 22. September 1915 zur 2. Reserve-Pionier-Kompanie versetzt. Am 7. Oktober 1915 wurde er zum Leutnant, vorläufig ohne Patent, befördert. Vom 6. November 1915 bis zum 11. Dezember 1915 wurde er als Nahkampfmittellehrer zum Reserve-Feldartillerie-Regiment 19 und zu den Infanterie-Regimentern 73, 74, 78 und Reserve-Infanterie-Regiment 92 kommandiert. Vom 12. Dezember 1915 bis zum 6. März 1916 wurde er wieder bei der 2. Reserve-Pionier-Kompanie verwendet. Vom 7. März 1916 bis zum 13. März 1916 wurde er zum Sturm-Abteilung Rohr kommandiert. Vom 14. März 1916 bis zum 25. März 1916 war er wieder bei der 2. Reserve-Pionier-Kompanie im Einsatz. Auch vom 18. April 1916 bis zum 24. Juli 1916 war er wieder bei der 2. Reserve-Pionier-Kompanie. Ab dem 25. Juli 1916 wurde er als Technischer Berater bei der 39. Reserve-Infanterie-Brigade verwendet. Vom 6. Oktober 1916 bis zum 11. Dezember 1916 war er wieder bei der 2. Reserve-Pionier-Kompanie im Einsatz. Vom 12. Dezember 1916 bis zum 19. Dezember 1916 wurde er wieder zur Sturm-Abteilung Rohr beim AOK 5 kommandiert. Vom 20. Dezember 1916 bis zum 17. März 1917 war er wieder bei der 2. Reserve-Pionier-Kompanie. Daran anschließend wurde er am 18. März 1917 in die 1. Reserve-Pionier-Kompanie versetzt. Vom 24. April 1917 bis zum 2. Mai 1917 wurde er als stellvertretender Kompanieführer zur 2. Kompanie kommandiert. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde ihm am 26. April 1917 verliehen. Vom 3. Mai 1917 bis zum 4. Juni 1917 wurde er als stellvertretender Kompanieführer bei der 1. Reserve-Pionier-Kompanie verwendet. Vom 4. Juni 1917 bis zum 16. Juni 1917 wurde er als stellvertretender Kompanieführer bei der 2. Reserve-Pionier-Kompanie verwendet. Am 14. September 1917 wurde er als Ordonanzoffizier zum Stabe des Pionier-Bataillon 319 kommandiert. Ab dem 10. November 1917 wurde er als stellvertretender Adjutant beim Bataillonsstab vom Pionier-Bataillon 319 verwendet. Am 17. Dezember 1917 wurde er als Adjutant zum Stab vom Pionier-Bataillon 319 versetzt. Am 6. Juni 1918 hat er ein Patent als Leutnant vom 22. März 1916 erhalten. Im 1. Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Außerdem wurden ihm im Ersten Weltkrieg auch beide Eisernen Kreuze verliehen. Nach dem Krieg wurde er am 23. Dezember 1918 wieder zum Hannoversches Pionier-Bataillon Nr. 10 versetzt. Im Jahr 1919 als Leutnant in das Reichsheer übernommen. Er kam am 4. Mai 1919 als stellvertretender Adjutant zum Reichswehr-Pionier-Bataillon 10. Er wurde bei diesem Bataillon auch als Kompanieführer und als Kompanieoffizier in der 2. Kompanie eingesetzt. Am 10. Oktober 1919 wurde er neu vereidigt. Von der Reichswehr-Brigade 10 wurde er am 4. Mai 1920 zum Reiter-Regiment 13 versetzt. Diesem gehörte er auch bei der Bildung vom 200.000 Mann-Übergangsheer der Reichswehr Mitte Mai 1920 an. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann in das zukünftige 13. (Preußisches) Reiter-Regiment übernommen. Bei diesem wurde er dann die nächsten Jahre als Eskadronoffizier eingesetzt. Am 14. Juni 1921 wurde er von der 3. Kavallerie-Division vom 15. Juli 1921 bis zum 15. Dezember 1921 zum III. Sportlehrgang nach Wünsdorf kommandiert. Das Deutsche Turn- und Sportabzeichen in Bronze hat er am 14. Dezember 1921 erhalten. Am 1. Juli 1922 wurde ihm ein neues Rangdienstalter als Leutnant vom 1. September 1915 (161) zugewiesen. Spätestens ab dem Frühjahr 1923 wurde er bei der Ausbildungs-Eskadron vom 13. (Preuß.) Reiter-Regiment in Hannover eingesetzt. Vom 17. März 1924 bis zum 21. März 1924 absolvierte er die Wehrkreisprüfung. Im Frühjahr 1925 gehörte er dann zur 2. Eskadron vom 13. (Preuß.) Reiter-Regiment ebenfalls in Hannover. Bei dieser wurde er am 31. Juli 1925 zum Oberleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1925 (133) festgelegt. om 1. Oktober 1926 bis zum 20. Februar 1927 wurde er zum IV. Offizier-Waffenschullehrgang zur Infanterieschule nach Dresden kommandiert. Vom 11. Oktober 1927 bis zum 8. November 1927 wurde er zum schweren MG-Lehrgang auf den Truppenübungsplatz Döberitz kommandiert. Am 1. Februar 1928 wurde er als Führer des MG-Zuges in den Regimentsstab vom 13. (Preuß.) Reiter-Regiment ebenfalls in Hannover versetzt. Vom 9. Oktober 1928 bis zum 24. Oktober 1928 wurde er zum Kampfschullehrgang B auf den Truppenübungsplatz Döberitz kommandiert. Nach nur einem Jahr wurde er wieder in die 2. Eskadron vom 13. (Preuß.) Reiter-Regiment zurückversetzt. Er wurde für die nächsten Jahre mit der Führung der Eskadron beauftragt, nachdem am 28. März 1929 die Einverständnis zur Ernennung als Eskadronchef vorlag. Vom 8. April 1929 bis zum 4. Mai 1929 war er Teilnehmer an einem Lehrgang im Kavallerie-Nachrichten- und Gefechts-Dienst beim 4. (Preuß.) Reiter-Regiment. Am 1. November 1930 (2) wurde er zum Rittmeister befördert. Als solcher wurde er jetzt auch zum Chef der 2. Eskadron vom 13. (Preuß.) Reiter-Regiment in Hannover ernannt. Vom 24. Februar 1931 bis zum 13. März 1931 wurde er zu einem Lehrgang am leichten MG auf den Truppenübungsplatz Döberitz kommandiert. Den Militär-Kraftfahrzeug-Führerschein der Klasse 3b hat er am 27. September 1932 erworben. Am 31. August 1933 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1933 als Hauptmann zum Stab der 6. (Preußische) Kraftfahr-Abteilung nach Münster in Westfalen kommandiert. Dieses Kommando war einer Versetzung gleichzusetzen. Am 1. Juli 1934 wurde er zum Kraftfahr-Kommando Kassel versetzt. Seine Vereidigung auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler erfolgte am 2. August 1934. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht gehörte er am 1. Oktober 1934 zur Kraftfahr-Abteilung Kassel. Während des nächsten Jahres wurde er zur 2. Kraftfahr-Brigade versetzt. Bei der Enttarnung der Verbände wurde er am 15. Oktober 1935 zur 3. Panzer-Brigade nach Berlin versetzt. Bei dieser wurde er dann die nächsten beiden Jahre als Brigadeadjutant eingesetzt. Er trug dabei die Uniform der Aufklärungs-Abteilung (mot.) 6. Als solcher wurde er zum 1. Dezember 1935 (46) zum Major befördert. Vom 9. Dezember 1935 bis zum 14. Dezember 1935 besuchte er einen Nachrichten-Lehrgang für Kommandeure der Kraftfahr-Kampftruppen zur Heeres- und Luftnachrichten-Schule nach Halle an der Saale kommandiert. Er erhielt am 19. Mai 1937 die Erlaubnis zur Verheiratung. Am 7. Juni 1937 hat er die über acht Jahre jüngere Gerda Marie Albertine Therese Elise Boll, Tochter vom Oberkriegsgerichtsrat und Major der Landwehr a.D. Paul Otto Max Boll, in Berlin-Wilmersdorf geheiratet. Am 12. Oktober 1937 wurde er zum ersten Kommandeur der neuen Panzer-Abteilung 65 auf dem Truppenübungsplatz Senne ernannt. Dieser Standort war nur als vorläufiger Standort vorgesehen. Später sollte er mit seiner Abteilung nach Iserlohn verlegt werden. Am 31. Dezember 1938 wurde er mit Wirkung vom 1. Januar 1939 (47) zum Oberstleutnant befördert. Bei Beginn des 2. Weltkrieges im Sommer 1939 führte er seine Panzer-Abteilung 65 im Verband der 1. leichten Division in den Polenfeldzug. Dabei wurden ihm beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Ende des Jahres 1939 gab er sein Kommando ab. Er wurde dafür am 16. Dezember 1939 mit Wirkung vom 1. Januar 1940 zum Kommandeur der Panzer-Ersatz-Abteilung 1 in Erfurt ernannt. Nach zwei Wochen gab er am 19. Januar 1940 mit Wirkung vom 15. Januar 1940 sein Kommando bereits wieder ab und wurde in die Führerreserve OKH versetzt. Dies geschah unter gleichzeitiger Kommandierung in das Führerhauptquartier (FHQ). Am 26. Januar 1940 wurde er mit Wirkung vom 22. Januar 1940 zum Führer vom Führer-Begleit-Bataillon ernannt. Am 10. Februar 1940 wurde er mit Wirkung vom 15. Februar 1940 unter Beibehalt seiner bisherigen Dienststellung als Nachfolger von Generalmajor Erwin Rommel zum Kommandant vom Führer-Haupt-Quartier (FHQ) ernannt. Dabei hatte er die Uniform der Panzer-Abteilung 65 zu tragen und der Umzug nach Berlin war durchzuführen. Seine beiden Positionen behielt er dann die nächsten Jahre. Anfänglich wurde er für den Ausbau vom "Felsennest" oberhalb von Münstereifel zuständig. Anfang Juni 1940 verlegte das FHQ nach "Wolfsschlucht I". Ab Ende Juni 1941 war er damit fast ständig für die Wolfsschanze bei Rastenburg zuständig. Am 9. November 1941 wurde er mit Wirkung vom 1. Dezember 1941 (15) zum Oberst befördert. Am 17. Dezember 1941 hat er dann ein verbessertes Rangdienstalter vom 1. Oktober 1940 (43a) erhalten. Am 28. September 1942 wurde er mit Wirkung vom 1. September 1942 in die Führerreserve OKH versetzt. Er gab sein Kommando an Oberstleutnant Gustav Streve ab. Er blieb aber für die Dauer von vsl. unter 4 Monaten zum FHQ kommandiert. Er wurde 29. November 1942 mit Wirkung vom 15. Oktober 1942 wurde er dann mit der Aufstellung der Afrika-Brigade 999 beauftragt. Am 30. März 1943 wurde er mit Wirkung vom 10. Februar 1943 bei der Erweiterung seiner Brigade zur 999. Afrika-Division mit der Führung dieses Verbandes beauftragt. Am 10. März 1943 wurde er mit Wirkung vom 1. April 1943 (17) zum Generalmajor befördert. Damit wurde er am 29. Mai 1943 mit Wirkung vom 1. April 1943 auch zum Kommandeur der 999. Afrika-Division ernannt. In der Nacht vom 5. zum 6. Mai 1943 verschwand er auf einem Mittelmeerflug zwischen Sardinien und Tunesien. Sein verkleinerter Divisionsstab wurde mit zwei Flugzeugen in dieser Nacht nach Afrika überführt und durch einen britischen Nachtjäger angegriffen. Dabei wurde sein Flugzeug abgeschossen. Am 8. September 1943 wurde er mit Wirkung vom 1. Mai 1943 nachträglich zum Generalleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Oktober 1943 (12a) festgelegt.

Aus der Ehe seiner Eltern hatte er noch eine Schwester:
Seine ältere Schwester war die am 24. Februar 1893 in Ennigloh geborene Elfriede Thomas.

 

Pers 6/301093
Pers 6/958