Thomas, Kurt

 

* 2. März 1896, Bünde / Westfalen

† 5./6. Mai 1943, über dem Mittelmeer (vermisst)

 

Kurt Thomas trat kurz nach Beginn des 1. Weltkrieges am 15. August 1914 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Der Sohn eines Oberlandmessers kam dabei zum Hannoversches Pionier-Bataillon Nr. 10. Am 31. Oktober 1914 kam er dann zum II./Hannoversches Pionier-Bataillon Nr. 10 an die Front. Dort wurde er am 14. Juli 1915 zum Fähnrich befördert. Am 7. Oktober 1915 wurde er zum Leutnant ohne Patent befördert. Im 1. Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Außerdem wurden ihm im Ersten Weltkrieg auch beide Eisernen Kreuze verliehen. Nach dem Krieg wurde er ab Dezember 1918 wieder beim Hannoversches Pionier-Bataillon Nr. 10 eingesetzt. Danach wurde er im Herbst 1919 als Leutnant in das Reichsheer übernommen. Dabei kam er Anfang April 1920 zum Reiter-Regiment 13. Diesem gehörte er auch beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 an. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann in das 13. (Preußisches) Reiter-Regiment übernommen. Bei diesem wurde er dann die nächsten Jahre als Eskadronoffizier eingesetzt. Am 1. Juli 1922 hat er dann ein Patent vom 1. September 1915 erhalten. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 wurde er dann bei der Ausbildungs-Eskadron vom 13. (Preuß.) Reiter-Regiment in Hannover eingesetzt. Im Frühjahr 1925 gehörte er dann zur 2. Eskadron vom 13. (Preuß.) Reiter-Regiment ebenfalls in Hannover. Bei dieser wurde er im Sommer 1925 zum Oberleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1925 festgelegt. 1927/28 wurde er dann in den Stab vom 13. (Preuß.) Reiter-Regiment ebenfalls in Hannover versetzt. Nach nur einem Jahr wurde er wieder in die 2. Eskadron vom 13. (Preuß.) Reiter-Regiment zurück versetzt. Er wurde für die nächsten Jahre mit der Führung der Eskadron beauftragt. Am 1. November 1930 wurde er dann zum Rittmeister befördert. Als solcher wurde er jetzt auch zum Chef der 2. Eskadron vom 13. (Preuß.) Reiter-Regiment in Hannover ernannt. Am 1. Oktober 1933 wurde er dann zum Versuchs-Kommando der 6. (Preuß.) Kraftfahr-Abteilung kommandiert. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht gehörte er am 1. Oktober 1934 zur Kraftfahr-Abteilung Kassel. Bei der Enttarnung der Verbände wurde er am 15. Oktober 1935 zur 3. Panzer-Brigade nach Berlin versetzt. Bei dieser wurde er dann die nächsten beiden Jahre als Adjutant eingesetzt. Als solcher wurde er zum 1. Dezember 1935 zum Major befördert. Am 7. Juni 1937 hat er Gerda Boll geheiratet. Am 12. Oktober 1937 wurde er zum Kommandeur der Panzer-Abteilung 65 auf dem Truppenübungsplatz Senne ernannt. Dieser Standort war nur als vorläufiger Standort vorgesehen. Später sollte er mit seiner Abteilung nach Iserlohn verlegt werden. Zum 1. Januar 1939 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Bei Beginn des 2. Weltkrieges im Sommer 1939 führte er seine Panzer-Abteilung 65 im Verband der 1. leichten Division in den Polenfeldzug. Dabei wurden ihm beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Ende des Jahres 1939 gab er sein Kommando ab. Er wurde dafür am 1. Januar 1940 zum Kommandeur der Panzer-Ersatz-Abteilung 1 in Erfurt ernannt. Nach zwei Wochen gab er sein Kommando bereits wieder ab und wurde in die Führerreserve versetzt. Am 22. Januar 1940 wurde er dann zum Kommandeur vom Führer-Begleit-Bataillon ernannt. Mitte Februar 1940 wurde er dann als Nachfolger von Generalmajor Erwin Rommel zum Kommandant vom Führer-Haupt-Quartier (FHQ) ernannt. Diese Position behielt er dann die nächsten Jahre. Anfänglich wurde er für den Ausbau vom "Felsennest" oberhalb von Münstereifel zuständig. Anfang Juni 1940 verlegte das FHQ nach "Wolfsschlucht I". Ab Ende Juni 1941 war er damit fast ständig für die Wolfsschanze bei Rastenburg zuständig. Am 1. Dezember 1941 wurde er zum Oberst befördert. Am 17. Dezember 1941 hat er dann ein Patent vom 1. Oktober 1940 erhalten. Im Sommer 1942 gab er sein Kommando an Oberstleutnant Gustav Streve ab. Anfang Oktober 1942 wurde er dann mit der Aufstellung der Afrika-Brigade 999 beauftragt. Anfang Februar 1943 wurde er dann bei der Erweiterung seiner Brigade zur 999. Afrika-Division mit der Führung dieses Verbandes beauftragt. Am 1. April 1943 wurde er zum Generalmajor befördert. Damit wurde er dann auch zum Kommandeur der 999. Afrika-Division ernannt. In der Nacht vom 5. zum 6. Mai 1943 verschwand er auf einem Mittelmeerflug zwischen Sardinien und Tunesien. Sein verkleinerter Divisionsstab wurde mit zwei Flugzeugen in dieser Nacht nach Afrika überführt und durch einen britischen Nachtjäger angegriffen. Dabei wurde sein Flugzeug abgeschossen. Am 1. Oktober 1943 wurde er nachträglich zum Generalleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Mai 1943 festgelegt.