Seifert, Johann
| * 14. Juni 1889, Wojtinell / Bezirk Radautz in der Bukowina † 11. November 1978, Schärding (Oberösterreich) |
Johann Seifert trat am 18. August 1908 nach dem Abschluss der
Infanteriekadettenschule in Königsfeld in die k.u.k. Armee über. Er trat dabei als Kadett-Offiziersstellvertreter in
das K.u.k. Mährische Infanterie-Regiment "Erzherzog Karl" Nr. 3 ein.
Bei diesem wurde er in den nächsten Jahren als Zugkommandant, Rekruteninstruktor
und Führer der Unteroffiziers-Bildungsschule eingesetzt. Dabei wurde er am 1.
Mai 1911 zum Leutnant befördert. Am 1. August 1914 wurde er zum
Oberleutnant befördert und diente zu Beginn des 1. Weltkrieges als Kompanie-Kommandant in seinem Regiment. Ab dem 27.
Februar 1917 diente er als Bataillons-Kommandant. Es folgte die Verwendung als
Regimentsadjutant und als Nachrichten-Offizier und am 1. August 1917 folte die
Beförderung zum Hauptmann. Am 16. November 1918 wurde er als hocjausgezeichneter
Offizier zur Depotwache
Klosterneuburg versetzt und dem Ersatz-Bataillon des k.u.k. Infanterie-Regiments Nr. 49
zugeteilt. Ab dem 3. März 1919 wurde er als Konzept-Offizier in der Personalgruppe beim
Landesbefehlshaber Wien eingesetzt. Diese Stelle sollte die Interessen der
Berufsmilitärpersonen, die aus den Gebieten Deutschösterreichs stammten, welche
aufgrund des Friedensvertrages abgetreten werden sollten und der
Berufsmilitärpersonen, die aus den neu zugewachsenen Gebieten stammten,
wahrnehmen. Ab dem 1. September 1920 wurde er als Zug-Kommandant und
Verpflegungsmeister im Niederösterreichisches Infanterieregiment Nr. 6 Hesser
eingesetzt. Am 8. Juli 1921 wurde ihm der
Titel eines Majors mit Wirkung vom 1. Januar 1921 verliehen. Im Winter 1921/22
wurde er mehrere Monate im Grenzschutzdienst im Burgenland eingesetzt. Ab dem 17. Februar 1922 wurde er als Adjutant des
II. Bataillons vom Niederösterreichisches Infanterieregiment Nr. 6 Hesser in St.
Pölten eingesetzt. Zum 1. März 1923 wurde er zum Stabshauptmann ernannt, da sich
die Siegermächte gegen zu viele Stabsoffiziere beim neuen Bundesheer
ausgesprochen hatten und daher dieser neue Dienstgrad eingeführt wurde. Am 27.
Dezember 1923 hat er Anna Schwalm geheiratet. Ab dem 1. Juni 1924 wurde er als Kompanie-Kommandant im
Niederösterreichisches Infanterieregiment Nr. 6 Hesser eingesetzt. Vom 23. Juni
1924 bis zum 2. August 1924 besuchte er einen
Infanterie-Kurs in Bruckneudorf, um anschließend als Major beim Stab des
Niederösterreichisches Infanterieregiment Nr. 6 Hesser in St. Pölten eingesetzt zu werden. Ab dem 1. Oktober
1924 war er dann mehrere Jahre als Kompanie-Kommandant in seinem Regiment im
Einsatz. Im ersten Halbjahr 1925 wurde er zum zum Garnisons-Reitlehrgang in St.
Pölten abkommandiert. Im Sommer 1925 wurde er für 3 Monate zum
Batteriekommandantenkurs in Bruckneudorf kommandiert. Im Herbst 1925 wurde sein
Sohn Johann geboren. Im Herbst 1926 wurde auch seine Tochter Anna geboren. Am 19.
Januar 1928 erfolgte seine vollständige Ernnennung zum Major. Ab dem 2. Oktober 1934 war er zum Stab der
Einjährig-Freiwilligen-Abteilung kommandiert, die wieder neu entstand. In den
nächsten Jahren wurde er auch als Leiter von
Lehrereinführungskursen sowie Referent für die vormilitärischen Jugenderziehung
beim Landschulrat für Niederösterreich. Am 28. Dezember 1935 wurde er zum Oberstleutnant
befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 2. März 1936 festgelegt.
Beim "Anschluss Österreichs" erhielt er im März 1938 folgende
Offiziersbeurteilung: "Stattliche soldatische Erscheinung. Macht einen guten
Eindruck. Sein takt. Können soll hervorzuheben sein. Zur Übernahme voll
geeignet.
Charakter: Hervortretender Charakter, bescheidenes Wesen, wertvolle
Persönlichkeit; bestimmt und warmherzig gegen Untergebene; sehr beliebter
Kamerad.
Bemerkung: Hat Interesse für Flak; wird bei dringendem Bedarf zum
Kommandeur eines Flak.Rgts. vorgeschlagen." Er trat er am 15. März 1938 in die deutsche Luftwaffe über und wurde
dort als
Offizier z.b.V. dem Reichsluftfahrtministerium (RLM) und dem Oberbefehlshaber der
Luftwaffe (OBdL) zugeteilt. Ab dem 1. Juni 1938 war er zur I. Abteilung vom
Flak-Regiment 14 nach
Lüdenscheid kommandiert. Im Oktober 1938 wurde er für 4 Wochen zum Kurs für
ehemalige österreichische Offiziere kommandiert. Ab dem 15. November 1938 wurde
er zum Stab vom Flak-Regiment 44 nach Essen-Kray
kommandiert.
Anfang Dezember 1938 besuchte er den einwöchigen 26. Kurs für
Abteilungskommandeure der schweren Flak und direkt im Anschluss den ebenfalls
einwöchigen 27. Kurs für Abteilungskommandeure der leichten Flak. Am 1. April 1939
wurde er mit dem Rangdienstalter vom 1. August 1938 zum Oberst befördert. Er übernahm auch
am 1. April 1939 das Kommando
über die leichte Flak-Abteilung 74. Ab dem 1. Dezember 1939 war er mit der
Führung vom Flak-Regiment 44
in Essen-Kray beauftragt. Am 29. Februar
1940 wurde er auch zum Kommandeur vom
Flak-Regiment 44 in
Essen-Kray ernannt. Am 1. Juni 1940 wurde er zum Generalmajor befördert. Am 1.
Oktober 1940 wurde er zum Kommandeur der
Flak-Brigade III
in Frankreich ernannt. Am 12. April 1941 folgte die
Ernennung zum Kommandeur vom
Luftverteidigungs-Kommando 10 in Ploesti
in Rumänien. Dieser Stab war verantwortlich für den Schutz der Erdölquellen bei
Ploesti. Am 1.
September 1941 folgte durch die Umbenennung seines Stabes die Ernennung zum Kommandeur der
10. Flak-Division. In dieser
Funktion wurde er auf der Krim am 1. Juni 1942 zum Generalleutnant befördert. Am 8.
Februar 1943 wurde er mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Am 26. Juni 1943
folgte die Versetzung in die Führerreserve des OKL und am 31. Oktober 1943 die
Entlassung aus dem Militärdienst. Am 7. November 1944 wurde er zum Volkssturm
eingezogen und bei Kriegsende wieder entlassen. Am 5. September 1945 wurde er
von den Amerikanern verhaftet und am 27. September 1946 wieder frei gelassen.
Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur
MSG 109/10853
Karl Friedrich Hildebrandt: Die Generale der Luftwaffe 1935–1945,
Band 3: O-Z, Biblio Verlag, Osnabrück 1993
ÖSTA/AdR: HGr.Kdo 5,
Offz.-Beurteilungen, Karton 1 - 50, Liste über die Offiziere des IR 6