Seidemann, Hans
| * 18. Januar 1902, Garlin / Brandenburg
† 28. Dezember 1967, Braunschweig |
Hans Seidemann trat am 15. Januar 1919 kommend in das Freiwilligen-Landjägerkorps von General Maercker ein und dann am 1. März 1919 zum Kadettenkorps übergeben. Am 29. September 1919 wurde er dann als Fahnenjunker in das Reichsheer übernommen. Dabei kam er dann bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr zum 9. (Preuß.) Infanterie-Regiment. Bei diesem wurde er am 1. Dezember 1922 zum Leutnant befördert. Als solcher wurde er dann als Zugführer in seinem Regiment eingesetzt. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 wurde er dann bei der 13. (Minenwerfer-) Kompanie vom 9. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Potsdam eingesetzt. Bei dieser wurde er dann die nächsten Jahre eingesetzt. Am 1. August 1927 wurde er dann bei dieser zum Oberleutnant befördert. Am 31. März 1928 wurde er als solcher aus der Reichswehr verabschiedet. Er absolvierte dann eine geheime Pilotenausbildung in Lipezk in der Sowjetunion. Am 1. November 1929 wurde er dann wieder in den aktiven Dienst übernommen. Dabei kam er als Zugführer erneut zur 13. (Minenwerfer-) Kompanie vom 9. (Preuß.) Infanterie-Regiment nach Potsdam. Bei dieser wurde er dann wieder mehrere Jahre eingesetzt. Im August 1932 nahm er am 3. Internationalen Europaflug teil und beendete den Rundflug als Rekordhalter in nur drei Tagen. Am 1. Mai 1933 wurde er dann zur Kommandantur München kommandiert. Ab dem 1. Oktober 1933 absolvierte er dann eine geheime Generalstabsausbildung. Dabei wurde er am 1. April 1934 zum Hauptmann befördert. Am 1. Oktober 1934 wurde er dann in die junge Luftwaffe übernommen. Dabei kam er dann anfangs als Referent zum Reichsluftfahrtministerium (RLM) nach Berlin. Im Sommer 1936 kam er dann zur 1. Abteilung des Generalstabes der Luftwaffe. Dort wurde er am 1. August 1936 zum Major i.G. befördert. Im August 1937 nahm er dann am Internationalen Alpenrundflug für Militärflugzeuge teil und gewann diesen mit der Me 109. Am 1. April 1938 wurde er dann zum Kommandeur der III. Gruppe vom Lehrgeschwader Greifswald ernannt. Ab dem 1. Dezember 1938 wurde er dann als Chef des Stabes bei der "Legion Condor" in Spanien eingesetzt. Dort wurde er am 1. Juni 1939 zum Oberstleutnant i.G. befördert. Am 1. Juli 1939 wurde er dann zum 1. Generalstabsoffizier (Ia) beim "Fliegerführer z.b.V." ernannt. Bei Beginn des 2. Weltkrieges im Sommer 1939 wurde er dann als solcher bei der Heeresgruppe Süd im Polenfeldzug eingesetzt. Anschließend wurde er dann Ende Dezember 1939 zum Chef des Generalstabes vom VIII. Fliegerkorps ernannt. In dieser Funktion nahm er dann im Frühjahr 1940 am Westfeldzug teil. Anfang August 1940 wurde er dann zum Stab der Luftflotte 2 kommandiert. Zum 1. Oktober 1940 wurde er zum Oberst i.G. befördert. Als solcher wurde er noch im gleichen Monat zum Generalstabschef der Luftflotte 2 ernannt. Er trug dabei bereits beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen. Für seine Planung der Einsätze der Luftflotte bei den Einsätzen gegen England und in Rußland wurde er am 20. März 1942 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Ende Juli 1942 wurde er abgelöst und daraufhin in die Führerreserve versetzt. Von August 1942 bis Mitte Februar 1943 wurde er dann unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalmajor als Fliegerführer Afrika eingesetzt. Durch die Umbenennung seines Stabes wurde er dann ab Mitte Februar 1943 als Kommandierender General vom Fliegerkorps Tunis eingesetzt. Mitte Mai 1943 gab er sein Kommando über das Korps ab. Nur wenige Tage später wurde er dann noch Mitte Mai 1943 zum Kommandierenden General vom VIII. Fliegerkorps ernannt. Am 1. Januar 1944 wurde er als solcher zum Generalleutnant befördert. Am 20. Februar 1944 wurde er namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Das VIII. Fliegerkorps unter Führung des Generalleutnants Seidemann hat in bewährter Waffenkameradschaft die schwer ringenden Truppen des Heeres vorbildlich unterstützt." Am 18. November 1944 wurde ihm das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Ende Januar 1945 wurde er dann durch die Umbenennung seines Stabes zum Kommandeur vom Luftwaffen-Kommando Schlesien ernannt. Am 1. März 1945 wurde er dann noch zum General der Flieger befördert. Ab Ende April 1945 führte er in den letzten Kriegstagen durch die Zusammenlegung seines Stabes mit dem Luftgau-Kommando VIII noch das Luftwaffen-Kommando 8 in Böhmen-Mähren. Nach der Kapitulation wurden die Besatzungstruppen seiner nicht habhaft und damit verbrachte er als einer der wenigen Generale die nicht ins Ausland flohen die Nachkriegszeit komplett in Freiheit.
Ritterkreuz (20. März 1942) Eichenlaub (18. November 1944)
Literatur und Quellen:
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 4 Bände, Bad Friedrichshall,
1996 / 1997
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 9 Bände, 4. überarbeitete
Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011