von Otterstedt, Rudolf Wilhelm Wichert Wolfgang
| * 7. November 1876, Berlin † 16. Oktober 1972, Ballenstedt |
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Wolfgang von Otterstedt war der Sohn des Sekondeleutnant und späteren Generalleutnant z.D. Alfred Karl Julius Wilhelm von Otterstedt und dessen Ehefrau Editha Brenada Hedwig Bertha, geborene von Holtzendorff. Er trat am 3. März 1896 als Fahnenjunker in das Königlich Preußische Heer ein. Der Offizierssohn kam dabei zum 1. Brandenburgisches Leib-Grenadier-Regiment "König Friedrich Wilhelm III" Nr. 8. Bei diesem wurde er am 20. Juli 1897 zum Leutnant befördert. Das Patent wurde dabei auf den gleichen Tag datiert. Am 1. Oktober 1902 wurde er dann als Adjutant zum Bezirkskommando Küstrin versetzt. Genau vier Jahre später kam er dann als Adjutant zum Bezirkskommando I Berlin. Dort wurde er am 15. Juni 1907 zum Oberleutnant befördert. Am 1. Oktober 1912 wurde er zum Hauptmann befördert. Als solcher wurde er dann zum Kompaniechef im 1. Brandenburgisches Leib-Grenadier-Regiment "König Friedrich Wilhelm III" Nr. 8. Er wohnte 1913 privat im Anger 20 in Frankfurt an der Oder. Er heiratete am 14. März 1913 die achteinhalb Jahre jüngere Adolfine Ottilie Marie von der Decken, Tochter des Hauptmanns a.D. Karl Johann Otto Ludwig Eberhard von der Decken, in Charlottenburg. Trauzeugen waren seine Schwager der Oberleutnant Eberhard von der Decken und der Leutnat Henning von der Decken. Nach der Hochzeit wohnte das Paar privat in der Lindenstraße 23/25 in Frankfurt an der Oder. Auch kurz vor dem 1. Weltkrieg gehörte er im August 1914 noch zu diesem Regiment. Im Krieg wurde er dann in verschiedenen Funktionen in seinem Regiment eingesetzt. Gegen Ende des Krieges wurde er als Adjutant beim Generalkommando III. Armeekorps eingesetzt. Am 18. Oktober 1918 wurde er zum Major befördert. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch weitere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er als Major mit seinem vorherigen Rangdienstalter in das vorläufige Reichsheer übernommen. Im Herbst 1919 gehörte er zum Reichswehr-Kavallerie-Regiment 3 der Reichswehr-Brigade 3. Er wohnte damals privat in der Lindenstraße 22/23 in Frankfurt/Oder. Beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 gehörte er als Stabsoffizier der Infanterie zum 3. (Preuß.) Reiter-Regiment. Auch bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er weiter bei diesem Regiment eingesetzt. In der Folge wurde er als Eskadronchef im 3. (Preuß.) Reiter-Regiment eingesetzt. Am 14. März 1923 hat er Marie von der Decken geheiratet. Am 1. Oktober 1923 wurde er dann zum Kommandeur des (Preuß.) Ausbildungs-Bataillon vom 6. Infanterie-Regiment in Ratzeburg ernannt. Diese Funktion übte er in der Folge mehrere Jahre aus. Als solcher wurde er am 1. Februar 1926 zum Oberstleutnant befördert. Ende Januar 1928 gab er sein Kommando ab. Dafür wurde er zum 1. Februar 1928 zum Kommandant vom Truppenübungsplatz Neuhammer am Queis ernannt. In dieser Funktion wurde er am 1. April 1929 zum Oberst befördert. Seine Mutter ist bereits am 21. Mai 1928 in Ballenstedt gestorben. Am 31. Januar 1930 gab er sein Kommando an Oberstleutnant Willy Plewig ab. Er wurde an diesem Tag aus dem aktiven Dienst der Reichswehr verabschiedet.
Er blieb danach aber im Angestelltenverhältnis weiter für die Reichswehr tätig. Am 1. Oktober 1933 trat er dann als Ergänzungsoffizier wieder in die Reichswehr ein. Während der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Oktober 1935 zum Inspekteur der Wehrersatzinspektion Frankfurt an der Oder ernannt. Als solchem wurden ihm am 1. Oktober 1937 die Charakter als Generalmajor verliehen. Am 1. April 1938 wurde er auch noch zum Generalmajor befördert. Am 1. Mai 1939 gab er sein Kommando ab. An diesem Tag wurde er dann aus dem aktiven Dienst der Wehrmacht verabschiedet.
Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg im Sommer 1939 trat er als Generalmajor z.V. zur Verfügung des Heeres. Am 25. Oktober 1939 wurde er zum Kommandeur der Division z.b.V. 408 in Breslau ernannt. Privat wohnte er damals in der Lindenstraße 16 in Frankfurt/Oder und hatte damals die Telefonnummer 2817. Als solcher wurde er am 1. Juli 1941 zum Generalleutnant z.V. befördert. Am 1. Oktober 1942 gab er sein Kommando über die Division z.b.V. 408 bei deren Umbenennung zur Division Nr. 408 an Generalleutnant Alfred von Puttkammer ab und wurde daraufhin in die Führerreserve versetzt. Am 30. November 1942 wurde seine Mobilmachungsverwendung aufgehoben. Seine Ehefrau starb am 18. Januar 1971 in Ballenstedt.
Aus der am 20. Mai 1874 in Simkau geschlossenen Ehe seiner Eltern hatte er
mehrere Geschwister:
Seine älteste Schwester war die am 25. September 1875 in
Berlin geborene Karoline Bertha Luise von Otterstedt. Diese starb am 14.
Dezember 1904 in Graudenz.
Seine jüngere Schwetser war die am 19. Mai 1878 in
Charlottenburg geborene Mathilde Amalie Irmgard
von Otterstedt.
Eine weitere jüngere Schwester war die am 13. November 1879
in Gotha geborene Julia Evelyn Martha Ursula von Otterstedt. Diese Schwester am
24. Juni 1901 in Glogau den neun Jahre älteren Konrad Kunz von Redern. Der
Ehemann starb als Major a.D. am 23. Februar 1920 in Potsdam. Seine Schwester
tarb am 26. November 1930 in Ballenstedt.
Sein jüngerer Bruder war der am
10. Oktober 1881 in Hildburghausen geborene Eberhard von Otterstedt. Nach seinem
Abitur am Gymnaisum in Glogau studierte er an der Akademie der Künste in Berlin
und später in Paris. 1918 war er Kunstmaler in Ballenstedt. Er heiratete dort am
18. Dezember 1925 die ein Jahr ältere Helene Erika
von Spies. Er war außerdem auch als Landschaftsmaler, Porträtist, Zeichner und
Kinderbuchillustrator tätig. Er starb 1968 in Ballenstedt.
Ein weiterer
jüngerer Bruder war der am 2. Juli 1885 in Stralsund geborene Johann Georg
Manfred Bogislav von Otterstedt. Dieser Bruder heiratete am 7. Oktober
1918 die achteinhalb Jahre jüngere Feodora Goldschmidt, Tochter des Bankiers
Georg Goldschmidt, in Charlottenburg. Dem Paar wurde am 21. Juli 1919 der Sohn
Wolf-Dieter von Otterstedt in Berlin geboren. Die erste Ehe seines Bruders wurde
durch das am 19. Januar 1925 rechtskräftig gewordene Urteil des Landgerichts
Berlin III geschieden. Danach heiratete er am 20. Februar 1925 die Rosa Marie
Fanny Hilde von Vietinghof in Linum. Der Bruder starb als Hauptmann a.D. am 10.
November 1944 um 07:15 Uhr im Bahnhof Betzin-Karwesee an einem Herzschlag.