Gollwitzer, Friedrich Gottfried Theodor

 

* 27. April 1889, Bullenheim (Kreis Kitzingen)

† 25. März 1977, Amberg

 

Friedrich Gollwitzer war der Sohn des katholischen Pfarrers Wilhelm Gollwitzer und dessen Ehefrau Maria, geborene Nagel. Er trat am 1. August 1908 als Zweijährig-Freiwilliger (Fahnenjunker) in die Königlich Bayerische Armee ein. Er kam dabei zum 13. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment "Franz Josef I., Kaiser von Österreich und Apostolischer König von Ungarn". Bei diesem wurde er am 1. November 1908 zum Unteroffizier befördert. Am 12. März 1909 (35) wurde er zum Fähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule München wurde er bei diesem am 23. Oktober 1910 (5) zum Leutnant befördert. Am 28. Mai 1913 wurde er zum 3. Königlich Bayerisches Pionier-Bataillon versetzt. Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde er als Adjutant dem 3. Pionier-Ersatz-Bataillon zugeteilt. Am 15. Januar 1915 kam er dann als Adjutant vom 2. Königlich Bayerisches Reserve-Pionier-Bataillon an die Front. Bei diesem wurde er am 1. Juni 1915 zum Oberleutnant befördert. Bereits am 12. März 1915 wurde ihm das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde ihm am 17. Oktober 1915 verliehen. Ab Ende 1915 kam er dann den restlichen 1. Weltkrieg bei verschiedenen Einheiten zum Einsatz. Am 7. Februar 1916 wurde er der Minenwerfer-Kompanie 100 als Führer zugeteilt. Am 23. September 1916 wurde er zum 4. Offizier-Aspiranten-Kurs als Lehrer abkommandiert. Er übernahm am 5. Dezember 1916 wieder die Führung der Minenwerfer-Kompanie 100. Am 18. August 1918 wurde er zum Hauptmann befördert. Das Rangdienstalter wurde später auf den 15. April 1917 festgelegt. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen noch einige andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem 1. Weltkrieg wurde er in das Reichsheer übernommen. Beim Übergangsheer im Frühjahr 1920 wurde er als Chef der Minenwerfer-Kompanie vom Reichswehr-Infanterie-Regiment 48 eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr kam er dann zum 20. (Bayer.) Infanterie-Regiment. Bei diesem wurde er jetzt die nächsten Jahre als Chef der 13. (Minenwerfer) Kompanie in Regensburg eingesetzt. Anfang 1926 wurde er in das 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment versetzt. Dort wurde er jetzt in der 13. (Minenwerfer) Kompanie in München verzeichnet. Er wurde von diesem zum Infanterieführer VII kommandiert. Am 1. Oktober 1928 wurde er auch offiziell zum Infanterieführer VII in München versetzt. Bei diesem wurde er am 1. März 1930 zum Major befördert. Am 1. Februar 1932 wurde er zum Kommandeur des Ausbildungs-Bataillons vom 20. (Bayer.) Infanterie-Regiment in Amberg ernannt. Als solcher wurde er am 1. April 1934 zum Oberstleutnant befördert. Bei der Erweiterung der Reichswehr wurde er am 1. Oktober 1934 zum Kommandeur des I. Bataillons vom Infanterie-Regiment Amberg ernannt. Bei der Enttarnung der Verbände wurde er am 15. Oktober 1935 zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 41 in Amberg ernannt. Am 1. Januar 1936 wurde er zum Oberst befördert. Das Regiment führte er dann im Sommer 1939 in den Polenfeldzug. Am 1. Oktober 1939 wurde er zum Generalmajor befördert. Ende November 1939 gab er sein Kommando ab. Er wurde dafür zum Kommandeur der neuen 193. Division in Amberg ernannt. Durch die Umbenennung der Division wurde er im Dezember 1939 dann zum Kommandeur der Division Nr. 193 ernannt. Anfang Februar 1940 gab er sein Kommando ab. Dafür wurde er jetzt als Nachfolger des schwer erkrankten Generalmajor Georg Lang zum Kommandeur der 88. Infanterie-Division ernannt. Im Frühjahr 1940 führte er diese in den Westfeldzug. Danach wurde die Division beurlaubt. Nach dem die Division im Frühjahr 1941 wieder zusammen getreten war, wurde sie als Besatzungstruppe in Frankreich eingesetzt. Am 1. Oktober 1941 wurde er zum Generalleutnant befördert. Anfang 1942 verlegte er mit der 88. Infanterie-Division an die Ostfront. Dort führte er die Division beim Angriff auf Südrussland. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte man ihm beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Am 19. Oktober 1942 musste er sein Kommando für etwa zwei Monate abgeben und bekam einen Erholungsurlaub. Am 13. Dezember 1942 übernahm er wieder sein Kommando. Am 25. Januar 1943 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Am 8. Februar 1943 wurde ihm das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 10. März 1943 gab er sein Kommando über die 88. Infanterie-Division endgültig ab und wurde in die Führerreserve OKH versetzt. Am 22. Juni 1943 wurde er mit der stellvertretenden Führung vom LIII. Armeekorps beauftragt. Am 5. August 1943 wurde er dann mit der Führung vom LIII. Armeekorps beauftragt. Zum 1. Dezember 1943 wurde er zum General der Infanterie befördert. Damit wurde er jetzt zum Kommandierenden General vom Generalkommando LIII. Armeekorps ernannt. Im Rahmen der sowjetischen Sommeroffensive 1944 geriet er am 26. Juni 1944 im Raum Witebsk in sowjetische Gefangenschaft. Aus dieser wurde er erst Anfang Oktober 1955 wieder entlassen.

 

Ritterkreuz (8. Februar 1943)