Conrady, Alexander

 

* 16. Juli 1903, Neu-Ulm

† 21. Dezember 1983, Augsburg

 

Alexander Conrady war der Sohn des Oberingenieurs udn Leiters des Elektrizitäts-Werkes Neu-Ulm, Edmund Conrady und dessen Ehefrau Maria. Am 1. April 1923 trat er als Fahnenjunker in das 19. (Bayerische) Infanterie-Regiment in Landshut ein. Nach seiner Grundausbildung im Ausbildungs-Bataillon des Regiments wurde er im Oktober 1923 in die 2. Kompanie versetzt. Im Juli 1924 absolvierte er seine Offiziersanwärter-Prüfung, in deren Anschluss er zum Offiziersanwärter und im November 1924 zum Unteroffizier befördert wurde. Im Oktober 1925 folgte seine Beförderung zum Fähnrich und im August 1925 zum Oberfähnrich. Nach einer Kommandierung an die Infanterie-Schule wurde Alexander Conrady am 1. Dezember 1926 zum Leutnant befördert. Anschließend war er Kompanieoffizier in der 1. Kompanie, wo er am 1. April 1929 zum Oberleutnant befördert wurde. Am 1. Juli 1929 heiratete er Beatrix von Paur. Aus der Ehe gingen zwei Söhne und eine Tochter hervor. Im Mai 1931 folgte seine Versetzung in die 4. Kompanie des Regiments. Im März 1934 legte er erfolgreich die Wehrkreisprüfung ab und wurde ein halbes Jahr später , am 30. September 1934, an die Kriegsakademie nach Berlin kommandiert. Während seines Aufenthaltes dort wurde er am 1. Dezember 1934 zum Hauptmann befördert. Im Anschluss an sein Studium wurde Alexander Conrady am 1. Oktober 1936 zum Chef der 8. Kompanie des Infanterie-Regiments 40 ernannt. Ab März 1938 diente er als 1. Ordonnanz-Offizier im Stab der 27. Infanterie-Division. Nach dem Einmarsch in Österreich war er mit dem Stab in Wien stationiert. Mit der 27. Infanterie-Division nahm er am Polen- und Frankreichfeldzug teil. Nach dessen Ende wurde er am 1. Juli 1940 zum Major befördert und zum Kommandeur des II. Bataillons des Infanterie-Regiments 91 ernannt. Ab Juni 1941 wurde er zum Stab der 36. Infanterie-Division versetzt und im August 1941 Kommandeur des I. Bataillons des Infanterie-Regiments 118. Bei den schweren Abwehr-Kämpfen im Raum ostwärts von Rshew zeichnete sich das Bataillon besonders aus, so daß Oberstleutnant Conrady am 17. Oktober 1942 das Ritterkreuz verliehen wurde. Im Oktober 1942 wurde er zum Kommandeur des Grenadier-Regiments 118 ernannt, das bald darauf in Grenadier-Regiments 118 umbenannt wurde. Mit diesem Verband nahm er an der Schlacht bei Kursk teil. Während der schweren Abwehrkämpfe im Anschluss an die Offensive gelang es dem verwundeten Oberst Conrady mit seinem Regiment bei Orjol den Durchbruch einer sowjetischen Übermacht zu erhindern, obwohl das Regiment mehrfach von gegnerischen Panzern überrollt wurde. Er führte seine Truppe in immer neue Verteidigungsstellungen. Conrady erhielt für seine geschickte Vorgehensweise und sein Vorbild an Tapferkeit das Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen. Erst im Dezember 1943 konnte er den Dienst wieder antreten. Er wurde zunächst als stellvertretender Führer der 707. Infanterie-Division eingesetzt, übernahm im Folgemonat die Aufgaben eines stellvertretenden Führers der 6. Infanterie-Division und noch im selben Monat die Führung der 36. Infanterie-Division. Von März bis April 1944 nahm er am 10. Divisionsführer-Lehrgang in Hirschberg (Schlesien) teil. Den Kommandeursposten bei der 36. Infanterie-Division übernahm er im Mai 1944 als Nachfolger des gefallenen Generalmajors Egon von Neindorff. Zeitgleich wurde Conrady zum Generalmajor befördert. Während der sowjetischen Sommer-Offensive im Juni 1944 geriet er am 1. Juli 1944 in russische Gefangenschaft, aus der er am erst am 10. Oktober 1954 heimkehrte.

 

Ritterkreuz (17. Oktober 1942) Eichenlaub (22. August 1943)

Literatur und Quellen:
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 4 Bände, Bad Friedrichshall, 1996 / 1997
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 9 Bände, 4. überarbeitete Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011