Toussaint, Rudolf

 

* 2. Mai 1891, Egglkofen

† August 1968, München

 

Rudolf Toussaint trat am 21. September 1911 als Fahnenjunker in die Königlich Bayerische Armee ein. Der Sohn eines Bahnverwalters kam dabei zum 18. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment "Prinz Ludwig Ferdinand". Am 25. Oktober 1913 wurde er in diesem nach dem Besuch der Kriegsschule München zum Leutnant befördert. Mit seinem Regiment zog er dann bei Beginn des 1. Weltkrieges als Zugführer in der 10. Kompanie an die Front. Anfang September 1914 wurde er dann zum Adjutant des II. Bataillons vom 18. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment "Prinz Ludwig Ferdinand" ernannt. Ab dem 1. April 1915 wurde er als Führer des mobilen MG-Zuges vom Landwehr-Infanterie-Regiment 4 eingesetzt. Ab Anfang Mai 1915 kam er dann als Führer der MG-Kompanie zum 4. Landwehr-Infanterie-Regiment. Zum Spätherbst 1916 wurde er dann als Leiter des Ausbildungs-Kurses der Infanterie am MG eingesetzt. Am 14. Dezember 1916 hat er dann ein Patent als Leutnant vom 29. Oktober 1912 erhalten. Am 17. Januar 1917 wurde er daraufhin zum Oberleutnant befördert. Ab März 1918 wurde er dann als MG-Offizier beim Stab der 6. Infanterie-Brigade eingesetzt. Im September 1918 wurde er dann auch noch als stellvertretender Bataillonsführer des III. Bataillons vom 10. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment "König" verwendet. Ende 1918 wurde er dann auch zum Regimentsadjutant vom 10. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment "König" ernannt. Er wurde im Ersten Weltkrieg nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelt. Im 1. Weltkrieg wurden ihm außerdem auch beide Eisernen Kreuze und andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er dann in das Reichsheer übernommen. Dabei kam er nach einer Kommandierung zum topographischen Büro, am 1. Juni 1919 als Adjutant zum Reichswehrwerbebüro nach Ingolstadt. Beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 gehörte er dann als Ordonanzoffizier zum Befehlshaber der Infanterie der Reichswehr-Brigade 24. 1920 hat er auch geheiratet. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr kam er dann als Kompanieoffizier zum 21. (Bayer.) Infanterie-Regiment. Ab dem 1. Mai 1921 gehörte er zum 20. (Bayer.) Infanterie-Regiment. Am 1. Oktober 1921 wurde er dann als Eskadronoffizier zum 17. (Bayer.) Reiter-Regiment versetzt. Er wurde dann von diesem für seine Führergehilfenausbildung zum Stab der 7. Division der Reichswehr nach München kommandiert. Am 1. Oktober 1922 kam er dann zum 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment. Zum 1. Februar 1923 wurde er zum Hauptmann befördert. Als solcher wurde er dann direkt für die nächsten zwei Jahre zum Chef der 5. Kompanie vom 21. (Bayer.) Infanterie-Regiment in Nürnberg ernannt. 1925/26 wurde er dann in den Regimentsstab vom 21. (Bayer.) Infanterie-Regiment in Nürnberg versetzt. Am 1. Oktober 1926 wurde er in das 17. (Bayer.) Reiter-Regiment versetzt und von diesem zum Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin kommandiert. Am 1. März 1927 wurde er dann auch zum RWM nach Berlin versetzt. Dort wurde er dann die nächsten vier Jahre in der Heeres-Statistische-Abteilung (T 3) beim Truppenamt (TA) eingesetzt. Ab 1930/31 wurde er in der Abteilung Fremde Heere (T 3) beim Truppenamt eingesetzt. Dort wurde er dann am 1. April 1933 zum Major befördert. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Oktober 1934 zum Bataillonskommandeur im Infanterie-Regiment München ernannt. Bei der Enttarnung der Verbände kam er dann dadurch am 15. Oktober 1935 als Bataillonskommandeur zum Infanterie-Regiment 19. Am 1. Dezember 1935 wurde er dann als solcher zum Oberstleutnant befördert. 1938 gehörte er zum Oberkommando des Heeres. Am 1. April 1938 wurde er zum Oberst befördert. Am 10. November 1938 wurde er zum Militärattaché an der deutschen Gesandtschaft in Prag ernannt. Am 1. April 1939 wurde er zum Militärattaché an der deutschen Botschaft in Belgrad ernannt. Am 1. Oktober 1941 wurde er zum Generalmajor befördert. Am 1. November 1941 wurde er zum Wehrmachtbefehlshaber beim Reichsprotektor Böhmen und Mähren ernannt. Damit wurde er gleichzeitig zum Befehlshaber vom Wehrkreis Böhmen und Mähren ernannt. Am 1. Oktober 1942 wurde er zum Generalleutnant befördert. Am 31. August 1943 wurde er abgelöst. Unter gleichzeitiger Beförderung zum General der Infanterie wurde er dafür am 1. September 1943, als Nachfolger für General der Infanterie Enno von Rintelen, zum Bevollmächtigten General der deutschen Wehrmacht in Italien ernannt. Im Juni 1944 wurde er durch die Installation einer deutschen Militärverwaltung abgelöst und in die Führerreserve versetzt. Er wurde dann am 1. August 1944 zum Wehrmachtbefehlshaber beim Staatsminister vom Protektorat Böhmen und Mähren ernannt. Damit wurde er gleichzeitig wieder zum Befehlshaber vom Wehrkreis Böhmen und Mähren ernannt. Im Mai 1945 wurde er dann zum letzten Kommandant von Prag ernannt. Im Mai 1945 kapitulierte er vor US-Truppen. Er wurde dann von diesen an die Tschechoslowakei ausgeliefert. Er wurde von einem tschechischen Gericht zu lebenslanger Haft verurteilt. 1961 wurde er wieder entlassen. Er wurde dabei anscheinend als Agent für den tschechischen Geheimdienst angeworben.