Schmidt, August

 

* 1. Februar 1883, Hildesheim

† 20. November 1955, Rotenburg / Hannover

 

August Schmidt trat am 16. Oktober 1901 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Der Sohn eines Amtsgerichtsrats kam dabei zum Mansfelder Feldartillerie-Regiment Nr. 75. Bei diesem wurde er nach dem Besuch der Kriegsschule am 27. Januar 1903 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 28. Januar 1902 datiert. Als solcher wurde er dann als Batterieoffizier im Mansfelder Feldartillerie-Regiment Nr. 75 eingesetzt. Im Februar 1909 wurde er dann als Batterieoffizier in das 1. Hannoversches Feldartillerie-Regiment „von Scharnhorst“ Nr. 10 versetzt. Bei diesem wurde er am 1. Oktober 1909 zum Abteilungsadjutant ernannt. Als solcher wurde er am 27. Januar 1911 zum Oberleutnant befördert. Am 1. Oktober 1912 wurde er als solcher zur Kriegsakademie kommandiert. Bei Beginn des 1. Weltkrieges wurde er dann als Batterieführer zum Reserve-Feldartillerie-Regiment Nr. 10 versetzt. Bereits im Herbst wurde er dann auch als Abteilungsführer beim Reserve-Feldartillerie-Regiment Nr. 46 eingesetzt. Als solcher wurde er am 8. Oktober 1914 zum Hauptmann befördert. Anfang 1915 wechselte er dann in den Stabsdienst. Dabei wurde er das erste Jahr als Adjutant der 91. Reserve-Infanterie-Brigade eingesetzt. Ab Ende 1915 wurde er dann bei verschiedenen Stäben im Generalstabsdienst. eingesetzt. Vom Herbst 1916 bis zum Sommer 1918 wurde er dabei als 1. Generalstabsoffizier (Ia) bei der 28. Infanteriedivision eingesetzt. Im Sommer 1918 kam er dann zum Generalstab vom X. Reservekorps. Im 1. Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern und beiden Eisernen Kreuzen auch noch jede Menge andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er dann als Hauptmann in das Reichsheer übernommen. Dabei kam er dann zum Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin. Dort wurde er dann die nächsten Jahre eingesetzt. Somit verblieb er dort auch nach der Bildung vom 100.000 Mann-Heer der Reichswehr. Am 1. März 1922 wurde er dann zum Stab vom Gruppenkommando 1 ebenfalls in Berlin versetzt. Am 30. Juni 1922 wurde er dann aus dem aktiven Dienst der Reichswehr verabschiedet. Dabei wurden ihm die Charakter als Major verliehen.

Anschließend war er in der Wirtschaft tätig. Von 1925 bis 1933 als Vorstandsmitglied im Raiffeisenverband. Im Sommer 1934 kam er dann als Angestellter wieder in das RWM nach Berlin. Er wurde dort als Leitender Direktor beim Reichsverteidigungsausschuss eingesetzt. Während der Erweiterung der Reichswehr wurde er am 1. März 1935 als Oberst wieder in den aktiven Dienst übernommen. Er wurde als solcher weiter im RWM, ab Mai 1935 Reichskriegsministerium (RKM), eingesetzt. Am 1. April 1936 wurde er dann als Ausbilder an die Luftkriegsakademie nach Berlin-Gatow versetzt. Er wurde dann auch offiziell in die Luftwaffe übernommen. Am 1. April 1937 wurde er dann zum Höherer Kommandeur der Flakartillerie in Königsberg ernannt. Am 1. November 1937 wurde er dann zum Kommandierenden General und Befehlshaber vom Luftgau-Kommando VI in Münster ernannt. Als solcher wurde er zum 1. Januar 1938 zum Generalmajor befördert. Diese Funktion übte er dann auch nach Beginn des 2. Weltkrieges im Sommer 1939 aus. Am 1. Januar 1940 wurde er zum Generalleutnant befördert. Nach dem Westfeldzug im Frühjahr 1940 trug er dann bereits beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen. Zum 1. Juli 1941 wurde er dann zum General der Flakartillerie befördert. Am 6. März 1944 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Am 13. Februar 1945 wurde ihm dann auch noch das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Er behielt sein Kommando über den Luftgau VI in Münster bis zum Frühjahr 1945. Am 1. April 1945 wurde er dann durch die Umbenennung seines Stabes auch noch zum Kommandierenden General vom Flak-Korps z.b.V. ernannt. Bei der Kapitulation der deutschen Wehrmacht geriet er dann Anfang Mai 1945 in britische Gefangenschaft. In dieser wurde er durch ein britisches Militärgericht in Hamburg wegen Kriegsverbrechen zu lebenslanger Haft verurteilt. Dabei ging es um die Beauftragung zur Hinrichtung von gefangenen alliierten Fliegern. Diese Strafe wurde in der Berufung auf 10 Jahre reduziert. Ende 1950 wurde er aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus der Haft entlassen.

 

Ritterkreuz (13. Februar 1945)