133. Infanterie-Division
134. Infanterie-Division

Feldpostnummern:

Einheit Feldpostnummer
Divisionsstab 04009
Feldgendarmerietrupp 134 46162
Feldersatz-Bataillon 134 24668 bis Jul 42
Ost-Bataillon 134 44314 ab Jan 42
Kampfschule-Lehrstab 07499 ab Dez 43
Granatwerfer-Kompanie 19699 ab Mai 44

1. Einsatz und Unterstellung:

Gemäß Befehl des Chef H Rüst und BdE AHA Ia(I) Nr. 2765/40 g.Kdos. vom 19. September 1940 sollte die 133. Infanterie-Division auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr im WK XIII als Division 11. Welle aus je einem Drittel der 252. Infanterie-Division und der 255. Infanterie-Division sowie den bespannten Teilen der 10. Infanterie-Division (mot.) aufgestellt werden. Mit Befehl des Chef H Rüst und BdE AHA Ia(I) Nr. 2765/40 g.Kdos. II. Ang. vom 21. September 1940 wurde die Nummerierung der Division in 134. Infanterie-Division abgeändert. Hintergrund dieser Maßnahme war, dass eine Übereinstimmung der Nummerierung mit dem Wehrkreis-Kommando, das für die Ersatz-Gestellung zuständig war, erreicht werden sollte. Etwa zwei Drittel der Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften kamen von Divisionen, die bereits im Polen-Feldzug 1939 bzw. Frankreich-Feldzug 1940 eingesetzt gewesen sind. Die Phase der Aufstellung, des Einspielens und des Zusammenwachsens war Ende Februar 1941 zu Ende und in der zweiten Märzhälfte rollten die Transportzüge der Division aus dem Raum Regensburg nach dem Osten, Ziel war das "Generalgouvernement". Im Raum Lodz (Litzmannstadt) wurde die Division ausgeladen und in der Gegend von Tomaszöw-Piotrköw untergebracht. Die folgenden Wochen waren mit Ausbildung und Marschübungen ausgefüllt. Ab 21. Mai erfolgte der Marsch in den Bereitstellungsraum, welcher um den 5. Juni beendet war. Anschließend schob sich die Division an den Bug ca. 45 km nordwestlich von Brest-Litowsk vor.
Am 22. Juni, dem Tag des Kriegsbeginns gegen die Sowjetunion, setzte die 134.I.D. bei Mielnik über den Bug, sie gehörte damals mit der 131. und 252.I.D. zum XXXXIII. Armeekorps. Während die 134.I.D. in den ersten Kriegstagen nur ausweichenden Gegner vor sich hatte, wurde sie zwischen 25. und 29. Juni in schwere Kämpfe in dem Raum Nowy Dwor, Porozow, Podorosk, Lyskow verwickelt. Nach kurzer Ruhe trat die Division am 4. Juli zum Vormarsch durch Weißrussland an. Die Masse der Division konnte vorerst auf der Rollbahn nach Sluzk vorrücken. Mitte Juli geriet der Vormarsch jedoch ins Stocken, weil das vor dem XXXXIII. Armeekorps marschierende LIII. Armeekorps an der Beresina auf starken feindlichen Widerstand gestoßen war. Die 45.I.D. kämpfte und quälte sich um diese Zeit etwa 110 km südlich der 134.I.D. durch die Pripjet-Sümpfe (15. Juli Turow). Von Mitte Juli bis Anfang August 1941 zog die 134.I.D. mit vordersten Teilen in den Raum südlich Bobruisk, wo sie sowjetische Gegenangriffe abzuwehren hatten. Die Front der Division dehnte sich allmählich von Glussk bis Paritschi auf 50 km nach Osten aus. Der südliche Nachbar, getrennt durch die riesigen Sumpfgebiete zwischen Pripjet und Beresina, war die 45.I.D. Zwischen 11. und 14. August kam es zum ersten direkten Zusammenwirken der beiden Divisionen und zwar im Raum Schazilki/Jakimowskaja Ssloboda an der Beresina. Nach Überschreiten der Beresina ging die 134.I.D. weiter nach Osten vor und übersetzte den Djnepr bei Streschin und Shichow. Sodann schob sich die Division von Norden an Retschiza heran, während die 45.I.D. von Westen kam und bei Bronnoje knapp südostwärts Retschiza den Dnjepr überschritt. Gegen Ende August kreuzten sich die Wege der beiden Divisionen zwischen Retschiza und Gomel. Während die 45.I.D. hart südlich Gomel über den Ssosh ging, überschritt die 134.I.D. nach Säuberung des Dnjepr-Ssosh-Winkels am 26. August bei Sharpilowka diesen Fluß. Die anschließende Südschwenkung der beiden Divisionen in Richtung auf die Dessna war bereits Teil der einleitenden Operationen zur Kesselschlacht von Kiew. Am 8. September nahm die 134.I.D. gegen zähen Feindwiderstand Tschernigow und rückte sodann in südostwärtiger Richtung weiter vor. Die 45.I.D. überschritt unter lebhafter russischer Fliegertätigkeit am 9. September die Dessna und ging angriffsweise nun ebenfalls nach Südosten vor. Am 14. 9. treffen sich die Panzerspitzen des Genobst. Guderian von Norden und des Genobst. Kleist von Süden rund 150 km ostwärts Kiew und schließen eine riesige Zange um 5 sowjetische Armeen. Und jetzt wird die Infanterie zur Eile angetrieben, den Divisionen 44, 45, 62, 79, 111, 134, 168 und 298 obliegt es, den großen Kessel auszuräumen. Die 45.I.D. bekommt am 20. 9. Befehl, aus dem Raum Priluki beschleunigt die Enge von Jagotin zu erreichen. Die 134.I.D. ging zunächst noch nach südosten vor. Seit 21. 9. unterstehen beide Divisionen dem LI. Armeekorps der 6. Armee und sind sozusagen an die Heeresgruppe Süd ausgeborgt. Die folgenden schweren kämpfe, welche bis 29. September dauerten, waren gekennzeichnet durch die verzweifelten Ausbruchsversuche der Sowjets unter Einsatz von vier Panzerzügen auf der durch den Einsatzraum führenden Eisenbahn Kiew - Poltawa sowie durch rücksichtslose Infanterie-Angriffe. Während die 45.I.D. hauptsächlich von Osten (Jagotin) nach Westen (Beresany) angriff, stieß die 134.I.D. von Südosten und Süden in diesen Raum hinein. Nach mehreren örtlichen Krisen endete die Kesselschlacht von Kiew mit einer schweren, aber nicht kriegsentscheidenden Niederlage des Gegners. Die 45.I.D. und 134.I.D. kehrten wieder zur Heeresgruppe Mitte zurück, das neue Ziel hieß Moskau. Hitler und sein OKW glaubten, man müsse nur noch marschieren - ein schwerwiegender Irrtum! Beide Divisionen unterstanden jetzt dem Höheren Kommando XXXIV, dessen Aufgabe der Flankenschutz nach Süden und Südosten für die 2. Panzer-Armee war. Ab 30. September marschierten beide Divisionen in nordöstlicher Richtung ab. Die Route führte über Priluki, Konotop, Putiwil in den Raum Krupez/Rylsk, der um den 8. Oktober erreicht wurde. In dieser Gegend blieben die Divisionen, weit auseinander gerissen, bis Mitte November im Schlamm stecken. Denn am 7. Oktober fiel der erste Schnee und bis Straßen und Wege wieder fahrbar wurden, verwandelten sie sich zunächst in Morast. Abgesehen von Kämpfen mit einer aus dem Brjansker Kessel ausgebrochenen stärkeren Kräftegruppe des Gegners zwischen 15. und 18. Oktober. fanden in dieser Zeit keine größeren Kampfhandlungen statt. Ab 7. November geht es endlich wieder weiter, doch ohne Winterausrüstung für Menschen, Waffen und Fahrzeuge und dies bei Temperaturen von bereits minus 20°C. Die 134.I.D. nimmt jetzt mehr nördlichen Kurs, erreicht um den 14. November mit I.R.445 ohne Feindberührung Dmitrijew und dreht dann nach Osten auf Fatesh ein. Ab Fatesh geht die Division nach Nordosten vor und bekommt bei Droskowo (36 km westnordwestlich Liwny) wieder Gefechtsberührung. Der Gegner wird geworfen und am 25.11. Liwny genommen. Das H. K. XXXIV befahl nun seinen beiden Divisionen als nächstes Ziel Jelez. Grenze zwischen beiden Divisionen - 134.I.D. links, 45.I.D. rechts - war die Ssossna. Die 134.I.D. kämpfte sich über Tschernowa, Schatowa, Kasaki in den Raum westlich Jelez vor. Die 45.I D. drang gegen zunehmenden Feindwiderstand, von Rylsk aus südlich an Liwny vorbei, über Dubrowa, Krugloje, Strelezkoje in den Raum südlich Jelez vor. Der Abstand zum rechten Nachbar, der 95.I.D., betrug bereits mehr als 30 km. Am 4./5. 12. nahm die 134.I.D. gegen erbitterten Feindwiderstand den Westteil und Nordteil von Jelez, die 45.I.D. eroberte am 5. Dezember den Südostteil der Stadt und den östlichen Vorort Olschanez.
Der 6. und 7. Dezember stand bereits im Zeichen der Abwehr feindlicher Angriffe, wobei die Rote Luftwaffe in den letzten Tagen immer stärker in Erscheinung getreten ist. Bei fehlender Winterausrüstung und unzureichendem Nachschub litten die Kämpfer unter grimmiger Kälte bis nahezu 40 Minus-Graden. Was kommen musste, kam; ein verlustreicher Rückzug, von dem sich das ganze deutsche Ostheer nicht mehr erholen konnte. In der Nacht vom 7. zum 8. Dezember musste Jelez, welches östlicher liegt als Moskau, aufgegeben werden. Die 134.I.D. ging etwa entlang der Bahnlinie Jelez-Werchowje zurück, die 45.I.D. südlich derselben. Während der nächsten drei Wochen waren beide Divisionen schwersten physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt.
Anfang Jänner 1942 konnte am Trudy-Fluß, ca. 45 km nordwestlich Liwny, wieder eine HKL mit Front nach Osten aufgebaut werden, wo die 45.I.D. bis kurz vor Beginn der deutschen Sommer-Offensive 1942 verblieb. Die 134.I.D. wurde in der ersten Jännerhälfte 1942 notdürftig im Raum Orel aufgefrischt, ab Ende Jänner stand sie bereits wieder im Kampf um und südlich Kzyn (ca. 90 km nordwestlich Orel). Die Sowjets griffen in diesem Raum bis Mitte März nahezu pausenlos an, um den Durchbruch auf Orel zu erzwingen.
Am Abwehrerfolg im Rahmen des XLVII. Pz. K. hatte die 134.I.D. hervorragenden Anteil. Das Ende März einsetzende Tauwetter leitete eine Periode des Stellungskrieges an der Resseta ein, welche bis Ende Juli dauerte. Im August führte ein Angriff der 134.I.D. mit begrenztem Ziel zu wechselvollen Kämpfen im Shisdra-Abschnitt und schließlich ab Anfang September zur Verteidigung an diesem Fluß. Lage, Auftrag und das Urwald-Gelände führten zum Bau einer, wie es in der Divisionsgeschichte heißt "mittelalterlich anmutenden 2,50 m hohen Palisadenstellung", die sich aber bestens bewährte. Mit reger Späh- und Stoßtrupp Tätigkeit ging bei der 134.I D. das Jahr 1942 zu Ende, welches trotz Vorstoß der Deutschen Wehrmacht in den Kaukasus einen günstigen Abschluß des Feldzuges gegen die Sowjetunion nicht erkennen ließ. Die 45.I.D. war an der deutschen Sommer-Offensive 1942 nur geringfügig in den Raum ca. 20 km westlich Liwny beteiligt und verteidigte dann nordwestlich und südöstlich der Ssossna einen Abschnitt, der zuletzt auf rund 30 km Breite ausgedehnt werden mußte, wobei außerdem ein verstärktes Infanterie-Regiment nach Woronesh abgestellt war.
Während der 45.I.D. infolge der weitreichenden Auswirkungen der Stalingrad-Niederlage bereits Ende Jänner der Rückzug aufgezwungen wurde, verteidigte die 134.I.D. noch im März die Shisdra-Stellung. Um diese Zeit war die 45.I.D. per Eisenbahn eiligst von Orel über Brjansk nach Südosten transportiert worden, um bei Komaritschi (ca. 160 km südlich der 134. I.D.) einen sowjetischen Durchbruch zu verhindern. Nachdem die Lage Stabilisiert werden konnte, blieb den Sowjets jeder weitere Erfolg in diesem Abschnitt bis Mitte August versagt. Das Scheitern der deutschen Zangenoperation gegen Kursk ("Unternehmen Zitadelle") und die russischen Gegenschläge bei Orel und Charkow bestimmen die weiteren Kampfhandlungen sowohl bei der 45., als auch bei der 134.I.D.. Am 12. Juli begann die sowjetische Offensive gegen den Abschnitt Shisdra-Bolchow (ca. 90 km nordwestlich Orel), in dem damals die 134.I.D. eingesetzt war. Es folgten verlustreiche Abwehrkämpfe, die am 3. 8. 1943 zur Aufgabe von Orel zwangen. Die größere Lage erforderte ein weiteres Absetzen der 134.I. D. in westsüdwestlicher Richtung. Um den 16. 9. rückte die Division in die Dessna-Stellung, verblieb dort aber nur wenige Tage und ging dann gegen Ende September weiter auf den Ssosh zurück. Am Dnjepr und Ssosh hatte die deutsche Führung eine "Endstellung" geplant. Die 45.I.D. setzte sich ab 16. August in fünf Etappen ebenfalls weiter nach Westen ab und bezog ab 27. September Stellung im Ssosh-Brückenkopf südostwärts und südlich Gomel. Sie blieb dort nicht lange, denn die Entwicklung der Lage 20 - 30 km südwestlich. Gomel machte ab 9. Oktober ein rasches Eingreifen der 45.I.D. in diesem Raum notwendig. Während es zunächst gelang, hier einen sowjetischen Durchbruch im Rücken der Ssosh-Front nach Norden zu verhindern, standen Mitte November 1943 die Zeichen schon wieder auf Sturm. Bereits am 15. Oktober war es dem Gegner gelungen, bei Lojew (55 km südlich Gomel) einen Brückenkopf auf dem Westufer des Dnjepr zu bilden. Von dieser Basis trat er am 10. November mit weit überlegenen Kräften zu einem Großangriff in nordwestlicher Richtung an mit dem Ziel, die Linie Gomel-Bobruisk zu gewinnen. Nach fünf Tagen erbitterter Kämpfe gelang es den Sowjets, die Eisenbahnlinie Gomel-Kalinkowitschi nach Norden zu überschreiten. Die 45. 1. D. wurde deshalb ab 15. 11. beschleunigt in den Raum Retschiza verschoben. Trotz größter Tapferkeit der Verteidiger konnte der Gegner am 17./18. 11. in Retschiza von Westen und Nordwesten eindringen. Die 45. 1. D. wurde nun rasch auf das DnjeprOstufer zurück dirigiert, um zu verhindern, daß der Gegner - die Beresina von Süden überschreitend - Bobruisk erreichte und dadurch eine sehr bedrohliche Lage für die Heeresgruppe Mitte heraufbeschworen hätte. Jetzt begann ein Wettlauf zur Beresina: Die Sowjets auf dem Dnjepr-Westufer, die 45. 1. D. auf dem Ostufer des Flu ßes. Während noch die letzten Nachhuten bei Retschiza kämpften, rollte schon die erste Vorausabteilung auf LKW nach Norden, über schritt knapp nördlich der Beresina-Mündung am 22. den Dnjepr nun wieder nach Westen und bekam schon am nächsten Tag Feindberührung. Dem Gegner war es zwar gelungen, bei Gorwal (60 km südostwärts von Paritschi) über die Beresina einzusickern und einen kleinen Brückenkopf auf dem Beresina-Nordufer zu bilden, ein Durchbruch nach Bobruisk blieb ihm trotz mehrmaliger Versuche mit Panzerunterstützung versagt.
Wieder zurück zur 134.I. D. Anfang Oktober 1943 bezog die Division auf dem Westufer des Ssosh gegenüber Wetka (22 km nordostwärts Gomel) Stellung. Auch in diesem Abschnitt war der Gegner nicht müßig geblieben, sondern strebte auch hier den Durchbruch mit den Zielen Gomel, Rogatschew, Bobruisk an. Seit 8. Oktober hatten 45. und 134.I.D. wiederum ein gemeinsames Oberkommando, nämlich das XXXV. Armeekorps Am 12. Oktober trat der Feind nach massiver Artillerievorbereitung mit allen Kalibern sowie Einsatz zahlreicher Schlacht- und Bombenflugzeuge auf engem Raum westlich Wetka zum Angriff an und konnte in den Ort Chaltsch auf dem Ssosh-Westufer einbrechen. Nach Abriegelung und Gegenangriff wurde die Lage vollständig wieder hergestellt. Der Feind hatte schwere Verluste hinnehmen müssen, aber auch die eigenen waren nicht zu übersehen. Am 27. Oktober versuchten die Sowjets nach Umgruppierung und Verstärkung erneut den Durchbruch im Raum Wetka. Unter Einsatz von vier Schützendivisionen konnten sie wieder in Chaltsch einbrechen. Die Lage verschärfte sich diesmal, weil dem Feind auch bei der linken Nachbar-Division ein Einbruch gelungen war, der sich zum Durchbruch auf Gomel im Rücken der 134.I.D. auszuweiten drohte. Dem tapferen Einsatz der ganzen Division vom Kommandeur Genlt. Schlemmer bis zur letzten Schützengruppe war es zu danken , daß der Gegner sein Ziel wieder nicht erreichen konnte. Freilich war der Abwehrerfolg der Division neuerlich mit schmerzlichen eigenen Verlusten verbunden. Aber der Gegner gab noch nicht auf. Am 12. November griff der Feind den Abschnitt Wetka mit noch stärkeren Kräften an, am 14.11. erfolgte ein starker Panzereinsatz und am 19.11. ein massiver Einsatz der Roten Luftwaffe. Die schweren Kämpfe zogen sich bis 25.11. hin, befehlsgemäß setzte sich dann die Division Richtung Shlobin ab. Die blutigen Verluste der Division in den drei Abwehrschlachten bei Wetka betrugen 69 Offiziere und 2.173 Unteroffiziere und Mannschaften.
Die erfolgreichen Abwehrkämpfe der 134.I.D. nordostwärts Gomel und der 45.I.D. im Raum Retschiza im Oktober/November 1943 bannten damals die Gefahr für die Heeresgruppe Mitte, von Süden nach Norden aufgerollt zu werden. Die größere Lage gab aber weiterhin zur Sorge Anlaß, denn trotz allem war es den Sowjets im November gelungen, südlich der Beresina die 9. Armee von der 2. Armee zu trennen. Die Lücke mußte wieder geschlossen werden, so gab es auch für die abgekämpfte 134.I.D. keine Ruhepause, sie rückte am 3. Dezember in den Beresina-Brückenkopf Paritschi ein. In den ab 19. Dezember folgenden Angriffskämpfen der 134.I.D. gemeinsam mit der 16.Pz.D. und einigen weiteren Einheiten ist es gelungen, am 21.12. die Verbindung mit der von Süden herangekommenen 4.Pz.D. herzustellen, die Lücke zwischen 9. und 2. Armee war wieder geschlossen.
Vom 22. Dezember 1943 bis März 1944 verblieb die 134.I.D. mit Masse noch südlich der Beresina zwischen Paritschi und Kobylschtschina. Nach wechselvollen Kämpfen, wobei der Division im Februar 1944 vorübergehend das Füs. Btl. 45 zugeführt worden war, gelangte die 134.I.D. am linken Flügel der 9. Armee am Drut nördlich Rogatschew zum Einsatz. 45. und 134.I.D. hatten nun wieder als gemeinsames Oberkommando das XXXV. Armeekorps. Die 45.I.D. verteidigte zu dieser Zeit den rechten Abschnitt des XXXV. Armeekorps, 50 km südostwärts Bobruisk. Am 24. Juni 1944 begannen die Sowjets im Abschnitt unserer damaligen 9. Armee ihre Sommeroffensive. Um 02.30 Uhr heulten plötzlich hunderte Geschütze beim Gegner auf und ihre Granaten prasselten auf die Gräben, Bunker und Artillerie-Stellungen der 134.I.D. Dann stürzten sich Pulks von Schlachtflugzeugen auf das Hauptkampffeld, dicht aufgeschlossen kam die sowjetische Infanterie, alsbald gefolgt von Panzern, welche den Drut auf vorbereiteten Unterwasserbrücken rasch überwunden hatten. Die 134.I.D. war am Abend dieses Tages etwa 7 bis 12 km zurückgeworfen, die Regimenter 439 und 445 stark angeschlagen. Am Dobriza-Bach konnte in der Nacht eine dünne Widerstandslinie aufgebaut werden. Doch am 25. Juni setzte der Gegner mit unverminderter Stärke seinen Angriff fort. Bis zum Abend wurde die Division in Kampfgruppen aufgesplittert, die am Dobyssna-Flüßchen nochmals Stellung bezogen; am linken Flügel drohte Umfassung. Der gestrige Gegenangriff einer Kampfgruppe der 20.Pz.D. (Armeereserve) und der heutige Gegenangriff des G.R. 133 der 45.I.D. (Korpsreserve) hatten nur vorübergehend örtliche Entlastung gebracht. Ein Großteil der Divisionsartillerie war bereits verloren gegangen. Am nächsten Tag geht der Großkampf weiter. Die Division hat nur fallweise Funkverbindung zum Korps, die Übermittlung von Befehlen und Meldungen zu und von den eigenen Kampfgruppen, ist eine Sache des Zufalls geworden. Die Reste der Regimenter 439 und 446 befinden sich am Abend des 26. Juni zwischen Dobyssna und Ola, G.R. 445 hat als selbständiger Truppenverband schon gestern aufgehört zu existieren. Wieder beherrschte die Rote Luftwaffe unangefochten den Luftraum. Um 19.00 Uhr wurde bekannt, daß sich sowjetische Panzer 15 - 20 km nordostwärts Bobruisk auf der von Mogilew heranführenden Rollbahn im Rücken der Division befinden. Als der Morgen des 27. Juni anbrach, gab es trotz aller Tapferkeit nur noch versprengte Kampfgruppen in dem Wald- und Buschgelände zwischen den Rollbahnen Mogilew-Bobruisk und Rogatschew-Bobruisk. Generalleutnant Philipp, seit Anfang Juni Divisions-Kommandeur, übergab die Führung der nicht mehr vorhandenen 134.I.D. an den Kommandeur des G.R.439 und machte dann seinem Leben selbst ein Ende. In der Nacht von 27. zum 28. Juni nahmen verschiedene Kampfgruppen der Division am Ausbruchsversuch des XXXV. Armeekorps nach Nordwesten teil. Einige kleinere Gruppen gelangten über eine der beiden Brücken bei Bobruisk auf das Beresina Westufer und nahmen in der Nacht von 28. zum 29. Juni am Ausbruch des XXXXI. Panzerkorps teil. Eine Kampfgruppe der 134.I.D. wurde am 29. Juni ca. 55 km nordwestlich Bobruisk im Bereich der 4. Armee festgestellt.
Für den Großteil der 134.I.D. bedeutete jedoch der 27. Juni 1944 das Ende durch Tod, Vermißtsein, Verwundung oder Gefangenschaft. Nur einige Gruppen und Einzelkämpfern, insgesamt etwa 1.000 Mann, ist es gelungen, wieder Anschluß an deutsche Truppen zu finden.

 

1940

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
November L 2. Armee C Grafenwöhr

1941

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar L 2. Armee C Grafenwöhr
März LI 2. Armee C Grafenwöhr
April XIII 4. Armee B Petrikau
21. Mai XXXXIII 4. Armee Mitte Polen / Bialystok
15. August Höh. Kdo. XXXV 2. Armee Mitte Bobruisk
16. August XXXXIII 2. Armee Mitte Bobruisk
19. August XIII 2. Armee Mitte Bobruisk
12. September Höh. Kdo. XXXV 2. Armee Mitte Bobruisk
16. September XXXXIII 2. Armee Mitte Bobruisk
17. September Höh. Kdo. XXXV 2. Armee Mitte Bobruisk
21. September LI 6. Armee Süd Kiew
28. September   6. Armee Süd Kiew
3. Oktober Höh. Kdo. XXXV 2. Armee Mitte Woronesh
26. Oktober Höh. Kdo. XXXIV 2. Panzerarmee Mitte Brjansk
17. Dezember Höh. Kdo. XXXV 2. Armee Mitte Woronesh
20. Dezember Gruppe von Aaen ? Mitte Woronesh
28. Dezember Höh. Kdo. XXXV 2. Armee Mitte Woronesh

1942

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
1. Januar XXXV 2. Armee Mitte Orel
2. Januar   2. Armee Mitte Orel
9. Januar   2. Panzerarmee Mitte Orel
23. Januar XXXXVII 2. Panzerarmee Mitte Orel
18. April LIII 2. Panzerarmee Mitte Orel
31. Juli Verteidigungsstab z.b.V. 1 2. Panzerarmee Mitte Orel
10. August XXXXI 2. Panzerarmee Mitte Orel
3. November LIII 2. Panzerarmee Mitte Orel

1943

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
1. Januar LIII 2. Panzerarmee Mitte Orel
17. März Korps-Kdo. Scheele 2. Panzerarmee Mitte Orel
28. März LV 2. Panzerarmee Mitte Shisdra (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte) (Lagekarte)
12. August XXIII 9. Armee Mitte Brjansk
November XXXV 2. Armee Mitte Gomel
Dezember XXXV 9. Armee Mitte Bobruisk

1944

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar XXXXI 9. Armee Mitte Bobruisk
April XXXV 9. Armee Mitte Bobruisk
Juli nicht einsatzfähig   Mitte Minsk

 

2. Divisionskommandeure:

5. Oktober 1940 Generalleutnant Conrad von Cochenhausen

12. Dezember 1941 General der Gebirgstruppen Hans Schlemmer

Februar 1944 Generalmajor Rudolf Bader

1. Juni 1944 Generalleutnant Ernst Karl Julius Philipp

weitere Stellenbesetzungen

 

3. Gliederung

1940

Infanterie-Regiment 439

Infanterie-Regiment 445

Infanterie-Regiment 446

Artillerie-Regiment 134

Aufklärungs-Abteilung 134

Pionier-Bataillon 134

Panzerjäger-Abteilung 134

Divisions-Nachrichten-Abteilung 134

Divisions-Nachschubführer 134

 

20. Juni 1944

Grenadier-Regiment 439

Grenadier-Regiment 445

Grenadier-Regiment 446

Artillerie-Regiment 134

Divisions-Füsilier-Bataillon 134

Panzerjäger-Abteilung 134

Pionier-Bataillon 134

Feldersatz-Bataillon 134

Divisions-Nachrichten-Abteilung 134

Divisions-Nachschubführer 134

 

4. Literatur und Quellen:

Werner Haupt: Geschichte der 134. Infanterie-Division, Hrsg. vom Kameradenkreis der ehemaligen 134. Inf.-Division., Selbstverlag, Bad Kreuznach 1971

Werner Haupt: Gefechtskalender der 134. Infanterie-Division, Hrsg. vom Kameradenkreis der ehemaligen 134. Inf.-Division, Tuttlingen 1973

Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945, Band 7: Die Landstreitkräfte Nr. 131 - 200, 2. Auflage, Osnabrück 1979

Linzer Turm, Mitteilungsblatt des Frontkämpferbundes der 45.I.D.