102. Infanterie-Division

 

1. Einsatz und Unterstellung:

Die 102. Infanterie-Division wurde am 15. Dezember 1940 auf dem Truppenübungsplatz Groß-Born im WK II als Division 12. Welle aus einem Drittel der 8. Infanterie-Division und der 28. Infanterie-Division aufgestellt. Nach der vollendeten Aufstellung verlegte die Division im Mai 1940 ins Generalgouvernement. Im Rahmen der 9. Armee bei der Heeresgruppe Mitte nahm die Division ab dem 22. Juni 1941 am Rußlandfeldzug teil. Der Vormarsch führte die Division über Augustowo, Grodno, Wilna, Polozk, Welikije Luki und die Düna in den Raum Rshew. Von November 1941 bis Dezember 1942 verblieb die Division im Raum Cholmetzy-Mol. Tud-Olentin-Ossuga-Ssytschewka südlich von Rshew. Am 1. Juni 1942 wurde das Infanterie-Regiment 84, welches von der 8. Infanterie-Division in Rußland als Heeresgruppen-Reserve zurückgelassen wurde, der Division als 4. Regiment eingegliedert. Dafür wurde am 10. Juli 1942 das Infanterie-Regiment 235 aufgelöst. Im Januar verlegte die Division in den Raum Krupischino, wo sie bis Juli 1943 verblieb. Anschließend verlegte sie in den Raum südlich Lokot südwestlich von Orel. Es folgten Abwehr- und Rückzugskämpfe über die Desna zum Sosh bei Gomel und Abwehrkämpfe am Zusammenfluß von Dnjepr und Sosh bei Lojew. Am 2. November 1943 erfolgte die Eingliederung der Reste der 216. Infanterie-Division als Divisions-Gruppe 216. Dafür wurde das Grenadier-Regiment 233 aufgelöst. Von November 1943 an zog sich die Division unter schweren Abwehrkämpfen über Retschiza, südlich von Bobruisk durch das Pripjet-Gebiet, den Raum Pisnk-Kobryn bis Juli 1944 in den Raum Prushany nordostwärts von Brest-Litowsk zurück. Ab August setzte die Division ihren Rückzug über die Lessna, den Bug und die Narew bis Januar 1945 in die Ostpreußen-Schutzstellung fort. Ende 1944 wurde die Divisionsgruppe 216 in Grenadier-Regiment 216 umbenannt. Nach dem verlustreichen Kampf um Ostpreußen zogen sich die Reste der Division über Sensburg und Heilsberg in den Raum Königsberg zurück. Im Kessel von Rosenberg - Balga - Heiligenbeil wurde die Division schließlich zerschlagen. Reste konnten sich über das Frische Haff bis nach Pillau retten. Diese Reste kämpften als Divisionsgruppe 102 in Vorpommern weiter, welche am 5. Mai 1945 gegenüber den Amerikanern in Trave kapitulierten.

Gefechts- und Verpflegungsstärke der 102. Infanterie-Division

Verlustliste der 102. Infanterie-Division

 

1940

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
15. November stellv. Gen.Kdo. II. AK     Truppenübungsplatz Groß-Born

1941

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
1. Januar XX 11. Armee C Groß-Born
16. März z. Vfg. 11. Armee C Groß-Born
15. April LIII 11. Armee C Groß-Born
8. Mai z.Vfg. 11. Armee C Groß-Born
25. Mai XX 9. Armee B Generalgouvernement
19. Juni XXXXII 9. Armee B Generalgouvernement
22. Juni XXXXII 9. Armee Mitte Rußland
26. Juni VI 9. Armee Mitte Mittelrußland
26. Juni z. Vfg. 9. Armee Mitte Mittelrußland
21. Juli Befh. d. rückw. Heeresgebietes Mitte   Mitte Mittelrußland
7. August z. Vfg. 9. Armee Mitte Mittelrußland / Smolensk
12. August XXXX 9. Armee Mitte Smolensk
11. September XXIII 9. Armee Mitte Wiasma, Rshew

1942

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
1. Januar XXIII 9. Armee Mitte Rshew
31. Juli XXXIX 9. Armee Mitte Rshew

1943

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
1. Januar XXXIX 9. Armee Mitte Rshew
12. März z. Vfg. 9. Armee Mitte Rshew
14. März XXXVIII 18. Armee Nord Rshew (Verlegung vorgesehen)
1. April XX 2. Panzerarmee Mitte Orel
23. April XXXXVI 9. Armee Mitte Orel
12. August XXXV 2. Panzerarmee Mitte Orel
31. August LVI 2. Armee Mitte Desna
9. September XX 2. Armee Mitte Gomel

1944

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
1. Januar XX 2. Armee Mitte Pripjet
11. Januar z. Vfg. 2. Armee Mitte Pripjet
25. Januar XXIII 2. Armee Mitte Pripjet
12. Februar XX 2. Armee Mitte Pripjet
Mai LV 9. Armee Mitte Pripjet
Juli XXIII 2. Armee Mitte Brest-Litowsk
August Kav. Korps 2. Armee Mitte Narew
November XXXXI 2. Armee Mitte Narew

1945

Datum Armeekorps Armee Heeresgruppe Ort
Januar XX 2. Armee Mitte Narew
Februar (Kgr) XX 4. Armee Nord Heiligenbeil
April (nur Stab) z. Vfg. Armee Ostpreußen   Hela

 

2. Divisionskommandeure:

10. Dezember 1940 - 1. Februar 1942 Generalleutnant John Ansat

1. Februar 1942 - 10. März 1942 Generalleutnant Albrecht Baier

10. März 1942 - 1. Mai 1942 Generalmajor Werner von Räsfeld

1. Mai 1942 - 19. Januar 1943 Generaloberst Johannes Frießner

19. Januar 1943 - 5. November 1943 General der Infanterie Otto Hitzfeld

5. November 1943 - ?. März 1945 Generalleutnant Werner von Bercken

März - 5. Mai 1945 Oberst Dr. Ludwig

 

3. Gliederung

102. Infanterie-Division 1940:

Infanterie-Regiment 232

Infanterie-Regiment 233

Infanterie-Regiment 235

Artillerie-Regiment 104

Pionier-Bataillon 102

Panzerjäger-Abteilung 102

Aufklärungs-Abteilung 102

Divisions-Nachrichten-Abteilung 102

Divisions-Nachschubführer 102

 

102. Infanterie-Division Dezember 1943:

Grenadier-Regiment 84

Grenadier-Regiment 232

Divisions-Gruppe 216

Divisions-Füsilier-Bataillon 102

Artillerie-Regiment 104

Pionier-Bataillon 102

Panzerjäger-Abteilung 102

Aufklärungs-Abteilung 102

Divisions-Nachrichten-Abteilung 102

Divisions-Nachschubführer 102

 

4. Literatur und Quellen:

 

Ministerpräsident a.D. Franz Meyer: Tapfere Schlesier. Mit der 102. Infanterie-Division in Rußland, Selbstverlag, Mönchengladbach 1983


Erich Mende: Das verdammte Gewissen. Zeuge der Zeit 1921-1945, Herbig-Verlag, München 1982

 

Gerhard Rößler / Horst Großmann: Das oberschlesische Infanterie-/Grenadier-Regiment 84 Gleiwitz - Cosel 1935 - 1945, Selbstverlag, Duisburg 1980

Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945, Band 6: Die Landstreitkräfte. Nr. 71-130. 2. Auflage. Osnabrück 1979

Deutsches Rotes Kreuz - Suchdienst - Divisionsschicksale Band 1.