Zerstörer Z 37

 

Zerstörertyp:
Der Zerstörer "Z 37" war ein Zerstörer des Typs 36 A (Mob)

Namensgebung:
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Morsename: ZO

Flaggenname: 137, ab Juni 1944 127

Friedenskennung: -

 

Schiffsdaten:

Kiellegung: 2. Januar 1940

Stapellauf: 24. Februar 1941

Indienststellung: 16. Juli 1942

Bauwerft: Germaniaweft, Kiel

Besatzung: 332 Mann

Baukosten: ?

Verdrängung: 2.603 ts offiziell, 3.542 ts maximal

Länge über alles: 127 m

Breite: 12 m

Tiefgang: 3,92 m

Maschinenanlage: sechs Wagner-Kessel, zwei Satz Wagner Deschimag-Getriebeturbinen

Anzahl der Wellen: 2

Leistung an den Wellen: 70.000 WPS

Höchstgeschwindigkeit: 38,5 kn

Fahrbereich: 2.990 sm bei 19 kn

Bennstoffvorrat: 757 t

Bewaffnung:

Seeziel-Artillerie: 5 × 15-cm-L/50 Tk C/36 in 3 Einzellafetten und 1 Doppelturm

Flak: 4, später 8 × 3,7-cm-L/83 FlaMK C/30 in Doppellafetten 12, später 24 × 2-cm-L/65-Fla-MK C/30 (Anfangs in 6 Doppellafetten, später in Doppel- und Vierlingslafetten)

Torpedos: 8 x 53,3-cm Torpedorohre in zwei Vierlingssätzen mit insgesamt 12 Torpedos

Wasserbomben: Vier Ablauframpen im Heck

Minen: max. 60 Minen

Ortungsgeräte:

1 GHG (Gruppen-Horchgerät), 1 Atlas-Echolot, 1 um 160° schwenkbares Sonar, 1 FuMO 25 (GEMA FMG 39 G), 1 Feuerleit-Radar für Artillerie, 2 Funkmess-Beobachtungsgeräte (FuMB), 1 Feuerleitradar für die Flak

Kommandanten:

16. Juli 1942 Fregattenkapitän Georg Langheld

15. Oktober 1943 Korvettenkapitän Helmut von Mantey (i.V.)

13. Januar 1944 Korvettenkapitän Helmut von Matney (m.d.W.d.G.b.)

13. Februar 1944 Oberleutnant zur See Otto (i.V.)

16. März 1944 Oberleutnant (Ing) Edmund Kalmring (i.V.)

28. März 1944 Kapitänleutnant Wilhelm Ulrich (i.V.)

Mai 1944 Oberleutnant (Ing.) Edmund Kalmring (M.d.W.d.G.b.)

23. Juni 1944 Fregattenkapitän Otto Heppe

 

Beschreibung des Bootes:

Anstrich hellgrau über alles, Schornsteinkappen silbergrau. Der Zerstörer hatte Jessen-Heuler dicht unterhalb der Kreuzrah und Stützbeine des Dreibeinmastes bis zur Kreuzrah. An den Geschützen und den Brückennocks waren zahlreiche Schwimmflöße angebracht. Ab 1943 trug das Boot kurze MES-Leisten an den Bordwänden des Vorschiffes. Während seines Einsatzes in der Biskaya trug das Boot einen dreifarbinen Anstrich in weiß - hellgrau - dunkelgrau.

Lebenslauf:

Der Zerstörer "Z 37" wurde am 16. Juli 1942 in Dienst gestellt und für die Dauer der Erprobungsfahrten der 6. Zerstörer-Flottille zugeteilt. Vom 1. - 3. Oktober nahm "Z 37" an den Manövern der Flotte um den Schlachtkreuzer "Scharnhorst" in der Ostsee teil. Am 6. Oktober lief der Zerstörer zu Restarbeiten in der Germaniawerft in Kiel ein. Am 10. Oktober wurde die 4. Zerstörer-Flottille neu aufgestellt. Ihr wurden "Z 31", "Z 32" und "Z 37" zugeteilt. Am 19. November waren die Restarbeiten an "Z 37 " beendet, der vorerst noch in Kiel blieb. Am 5. Dezember lief "Z 37" zum Marsch nach Swinemünde aus Kiel aus. Dabei kollidierte das Boot mit einer Ansteuerungstonne. Zur Reparatur des Schadens kehrte das Boot nach Kiel in die Werft zurück. Anschließend folgten weitere Ausbildungsfahrten in der Ostsee.

Zu Beginn des Jahres 1943 war "Z 37" wegen einer Maschinenstörung in Gotenhafen nicht einsatzbereit. Am 23. Januar lief "Z 37" nach Kiel, um am 24. Januar zusammen mit "Erich Steinbrinck" in der westlichen Ostsee mit der "Scharnhorst" und der "Prinz Eugen" zusammen zu treffen. Die beiden Zerstörer begleiteten die beiden schweren Einheiten auf ihrem Marsch nach Nord-Norwegen. Am Folgetag stieß der Verband auf die 6. Zerstörer-Flottille, die sich dem Verband anschloß. Am 25. Januar wurden die Zerstörer von den schweren Einheiten entlassen und liefen am Folgetag nach Kristiansand-Süd ein. Durch schlechtes Wetter war auf den Booten zum Teil schwerer Schaden entstanden, der nun behoben wurde. Vom 8. bis 11. Februar verlegte "Z 37" mit anderen Zerstörern nach Kiel. Ab dem 18. Februar vervollständigte "Z 37" seine Ausbildung in der mittleren Ostsee. Am 5. März lief die 8. Zerstörer-Flottille mit "Z 23", "Z 24", "Z 32" und "Z 37" zum Marsch nach Westen aus ihren Häfen aus. Wegen eines technischen Defekts mußte "Z 25" bereits in der Deutschen Bucht umkehren. Am 6. März konnten die Zerstörer einen Jabo-Angriff und einen Schnellboot-Angriff abwehren. Anschließend lief der Verband in Le Havre ein. Dabei hatte "Z 37" im Nebel Grundberührung und beschädigte sich seine Schraube. Zur Untersuchung der Schäden mußte das Boot eingedockt werden. Am 18. März war der Zerstörer in Le Havre wieder einsatzbereit. Zusammen mit den Torpedobooten "T 2" und "T 5" lief er zum Marsch nach Bordeaux aus. Am 19. März ankerte der Verband vor Royan, "T 5" lief wegen eines Rohrreißers in Brest ein. Am 27. März traf auch der Rest der 8. Zerstörer-Flottille in Royan ein. Am Folgetag liefen "Z 23", "Z 24", "Z 32" und "Z 37" abends aus Royan aus, um dem aus der Gironde kommenden und auf dem Weg nach Japan befindlichen Blockadebrecher "Himalaya" in der Biskaya Ferngeleit zu geben. Am 29. März wurde der Frachter jedoch von der britischen Aufklärung erfaßt und machte daraufhin kehrt. Am 20. März lief der Frachter in Bordeaux ein, während die Zerstörer erneut in die Biskaya ausliefen, um die aus Japan kommende "Pietro Orseolo" aufzunehmen und nach Franreich zu geleiten. Am 1. April wurde der Blockadebrecher etwa 140 sm westlich von Vigo von den Zerstörern aufgenommen Trotz eines Angriffs britischer Torpedo-Flugzeuge und eines Torpedotreffers durch das U-Boot "USS Shad" konnte der Blockadebrecher am 2. April sicher in Bordeaux einlaufen. Anschließend verlegte "Z 37" nach Royan. Am 15. Juni 1943 lief der Zerstörer zur Rettung der Überlebenden des versenkten U-Bootes "U 564" aus Royan aus. Wegen unklarer Minenlage wurde der Einsatz jedoch abgebrochen und wieder Royan angelaufen. Die Überlebenden von "U 564" wurden durch "Z 24" übernommen. Am 30. Juli liefen "Z 37" und "Z 24" in die Biskaya aus, um in der Biskaya deutsche U-Boote zu sichern. Nach dem Einholen von drei U-Booten kehrten die beiden Zerstörer am 2. Juli nach Royan zurück. Vom 12. - 15. Juli führte die 8. Zerstörer-Flottille zusammen mit der 5. Torpedoboots-Flottille in der Biskaya Übungen durch. Vom 22. bis 25. Juli leisteten die Zerstörer "Z 24", "Z 32" und "Z 37" erneut U-Boots-Sicherung in der Biskaya und kehrten anschließend nach Royan zurück. Am 2. / 3. August sicherten "Z 37 " und "Z 32" erneut U-Boote in der Biskaya. Vom 28. bis 30. August führten die 8. Zerstörer-Flottille zusammen mit der 5. Torpedoboots-Flottille taktische Übungen in der Biskaya durch, ebenso am 14. / 15. Oktober. In den folgenden Monaten führte die 8. Zerstörer-Flottille immer wieder Übungen in der Biskaya durch. Am 23. Dezember lief die 8. Zerstörer-Flottille und die 4. Torpedoboots-Flottille in die Biskaya aus, um den heimkehrenden Ostasien-Blockadebrecher "Osorno" in der äußeren Biskaya aufzunehmen. Am Mittag des 25. Dezember wurde der Blockadebrecher von den Zerstörern und Torpedobooten aufgenommen. Zusammen wurde der Rückmarsch nach Frankreich angetreten. Nach Abwehr britischer Fliegerangriffe durch Schiffsflak und deutsche Jagdflugzeuge lief der Verband am 26. Dezember in die Gironde ein. Am 27. Dezember liefen die 8. Zerstörer-Flottille und die 4. Torpedoboots-Flottille erneut in die Biskaya aus. Hier sollte der Blockadebrecher "Alsterufer" aufgenommen werden. Dieser wurde jedoch am gleichen Tag, ohne einen Funkspruch absetzen zu können, von englischen Flugzeugen versenkt. Am 28. Dezember traf der deutsche Zerstörer- und Torpedobootsverband auf die britischen Kreuzer "HMS Enterprise" und "HMS Glasgow". Wegen des schweren Wetters und der hohen Wellen waren die artilleristisch überlegenen deutschen Boote nicht in der Lage, diese Überlegenheit auszuspielen. Im Artilleriegefecht wurden "Z 27", "T 25" und "T 26" von den Briten versenkt. Die restlichen Boote konnten sich nach Frankreich absetzen.

Am 29. Januar 1944 liefen "Z 37", "Z 23" und "Z 32" zu Übungen in die Biskaya aus. Anschließend wurden verdächtige französische und spanischer Fischerboote kontrolliert. Kurz nach Mitternacht zum 30. Januar 1944 schwenkte "Z 32" plötzlich nach Backbord aus und rammte dabei "Z 37" an dessen Steuerbord-Seite. Kurz darauf explodierte auf "Z 37" ein Torpedo-Gefechts und löste schwere Brände aus. Es gelang der Besatzung, das Feuer zu löschen und den Wassereinbruch zu stoppen. "Z 32" stellte daraufhin eine Schleppverbindung zu "Z 37" her und schleppte diesen bis zum Nachmittag des 31. Januar nach Royan. Nach einer weiteren Schlepper-Fahrt erreichte "Z 37" am 2. Februar Bordeaux, wo das Boot in die Werft ging. Auf Grund des alliierten Vormarsches in Frankreich wurde der Zerstörer am 24. August 1944 in der Werft in Bordeaux von der Besatzung außer Dienst gestellt und unbrauchbar gemacht.