Sd.Kfz. 11 - leichter Zugkraftwagen 3 t

 

Dieses Fahrzeug wurde bei der Firma Hansa-Lloyd-Goliath AG in Bremen ab 1933 entwickelt. Der erste Prototyp mit der Bezeichnung »HL kl 2« war mit einem Sechszylindermotor Typ "3500" ausgestattet, hatte ein Gewicht von ca. 5 t und eine Zuglast von 3 t. 1935 erschien die verbesserte Ausführung »HL kl 3«, welche die für alle folgenden Ausführungen charakteristischen Kühlerattrappe besaß.  1936 erschien dann die Abschlußausführung unter der Bezeichnung »HL kl 5". Das Fahrzeug diente als Zugmittel der leichten Feldhaubitze 18, des Munitionsanhängers oder des mittleren Granatwerfers. HANOMAG übernahm dann die weitere Planung des Fahrzeugs und brachte 1938 den Abschlußtyp »HL kl 6« heraus. Dieser war nun mit dem Maybach "HL 38 TUKR"-Motor ausgestattet. Gebaut wurden die Fahrzeuge außer bei HANOMAG auch bei C.F.W. Borgward (früher Hansa-Lloyd-Goliath AG), Adlerwerke AG, Auto-Union AG und den Skoda-Werken. Ausgeliefert wurde das Fahrzeug meist mit dem Artillerie-Aufbau, welcher neben der Geschützbedienung auch der Bereitschaftsmunition des Geschützes Platz bot. Daneben gab es aber auch den sogenannten Pionier-Aufbau, auf dem mehr Soldaten Platz fanden, da die Fächer für die Munition wegfielen. Die letzten gebauten Einheiten erhielten handelsübliche LKW-Pritschen als Aufbau. Es gab Versuche, die 7,5-cm-Pak bzw. die leichte Feldhaubitze auf diese Fahrzeuge zu montieren, was jedoch fallengelassen wurde.

 

Technische Daten (HL kl 6):

Länge 5,55 m
Breite 2,00 m
Höhe 2,15 m
Gewicht 7.200 kg
Höchstgeschwindigkeit 122 km/h
Kraftstoffmenge 110 l
Reichweite 250 km
Kupplung Einscheiben, tr. F & S PF 220
Spurweite max. 1.650 mm
Bodenfreiheit 320 mm
Sitzplätze 7 + 1

Unterarten:

Das Sd.Kfz.11/1 oder auch »Nebel-Kraftwagen« diente der Nebel-Truppe als Zugmittel für die Nebelwerfer. Im Aufbau konnte die Munition für die Salvengeschütze untergebracht werden.

Das Sd.Kfz.11/2 oder auch »mittlerer Entgiftungswagen« war wieder für die Kampfstoff-Truppe vorgesehen. Es gehörte zur Fahrzeugausstattung der Nebeltruppe. Durch den Einsatz von Entgiftungsstoffen sollten mit diesem Fahrzeug Gassen in ein mit Geländekampfstoff vergiftetes Gelände geschaffen werden.

Das Sd.Kfz 11/3 wurde auch »mittlerer Sprühwagen« genannt. Die Fahrzeuge dienten zum Anlegen von Geländeverstärkungen durch die Nebeltruppe. 125 Fahrzeuge wurden bei der Firma Drettmann gebaut.

Das Sd.Kfz 11/4 diente als Zugmittel für die 15-cm-Nebelwerfer 41.

Das Sd.Kfz. 11/5 diente als Zugmittel für die 21-cm-Nebelwerfer 42.

Im Sd.Kfz 11/4 und Sd.Kfz. 11/5 war Platz für 36 Granaten vom Kaliber 15 cm oder zehn Granaten vom Kaliber 21 cm. Außerdem fanden sechs Mann auf den Fahrzeugen Platz.

Für das Sd.Kfz. 11 gab es noch weitere Aufbauten, so  als Krankenwagen oder als Omnibusse für schweres Gelände. Alle diese Umbauten haben keine Sd.Kfz.-Nummer erhalten.