Niedersachsen
ex "Dora"
ex
"Guyane"
ex "Acqui"
Bootstyp:
Die "Niedersachsen" war ein ehemals dänischer, dann französischer und zuletzt
italienischer Frachter, der im Zweiten Weltkrieg ab Dezember 1943 von der
deutschen Kriegsmarine als Minenschiff eingesetzt wurde.
Namensgebung:
Das Schiff wurde nach dem Land Niedersachsen benannt.
Morsename: -
Flaggenname: -
Friedenskennung:
Schiffsdaten:
Kiellegung: ?
Stapellauf: 1934
Indienststellung:
Bauwerft: Burmeister und Wain, Kopenhagen
Besatzung: 174 Mann
Baukosten: ?
Verdrängung: 1.794 brt
Länge über alles: 86,71 m
Breite: 12,62 m
Tiefgang: 5,8 m
Maschinenanlage: Ein B&W 6-Zylinder Zweitakt-Diesel
Anzahl der Wellen: 1
Leistung an den Wellen: 2.100 PS
Höchstgeschwindigkeit: 13 kn
Fahrbereich: ?
Bennstoffvorrat: 495 t Öl
Bewaffnung:
Seeziel-Artillerie: 2 x 10,5-cm L/45, 2 x 6,9-cm
Flak: 12 x 2-cm Flak
Torpedos: keine
Wasserbomben: keine
Minen: 260 EMC-Minen
Ortungsgeräte: keine
Kommandanten:
20. Dezember 1943 Korvettenkapitän Boeckholt
Beschreibung des Bootes:
Das Schiff lief 1934 auf der Werft von Burmeister & Wain in Kopenhagen mit der Baunummer 607 und dem Namen Dora für die dänische Reederei Vesterhavet Dampskibsselskabet (J. Lauritzen) in Esbjerg vom Stapel. Es war 86,71 m lang und 12,62 m breit, hatte 5,8 m Tiefgang und war mit 1794 BRT vermessen. Der Schiffsdieselmotor leistete 2100 PS und verlieh dem Schiff eine Geschwindigkeit von maximal 15 Knoten. Im Jahre 1936 wurde das Schiff an die Compagnie Générale Transatlantique in Paris verkauft und umbenannt in "Guyane". Das Schiff wurde am 4. Dezember 1942 in Marseille von der deutschen Wehrmacht beschlagnahmt und an Italien übergeben. Es fuhr danach unter dem Namen "Acqui".
Lebenslauf:
In der Folge des Waffenstillstands von Cassibile und der darauf folgenden deutschen Besetzung Italiens wurde das Schiff im September 1943 in La Spezia von seiner Besatzung versenkt. Die deutsche Kriegsmarine ließ das Schiff heben und zum Minenschiff umbauen. Nachdem sich der Umbau wegen fehlender Maschinenteile länger als geplant verzögert hatte, wurde das Schiff schließlich am 20. Dezember 1943 mit dem Namen "Niedersachsen" in Dienst gestellt und der zur 3. Geleitflottille (7. Sicherungs-Division) gehörigen Minenschiffgruppe Westitalien zugeteilt. Es war mit zwei 10,5-cm-Geschützen L/45, zwei 6,9-cm-Geschützen und zwölf Maschinenkanonen 2-cm-Flak C/30 (L/65) bewaffnet und konnte bis zu 260 Minen transportieren. Bereits in der Nacht vom 22. zum 23. Dezember 1943 legten die "Niedersachsen" und die beiden vormals italienischen Torpedoboote "TA 23" und "TA 24" vor der Nordspitze der Insel Korsika ein Minenfeld. Darauf folgte am 9., 19. und 23. Januar 1944 das Auslegen von drei Sperren vor Imperia, südlich von Elba und nördlich von Nettuno. Am 8. Februar 1944 wurden die "Niedersachsen" und der Transporter "Chisone" zwischen Hyères und Saint-Raphaël von den britischen U-Booten HMS "Ultor" und HMS "Uproar" angegriffen, aber alle vier von der "Ultor" auf die "Niedersachsen" abgeschossenen Torpedos gingen fehl. Nur eine Woche später, am 15. Februar 1944, wurde die "Niedersachsen" von dem britischen U-Boot HMS "Upstart" vor Toulon durch Torpedotreffer versenkt. Zwölf Mann ihrer Besatzung fanden dabei den Tod.