"Lothringen"
ex "Londres"

 

Bootstyp:
Die "Lothringen" war ursprünglich eine französische Personenfähre.

Namensgebung:
Benannt wurde das Schiff nach dem Reichsland Elsass-Lothringen.

Morsename: -

Flaggenname: -

Friedenskennung:

 

Schiffsdaten:

Kiellegung: 1939

Stapellauf:19. Dezember 1940

Indienststellung: 1942

Bauwerft: Forges et Chantiers de la Méditerranée in Le Havre

Besatzung: ca. 175 Mann

Baukosten: ?

Verdrängung: 2.434 BRT maximal

Länge über alles: 94,5 m

Breite: 12,1 m

Tiefgang: 3,15 m

Maschinenanlage: 2 Satz Parsons-Getriebe-Turbinen

Anzahl der Wellen: 2

Leistung an den Wellen: 22.000 PS

Höchstgeschwindigkeit: 24 kn

Fahrbereich: ?

Bennstoffvorrat: 163 t Öl

Bewaffnung (als Minenschiff):

Seeziel-Artillerie: keine

Flak: 2 x 8,8-cm Flak L / 45, 2 x 3,7-cm Flak, 3 x 2-cm Flak

Torpedos: keine

Wasserbomben: keine

Minen: 200 Minen

Ortungsgeräte: ?

Kommandanten:

 

Beschreibung des Bootes:

Das Schiff wurde 1939 bei der Werft Forges et Chantiers de la Méditerranée in Le Havre auf Kiel gelegt. Es sollte unter dem Namen Dieppe für die SNCF den Passagierfährdienst über den Ärmelkanal auf der Linie Dieppe-Newhaven bedienen. Bei der Besetzung Frankreichs im Juni 1940 fiel das noch unfertige Schiff auf der Werft in deutsche Hand. Die Kriegsmarine beschlagnahmte es und ließ es als Minenschiff fertigbauen. Der Stapellauf des nunmehr Lothringen genannten Schiffs erfolgte am 19. Dezember 1940.

Lebenslauf:

Die Fertigstellung verzögerte sich, und erst 1942 konnte die Lothringen in Dienst gestellt werden. Sie diente zunächst als Zielschiff für U-Boote. Erst im Juni 1944 wurde sie dann als Minenschiff aktiviert und mit der Besatzung des am 20. Januar 1944 vor Egersund (Norwegen) versenkten Minenschiffs "Skagerrak" bemannt. Es dauerte allerdings noch bis zum 18. November 1944, ehe das Schiff wirklich einsatzbereit war und dann im Raum Skagerrak zum Minenlegen verwendet wurde. Anfang Januar 1945 lag die "Lothringen" in Sønderborg. Am 18. Januar verlegte sie von dort in den Oslofjord, um dort Minen zu laden, gab diese aber 23. Januar wieder ab und marschierte am 24./25. Januar mit dem Leichten Kreuzer "Nürnberg" und dem Minenschiff "Linz" nach Kopenhagen. Von dort nahm sie am 15. Februar und dann ein zweites Mal am 16./17. Februar an den vergeblichen Versuchen teil, die Minensperre „Titus II“ im westlichen Skagerrak zu legen. Am 6./7. März lief die Lothringen mit der Ostmark, dem Zerstörer "Richard Beitzen" und den Torpedobooten "T 17" und "T 20" nach Kristiansand. Von dort aus warf es im Verband mit der "Ostmark", der "Linz", dem Zerstörer "Karl Galster" und den Torpedobooten "T 17" und "T 20" am 8./9. März schließlich doch noch die Minensperre „Titus II“. In der Nacht vom 17. zum 18. März legten die "Lothringen", die "Ostmark" und die "Linz", gesichert von dem Zerstörer "Karl Galster" und den Torpedobooten "T 17", "T 19" und "T 20", die Minensperre „Augustus“ im westlichen Skagerrak. Dabei erlitt die "Lothringen" einen Ruderversager, und das Schiff kreuzte über die gerade von der "Ostmark" geworfene Minenreihe. Eine noch nicht in die Tiefe gegangene Mine schlierte an der Bordwand der Lothringen entlang und detonierte dann etwa 100 m hinter dem Schiff, ohne aber Schaden zu verursachen. Danach wurde das Schiff nach Pillau gesandt und bis Kriegsende zur Evakuierung von Flüchtlingen aus den Ostgebieten des Reichs nach Westen eingesetzt. Die "Lothringen" wurde am 17. November 1945 an Frankreich und die SNCF zurückgegeben. Sie wurde wieder zum Fährschiff mit Raum für 1.450 Passagiere umgerüstet und in "Londres" umbenannt. Sie fuhr dann, zusammen mit der "Arromanches", bis 1963 auf der Linie Dieppe-Newhaven. Im Jahre 1964 wurde sie nach Griechenland an die Reederei Typaldos Bros. in Piräus verkauft und in "Ionion II" umbenannt. Die Reederei ging schon kurz darauf in Insolvenz, und das Schiff wurde an die Aegean SN Co. verkauft, für die es unter dem Namen "Sofoclis Venizelos" Personenfährdienst zwischen Piräus und Heraklion (Kreta) versah. Am 14. April 1966 sank das Schiff nach einem an Bord ausgebrochenen Brand in Hafen von Piräus.