"Lauting"
 

Bootstyp:
Die "Lauting" war ein Minentransporter der Rhein-Klasse

Namensgebung:
Das Schiff wurde nach dem Minenleger Lauting, der im September 1914 während der japanischen Belagerung der deutschen Kolonie Kiautschou im Hafen von Tsingtau selbstversenkt worden war, bzw. nach dem (innerhalb der deutschen Kolonie gelegenen) höchsten Gipfel des Lao-Shan-Gebirges, dem 1.132,7 m hohen Lauting, östlich von Tsingtau.

Morsename: -

Flaggenname: -

Friedenskennung:

 

Schiffsdaten:

Kiellegung: 1934

Stapellauf: 1934

Indienststellung: 1934

Bauwerft: Stettiner Oderwerke

Besatzung: 4 Offiziere, 39 Mann

Baukosten: ?

Verdrängung: 1.252 brt

Länge über alles: 56,7 m

Breite: 10,4 m

Tiefgang: 4,41 m

Maschinenanlage: Ein Sulzer 4-Zylinder Dieselmotor

Anzahl der Wellen: 1

Leistung an den Wellen: 450 PS

Höchstgeschwindigkeit: 9,5 kn

Fahrbereich: 3.000 sm bei 9 kn

Bennstoffvorrat: 35,2 t Öl

Bewaffnung:

Seeziel-Artillerie: keine

Flak: Vier 2-cm Flak C/30

Torpedos: keine

Wasserbomben: keine

Minen: 300 - 370 Minen

Ortungsgeräte: keine

Kommandanten:

 

Beschreibung des Schiffes:

Die Lauting wurde 1934 mit der Baunummer 778 von den Stettiner Oderwerken in Stettin gebaut, ebenso wie ihr Schwesterschiff "Rhein". Bei eine Länge von 53,3 m in der Wasserlinie bzw. 56,7 m über alles, einer Breite von 10,4 m und einem Tiefgang von 4,41 m verdrängte es voll ausgerüstet 1.252 Tonnen. Es wurde von einem Vierzylinder-Dieselmotor von Sulzer mit 450 PS angetrieben, der eine Geschwindigkeit von 9,5 Knoten ermöglichte. Der Bunkervorrat von 35,2 Tonnen Dieselöl ergab eine maximale Reichweite von 3.000 Seemeilen bei einer Marschgeschwindigkeit von 9 Knoten. Die Bewaffnung bestand lediglich aus vier 2-cm-Flak C/30. Die Besatzung zählte 40–43 Mann. Das Schiff konnte in zwei Laderäumen vor und hinter dem mittschiffs befindlichen Mast mit seinen vier Ladebäumen 300–370 Minen befördern. Die Minen wurden im nicht-einsatzfähigen Zustand transportiert. Eine Minenwurfvorrichtung besaß es nicht.

Lebenslauf:

Die "Lauting" wurde nach ihrer Indienststellung 1934 dem Sperrzeugamt Wilhelmshaven unterstellt. Ihre Aufgabe war der Transport von im Minendepot Wilhelmshaven, ab 1938 im Marine-Sperrzeugamt Druhwald bei Wilhelmshaven befüllten und gelagerten Seeminen zu den Minen benötigenden Häfen und Schiffen. Am 8. Dezember 1939 wurde die Außenhaut des Zerstörers "Friedrich Ihn" beim Längsseitskommen der "Lauting" an Backbord etwa 4 m weit aufgerissen; die Reparaturen dauerten bis zum Morgen des 10. Dezember. Am 23. und am 25. Juni 1942 übergaben die beiden Minentransporter "Lauting" und "Irben" dem Minenschiff Ostmark und dem Minenleger "Brummer" in der Dusavik-Bucht bei Stavanger jeweils 160 EMC-Minen für die Minensperren „Herzog“ und „Großfürst“, die dann von der "Ostmark" und der "Brummer" westlich des Skagerrak gelegt wurden. Vom 19. bis 21. Januar 1945 war die "Lauting" in Norwegen, um einen Minenschiffverband zu versorgen, der im Skagerrak die Minensperre „Augustus“ legen sollte; da die "Irben" nicht rechtzeitig eintraf, wurde das Unternehmen erst im März durchgeführt. Nach Kriegsende wurde die "Lauting" den USA als Kriegsbeute zugesprochen. Sie diente dann zunächst bis zum 8. Dezember 1947 im Deutschen Minenräumdienst in der 2. Transportflottille der für die Gewässer vor der deutschen Nordseeküste zuständigen 2. Minenräumdivision. Am 23. Januar 1948 kaufte die HAPAG das Schiff von der Verwaltung der amerikanischen Besatzungszone Deutschlands (OMGUS) und fuhr es als Frachtschiff in Nord- und Ostsee. 1955 veräußerte die HAPAG das nun mit knapp 1000 BRT vermessene Schiff an die Emder Verkehrsgesellschaft AG (EVAG), die damit ihr erstes Schiff erwarb. Im Oktober 1961 wurde die "Lauting" an die Flensburger Reederei und Schiffsmaklerei H. P. Vith verkauft, die es in "Alnor" umbenannte. 1969 erfolgte ein Weiterverkauf an den griechischen Reeder J. Spannogiannakis, der das Schiff in "Kadiani" umbenannte. Bereits am 16. März 1969 erlitt die "Kadiani" im Sturm in der Nordsee Schiffbruch; sie wurde von dem Schlepper "Yorkshireman" an den Haken genommen, sank jedoch noch während der Abschleppfahrt beim Kap Flamborough Head.