"Königin Luise"
Bootstyp:
Die "Königin Luise" war ein Seebäderschiff der HAPAG.
Namensgebung:
Das Schiff wurde nach Luise Herzogin zu Mecklenburg benannt,
der Gemahlin König Friedrich Wilhelms III. von Preußen.
Morsename: -
Flaggenname: -
Friedenskennung:
Schiffsdaten:
Kiellegung: ?
Stapellauf: 10. April 1934
Indienststellung: 1. Juni 1934
Bauwerft: Howaldtswerke, Hamburg
Besatzung: 77 Mann als Seebäderschiff, über 200 Mann als Minenleger
Baukosten: ?
Verdrängung: 2.400 BRT maximal
Länge über alles: 93,5 m
Breite: 12,8 m
Tiefgang: 3,6 m
Maschinenanlage: Zwei Dieselmotoren
Anzahl der Wellen: 2
Leistung an den Wellen: 3.600 PS
Höchstgeschwindigkeit: 16 kn
Fahrbereich: ?
Bennstoffvorrat: ?
Bewaffnung (als Minenschiff):
Seeziel-Artillerie: keine
Flak: 2 x 8,8-cm Flak, 1 x 3,7-cm Flakzwillings, 2 x 2-cm Flak
Torpedos: keine
Wasserbomben: keine
Minen: 240 Minen
Ortungsgeräte: ?
Kommandanten:
Beschreibung des Bootes:
Die HAPAG beschaffte zwischen den Weltkriegen drei neue Seebäderschiffe von über 2.000 BRT Größe: zuerst die zweite Cobra 1926, dann die zweite Königin Luise und zuletzt 1939 die dritte Helgoland. Der Stapellauf des zweiten Neubaus für den Seebäderdienst nach dem Ersten Weltkrieg fand am 10. April 1934 auf den Howaldtswerken in Hamburg statt, die Indienststellung im Sommer desselben Jahres. Die "Königin Luise" war das erste vollgeschweißte Schiff der HAPAG. Sie war 93,5 Meter lang und 12,8 Meter breit. Das Schiff war mit 2.400 BRT vermessen. Zwei Schiffsdieselmotoren mit einer Gesamtleistung von 3.600 PS wirkten auf zwei Schrauben. Damit erreichte die "Königin Luise" eine Geschwindigkeit von 16 Knoten. Die Besatzung bestand aus 77 Mann. Das Schiff konnte 2.000 Passagiere befördern.
Lebenslauf:
Bis auf wenige Ausnahmen wurde die "Königin Luise" im Ausflugsverkehr nach Helgoland eingesetzt. Ein derartiger Sondereinsatz war auch ab Mitte Dezember 1938 dreimal wöchentlich zwischen Key West, Florida, und Havanna (Kuba) geplant, um die Aufliegezeit im Winter zu verkürzen und Devisen zu verdienen. Diese Fahrten wurden wahrscheinlich unter dem Eindruck der „Reichskristallnacht“ von amerikanischer Seite storniert. Die deutsche Kriegsmarine übernahm das Schiff im September 1939 und ließ es zum Minenschiff umrüsten und bewaffnen. Das Schiff war mit zwei 8,8-cm-Kanonen, einer 3,7-cm-Kanone und zwei 2-cm-Kanonen bestückt und konnte ungefähr 240 Minen transportieren. Im April 1940 kam die Königin Luise bei der Verminung von Kattegat und Skagerrak zum Einsatz. Anfang 1941 war sie in Stavanger stationiert und verlegte defensive Minensperren im Verband der Minenschiffgruppe Nord mit den Minenschiffen "Tannenberg", "Hansestadt Danzig" und der ehemals norwegischen "Brummer". Am 22./23. Februar 1941 verlegte sie von Bergen aus mit der "Brummer" und der inzwischen auch nach Norwegen verlegten "Cobra", gesichert durch die 5. Minensuchflottille, die Minensperre 23 »Swine« als dritten Teil der Nordverlängerung der „Westwall“-Sperren im Seegebiet zwischen den Shetlandinseln und dem Krossfjord. Am 6./7. März 1941 wurde im gleichen Verband noch die Minensperre 24 »Wollin« ca. 50 sm östlich der Shetlands als nördlichster Teil der verlängerten »Westwall«-Sperren gelegt. Nach einem weiteren Einsatz mit der "Cobra" am 10./11. März ging die "Königin Luise" in die Werft. Nach der Überholung wurde sie in die Ostsee verlegt. Als 3. Einsatzgruppe verlegte sie mit den Minenschiffen "Kaiser" und "Cobra" am 12. Juni 1941 von Gotenhafen in die finnischen Schären. Am 21./22. Juni 1941 legte die Gruppe 3, gesichert von sechs Booten der 1. Schnellboot-Flottille und fünf Booten der 5. Räumbootsflottille, zwischen Kallbada-Grund und Pakerort die Sperre »Corbetha« (400 EMC und 700 Sprengbojen). Am 8. August begann die Gruppe dann mit der Verlegung der Juminda-Sperren, unterstützt von den vorgenannten Flottillen und zwei finnischen Minenlegern. Dazu wurden über 1.300 Minen verlegt. Nach Verlegung einer weiteren Sperre von 86 EMC-Minen lief das Schiff auf dem Rückmarsch nach Entlassung des finnischen Minensuchgeleits in der Nähe von Helsinki am 25. September 1941 auf eine sowjetische Mine und sank innerhalb weniger Minuten. 40 Seeleute kamen dabei ums Leben. Die hohe Zahl der Toten war zum Teil eine Folge des sofortigen Ausfalls der Funkanlage des Schiffes nach dem Minentreffer, wodurch Hilfe nicht sofort herbeigerufen werden konnte.