"Irben"
Bootstyp:
Die "Irben" war ursprünglich ein Minentransporter.
Namensgebung:
Das Schiff wurde nach der Irbenstraße benannt, wo im Ersten
Weltkrieg 1915 und 1917 deutsche Marine-Operationen stattgefunden haben.
Morsename: -
Flaggenname: -
Friedenskennung:
Schiffsdaten:
Kiellegung:
Stapellauf: 1936
Indienststellung: 1936
Bauwerft: F. Schichau, Elbing
Besatzung: 2 Offiziere, 38 Mann
Baukosten: ?
Verdrängung: 1.157 ts
Länge über alles: 56,7 m
Breite: 10,4 m
Tiefgang: 4,41 m
Maschinenanlage: 1 Sulzer Vierzylinder Dieselmotor
Anzahl der Wellen: 1
Leistung an den Wellen: 450 PS
Höchstgeschwindigkeit: 9,5 kn
Fahrbereich: 3.000 sm bei 9 kn
Bennstoffvorrat:
Bewaffnung:
Seeziel-Artillerie: keine
Flak: 4 x 2-cm Flak C/30
Torpedos: keine
Wasserbomben: keine
Minen: 240 Minen
Ortungsgeräte: keine
Kommandanten:
Beschreibung des Schiffes:
Die "Irben" wurde von der Kriegsmarine als Ergänzung für die neuen Minentransporter "Lauting", "Rhein" und "Otter" beauftragt und bei F. Schichau in Elbing unter der Baunummer 1351 auf Kiel gelegt. Beim Stapellauf 1936 erhielt es als einziges Marineschiff den Namen "Irben". Seine Länge betrug 56,70 Meter, es war 10,40 Meter breit und wies einen Tiefgang von 4,41 Metern auf. Seine Tonnage betrug 900 BRT, die Wasserverdrängung 1.157 ts. Der Antrieb bestand aus einem Sulzer-Vierzylinder-Schiffsdieselmotor, der 450 PS erzielte und auf eine Schraube wirkte. Damit erreichte das Schiff eine Geschwindigkeit von maximal 9,5 kn. Es hatte eine Reichweite von 3000 sm bei 9 kn Marschgeschwindigkeit. Konstruktiv unterschied sich die "Irben" von den drei Vorgängerbauten vor allem durch die Anordnung der Brücke. Diese befand sich nicht am Heck über der Maschinenanlage, sondern war mittschiffs angeordnet. Die Bewaffnung bestand aus vier 2-cm-Flak C/30 und sie konnte 240 Minen transportieren.
Lebenslauf:
Nach ihrer Indienststellung 1936 wurde die "Irben" dem Sperrzeugamt Cuxhaven
unterstellt, dem auch schon die "Otter" zugeordnet war. Die anderen beiden
Minentransporter befanden sich beim Sperrzeugamt Wilhelmshaven. Nach
Kriegsbeginn war es Aufgabe der Minentransporter, die im Sperrzeugamt gelagerten
Seeminen zu den benötigten Häfen und Schiffen zu transportieren. Auf dem
Transporter befanden sich die Minen nicht einsatzfähig im Laderaum des Schiffes.
Mit dem bordeigenen Ladegeschirr konnten die Minen auf Minenleger bzw.
Minenschiffe umgeladen werden. Über Abwurfschienen verfügten die Transporter
nicht. Organisatorisch wurden die beiden Minentransporter "Irben" und "Otter" am
10. April 1943 aus der Zuständigkeit des Sperrzeugamtes Cuxhaven gelöst und dem
„Führer der Minenschiffe“ unterstellt.
Vor dem deutschen Überfall auf
Rußland am 22. Juni 1941 wurden am 6. Juni 1941 die Minentransporter "Irben" und
"Otter" im Sund und dem Großen Belt mit je 200 EMC-Minen bereitgestellt. Die
Otter hatte die Minen von den Minenschiffen "Preußen" und "Skagerrak" aus
Swinemünde, die "Irben" von der "Versailles" und der "Grille" aus Kiel
übernommen. Mit diesen 400 Minen sollte ein möglicher Ausbruchsversuch der
sowjetischen Flotte aus der Ostsee verhindert werden. Im Sommer 1942 befanden
sich die "Irben" und "Lauting" in Norwegen. Sie übergaben zunächst am 23. Juni
in der Dusavik-Bucht bei Stavanger dem Minenschiff "Ostmark" und dem Minenleger
"Brummer", und noch einmal am 25. Juni je 160 EMC-Minen für die Minensperren
„Herzog“ und „Großfürst“, die dann von "Ostmark" und "Brummer" westlich des
Skagerrak gelegt wurden. Am 8. April 1943 war die "Irben" in der östlichen
Ostsee. In Reval übernahm sie zusammen mit drei Küstenmotorschiffen die
Minenladung des Minenschiffes "Kaiser". Im Oktober 1943 wurde die "Irben" in
Frederikshavn an der Nordspitze Dänemarks erwähnt. Hier übergab sie Anfang des
Monats 50 LMF-Minen an die "Roland". "Ostmark" und "Roland" warfen vom 8. bis
18. Oktober die Minensperren „Lithium“, „Natrium“ und „Kalium“ im Skagerrak.
Noch einmal sollte die "Irben" im Januar 1945 in Norwegen einen
Minenschiffverband versorgen. In der Zeit von 19. bis 21. Januar sollte unter
anderem das Minenschiff "Lothringen" mit Minen für das Unternehmen „Augustus“
bestückt werden. Der Transporter "Lauting" war bereits vor Ort, die "Irben"
wurde zu diesem Zeitpunkt noch erwartet. Das Unternehmen musste verschoben
werden und wurde erst am 18. März 1945 von den Schiffen "Ostmark", "Linz",
"Lothringen" und dem Zerstörer "Z 20 Karl Galster" durchgeführt. Am 3. April
1945 wurde die "Irben" bei einem alliierten Luftangriff auf Kiel versenkt.