"Elsaß"
ex "Côte d'Azur"
 

Bootstyp:
Der Minenleger "Elsaß" war eine umgebaute französische Kanalfähre mit dem Namen "Côte d'Azur"

Namensgebung:
Das Schiff erhielt den Namen "Elsaß" nach der damaligen deutschen Provinz.

Morsename: -

Flaggenname: -

Friedenskennung:

 

Schiffsdaten:

Kiellegung:

Stapellauf: 1930

Indienststellung: 14. April 1931

Bauwerft: Forges et Chantiers de la Méditerranée, Graville-Sainte-Honorine

Besatzung: 218 Mann (als Minenschiff)

Baukosten: ?

Verdrängung: 3.047 BRT

Länge über alles: 99,29 m

Breite: 13,72 m

Tiefgang: 3,65 m

Maschinenanlage: Vier Babcook-Wilcox-Dampfkessel, Zwei Parsons-Turbinen

Anzahl der Wellen: 2

Leistung an den Wellen: 14.000 PS

Höchstgeschwindigkeit: 23 kn

Fahrbereich: 1.500 sm bei 19 kn

Bennstoffvorrat: ?

Bewaffnung (als Minenschiff):

Seeziel-Artillerie: 2 x 10,5-cm Sk

Flak: 16 x 2-cm Flak

Torpedos: keine

Wasserbomben: keine

Minen: 150 UMB - 180 EMC-Minen

Ortungsgeräte: keine

Sonstiges: zeitweise Fa 330 "Bachstelze"

Kommandanten:

18. Oktober 1942 Kapitänleutnant der Reserve Friedrich Dyckerhoff

 

Beschreibung des Bootes:

Die Côte d'Azur lief 1930 auf der Werft Forges et Chantiers de la Méditerranée in Graville-Sainte-Honorine, Le Havre, vom Stapel. Es war 99,29 m lang, 13,72 m breit und hatte 3,65 m Tiefgang, verdrängte 2.238 Tonnen (Standard) bzw. 2.598 t (maximal) und war mit 3.047 BRT vermessen. Die Maschinenanlage bestand aus vier Babcock-Dampfkesseln und zwei Parsons-Turbinen, die zusammen 14.000 PS erzeugten. Das Schiff hatte zwei Schrauben, mit denen es bei den Probefahrten eine Höchstgeschwindigkeit von 23,17 Knoten erreichte. Das Schiff hatte Platz für 1.400 Passagiere in der ersten und zweiten Klasse. Es machte seine erste offizielle Probefahrt am 19. Februar 1931 in Cherbourg und wurde am 14. April 1931 in Dienst gestellt. Unter dem Namen Côte d'Azur befuhr es die Strecke Calais-Dover für die französische Reederei Société Anonyme de Gérance et d'Armement (SAGA). Heimathafen war Le Havre.

Lebenslauf:

Die Côte d'Azur wurde am 8. Mai 1940 von der französischen Regierung requiriert und als bewaffneter Truppentransporter eingesetzt. Am 10. Mai brachte es, als Teil eines Konvois, 800 Mann des 2. Bataillons des 224. Infanterieregiments nach Vlissingen zur Verteidigung der niederländischen Gebiete Walcheren und Zuid-Beveland. Bereits am 11. Mai verließ es Vlissingen, musste aber nach seiner Rückkehr von Folkestone wegen der Verminung der Hafeneinfahrt von Dünkirchen am Abend des 19. Mai auf der dortigen Reede ankern. Einen deutschen Luftangriff am selben Abend überstand es unbeschadet. Am 27. Mai, während der am Vortage begonnenen alliierten Evakuierung von Dünkirchen und der heftigen Angriffe der Luftwaffe, wurde es jedoch von Stuka-Bomben getroffen. Es bekam 15 Grad Schlagseite und sank dann in flachem Wasser. Die Geschütze ragten weiterhin aus dem Wasser und beteiligten sich bis zum 31. Mai an der Verteidigung von Dünkirchen. Nach der Besetzung Frankreichs wurde das Schiff am 29. Januar 1941 gehoben und von der Kriegsmarine zum Minenschiff umgebaut. Dabei wurde es auf 103,5 m Länge verlängert und erhielt als Bewaffnung zwei 10,5-cm-Kanonen (eine vorn und eine achtern) sowie sechzehn 2-cm-Flak. Das Schiff wurde am 18. Oktober 1942 mit dem Namen "Elsaß" in Dienst gestellt. Die Besatzung kam größtenteils von dem Minenschiff Hansestadt Danzig, das am 9. Juli 1941 bei Öland nach Minentreffer gesunken war.
Die Elsaß wurde zum Legen einer Anzahl von Minensperren in der Nordsee, im Skagerrak, vor der norwegischen Küste und im Kattegat eingesetzt, oft gemeinsam mit ihrem Schwesterschiff "Ostmark", der ehemaligen "Côte d'Argent". So waren die beiden Schiffe in der vierten Juniwoche 1943 am Legen der Minensperren „Erzengel“, „Wildschwein“ und „Steinadler“ beteiligt, mit denen der maritime Abschnitt der Westwall-Sperre nach Norden verlängert wurde. In den ersten Dezembertagen 1943 nahmen sie an den Unternehmen 16e „Wandschrank“ und 16f „Handkoffer“ in der östlichen Nordsee teil, wobei Minensperren erneuert und verstärkt wurden, um den Zugang nach Dänemark und ins Skagerrak wieder zu blockieren. Im April 1944 legten sie, gemeinsam mit dem Minenschiff "Kaiser", den Zerstörern "Erich Steinbrinck" und "Hans Lody" und den Minensuchbooten "M 301", "M 381", "M 406" und "M 462", westlich des Skagerraks die neuen Westwall-Abschnitte „Katzbach A“ und „Katzbach B“ und die Sperren XXI „Leipzig“ und XXV „Ligny“. Im Mai verlegten die "Elsaß", die "Ostmark" und die "Kaiser" zusammen mit den Minensuchbooten "M 15" und "M 29" die Minensperre XXII „Waterloo“. In den frühen Morgenstunden des 5. Januar 1945 lief die Elsaß im Samsø Bælt zwischen Kalundborg und der Insel Samsø auf eine Mine und sank innerhalb kurzer Zeit. Mindestens 87 Mann ihrer Besatzung kamen dabei ums Leben.