Artillerieschulschiff "Drache"
Bootstyp:
Das Artillerieschulschiff "Drache" war eine Einzelanfertigung.
Morsename: ?
Flaggenname: ?
Friedenskennung: -
Schiffsdaten:
Kiellegung: 22. Oktober 1907
Stapellauf: 11. Juni 1908
Indienststellung: 26. Oktober 1908
Bauwerft: Krupp Germania-Werft, Kiel
Besatzung: 55 - 59 Mann
Baukosten: ?
Verdrängung: 812 t
Länge über alles: 53,6 m
Breite: 9,0 m
Tiefgang: 4,6 m
Maschinenanlage: Zwei stehend aufgestellte zweifach wirkende 3-Zylinder Expansionsmaschinen
Anzahl der Wellen: 2
Leistung an den Wellen: 1.670 PSi
Höchstgeschwindigkeit: 15,3 kn
Fahrbereich: 1.730 sm bei 11 kn
Bennstoffvorrat: 147 t Kohle
Bewaffnung:
Seeziel-Artillerie: Drei 10,5-cm-Utof L/45 in Einzellafetten
Flak: Ein 2-cm FlaMG L 65 C 30 auf Sockellafette C 30
Torpedos: keine
Wasserbomben: keine
Minen: keine
Minenräumgeräte: keine
Kommandanten:
Beschreibung des Bootes:
Lebenslauf:
Das Artillerie-Schulschiff "Drache" lief am 11. Juni 1908 in Kiel vom Stapel
und wurde als Artillerietender und Schulschiff eingesetzt. Es war 53,6 m lang
und 9 m breit, hatte 3 m Tiefgang und verdrängte 790 t. Die Bewaffnung bestand
aus vier 8,8-cm-Schnellladekanonen und vier 5,2-cm-Schnellladekanonen, die
Besatzung aus 68 Mann. Die aus mit Kohle befeuerten Dampfkesseln und
Verbundmaschinen bestehende Antriebsanlage verlieh dem Schiff eine
Höchstgeschwindigkeit von 15 Knoten. Das Schiff diente bis 1914 als
Artillerietender und Schulschiff bei der „Inspektion der Schiffsartillerie“. Es
war insbesondere zum Schleppen von Zielscheiben, zum Sichern des Schießgebiets
und zur Versorgung der schießenden Schiffe eingesetzt. Bei Kriegsausbruch 1914
wurde "Drache" der Küstenschutzdivision Jade/Weser zugeteilt. Nach Ende des
Ersten Weltkrieges mußte "Drache" nicht an die Siegermächte abgegeben werden,
sondern wurde in die Reichsmarine übernommen. Das Schiff diente dem Führer der
Minensuchboote in der Ostsee als Führerboot und wurde im Oktober 1922 als Tender
bei der Schiffsartillerieschule eingesetzt. Im Jahr 1936 wurde eine
Grundüberholung an dem Schiff durchgeführt. In deren Verlauf erhielt das Schiff
neue Kessel, die bisherigen zwei Schornsteine wurden durch einen einzelnen
ersetzt. Außerdem wurden Brückenaufbauten verändert und die Bewaffnung
verändert.
Im März 1945 wurde die "Drache" zur Unterstützung der zurückweichenden deutschen
Heerestruppen und Beschießung sowjetischer Truppen bei Danzig eingesetzt.
Anschließend wurde "Drache" zur Evakuierung von Flüchtlingen aus Ostpreußen
eingesetzt. Hierbei wurde das Schiff am 9. und 10. April 1945 im Königsberger
Seekanal durch Artillerietreffer von Land her beschädigt. Am 18. April 1945
wurde das Schiff südwestlich von Pillau durch russische Flugzeuge durch zwei
Bombentreffer versenkt.