Bulgaria
 

Bootstyp:
Der Minenleger "Bulgaria" war ein ehemaliger bulgarischer Frachtdampfer.

Namensgebung:
Das Schiff wurde nach seinem Heimatland benannt.

Morsename: -

Flaggenname: -

Friedenskennung:

 

Schiffsdaten:

Kiellegung: 1894

Stapellauf: 3. Juli 1894

Indienststellung: 16. August 1894

Bauwerft: Swan Hunter, Newcastle upon Tyne

Besatzung: 84 Mann

Baukosten: ?

Verdrängung: 1.108 BRT

Länge über alles: 77,8 m

Breite: 10,21 m

Tiefgang: 5,77 m

Maschinenanlage: 2 x Dampfkessel, 1 x 3-Zylinder Verbundmaschine

Anzahl der Wellen: 1

Leistung an den Wellen: 1.200 PS

Höchstgeschwindigkeit: 12 kn

Fahrbereich:

Bennstoffvorrat: 170 t Kohle

Bewaffnung:

Seeziel-Artillerie: keine

Flak: keine

Torpedos: keine

Wasserbomben: keine

Minen: 120 Minen

Ortungsgeräte: keine

Kommandanten:

1942 Korvettenkapitän der Reserve Joachim Wünning

August 1942 Kapitänleutnant der Reserve Vincent Sogorski

Januar 1943 Oberleutnant der Reserve Heinrich Heyck

 

Beschreibung des Bootes:

Die Bulgaria wurde 1894 als Frachtschiff bei Swan Hunter & Wigham Richardson in Newcastle upon Tyne unter der Baunummer 303 auf Kiel gelegt. Der Stapellauf erfolgte am 3. Juli 1894, die Fertigstellung am 16. August des Jahres. Ihre Länge betrug 77,80 Meter, sie war 10,21 Meter breit, hatte einen Tiefgang von 5,77 Metern und war mit 1.108 BRT vermessen. Der Antrieb bestand aus einer 3-Zylinder-dreifach-Expansionsmaschine mit zwei kohlebefeuerten Kesseln, die 1.200 PS erzielte und auf eine Schraube wirkte. Damit erreichte sie eine Höchstgeschwindigkeit von 12 Knoten.

 

Lebenslauf:

Direkt nach der Fertigstellung wurde das Schiff an die bestellende Reederei, die Societé Commerciale Bulgare de Navigation à Vapeur, mit Sitz in Warna an der bulgarischen Schwarzmeerküste ausgeliefert. Im August/September 1894 traf die "Bulgaria" in ihrem neuen Heimathafen Warna ein und verkehrte die meisten der rund 35 Jahre hauptsächlich zwischen bulgarischen Häfen und dem östlichen Mittelmeer. Vor und während des Ersten Weltkrieges wurde die Bulgaria mehrfach von der Marine eingezogen: 1912 diente sie zeitweilig in der bulgarischen Marine als Stabsschiff und wurde 1913 an die Reederei zurückgegeben. 1915 wurde sie als Transporter erneut eingezogen und 1919 von französischen Einheiten beschlagnahmt. Erst 1920 kam sie wieder zur Reederei zurück und in Fahrt. Über die Jahrzehnte verblieb die Bulgaria einzig bei dieser Reederei. Nach Kriegseintritt Bulgariens auf Seiten der Achsenmächte im März 1941 musste die Bulgaria – wie andere bulgarische Schiffe auch – an die Deutschen abgegeben werden, die sie offiziell kauften. Die Kriegsmarine übernahm das Frachtschiff – der genaue Zeitpunkt ist unklar. Auf Salamis, wo sich die Marinewerft Skaramanga mit Marineausrüstungs- und Reparaturbetrieb befand, ließ die Kriegsmarine die Bulgaria zum Minenschiff umbauen. Nach dem Umbau verfügte sie über eine Kapazität für 120 Minen; über die Bewaffnung dagegen liegen keine Angaben vor. Die Kriegsmarine beließ ihr den alten Namen und stellte sie für die 21. U-Jagdflottille am 16. März 1942 in Dienst. Es wurde im gleichen Seegebiet wie das Minenschiff "Drache" eingesetzt.  1942 legte sie vor den Dardanellen, in der Salonikibucht und vor Piräus Minensperren. 1943 war sie in der Ägäis, vor Kreta und vor der bulgarischen Küste im Einsatz. Von Mai bis September 1943 beteiligte sie sich am Legen italienischer Defensiv-Minensperren. Zunächst an der griechischen Westküste zusammen mit den italienischen Minenschiffen "Barletta" und "Morosini" sowie der "Drache", in der Ägäis (alleine eingesetzt, 3 Sperren mit 140 Minen), ab 19. Juli wieder zusammen mit der "Drache" in der Ägäis 15 Sperren mit 690 Minen. Infolge der britischen Eroberungsversuche der Dodekanes-Inseln im September und Oktober 1943 war die "Bulgaria" an der deutschen Wiedereroberung der Insel Kos, dem Unternehmen Eisbär, beteiligt. Dabei diente sie ab 1. Oktober als Transporter und zur Sicherung der Invasionsflotte. Bei einem Nachschubtransport von Piräus nach Cos wurde sie am 8. Oktober südlich Amorgos durch das britische Unterseeboot "Unruly" versenkt. 38 Mann der Besatzung kamen dabei ums Leben. Wie viele der rund 350 eingeschifften Soldaten ums Leben kamen, ist nicht bekannt.