Regelbauten der Wehrmacht
Die Bauzeichnungen der Entwürfe bis einschließlich zum Limesprogramm
tragen Nummern, die sich aus einer fortlaufenden, ein- bis vierstelligen Zahl,
dem Kennbuchstaben 'B' für 'Bauwerk' und dem verschlüsselten Entwurfsjahr
zusammensetzen. Die Jahresangaben lassen sich wie folgt entschlüsseln: 7 = 1934,
8 = 1935, 9 = 1936, 01 = 1937, 2 = 1938, 3 = 1939, 4 = 1940, 5 = 1941, 6 = 1942
und 7 = 1943.
Regelbaunummern wurden erstmals für die Bauten des Pionierprogramms eingeführt.
Hinter der Bezeichnung für die Ausbaustärke wurde eine laufende Nummer gesetzt,
Kleinbuchstaben kennzeichneten die einzelnen Varianten. Ab dem Limesprogramm
kamen neue Regelbaunummern zur Einführung, die sogenannten Roten Nummern. Die
Luftwaffe ging bei der Errichtung der L.V.Z.-West einen anderen Weg: Sie
bezeichnete ihre Regelbauten mit den Buchstaben B, F, K, M, Pz, U und V.
Bei Einführung des Aachen-Saar-Programms wurden ständige Anlagen für folgende
Verwendungszwecke vorgesehen:
- Kampfstände (MG-Kasematte oder -Schartenstand, Doppel-MG-Kasematte oder -Schartenstand,
Pak-Kasematte oder
- Schartenstand, Stand für Drei- oder Sechsscharten-Panzerturm, Kasematte oder
Schartenstand für MG und Pak)
- Gefechtsstände (Btl.- oder Rgt.-Gef.St., Sanitätsunterstand, Stand für
Batterieführung)
- Artillerie-Stände (Beobachtungsstand, Munitionsstand, Geschützunterstellraum,
Doppel-Geschützkasematte, offene Feuerstellung)
- Unterstände (Gruppen- und Doppelgruppenunterstand, Geschützunterstellraum für
Pak oder 2 cm Flak)
Bereits in den vorigen Bauprogrammen wurden Stände für diese Zwecke errichtet,
neu waren lediglich die Artillerie-Stände. Im Zuge der Weiterentwicklung der
Regelbauten kamen andere Typen wie Stände für Nachrichtenzwecke, Wasser- und
Stromversorgung, Flak und Funkmessgeräte hinzu. Die folgenden Beispiele sollen
einen Überblick über möglichst viele dieser Verwendungen geben. Einleitend
werden jeweils die Charakteristika der zugrunde liegenden Bauprogramme
beschrieben, so dass die Entwicklung der Regelbauten von 1934 bis 1945
nachvollzogen werden kann. Die ausgewählten Beispiele sind typisch für die
jeweiligen Regelbauprogramme der drei Wehrmachtteile.
Die Ausbaustufen der Landbefestigungen
Die Ausbaustärken der deutschen Landbefestigungen
Regelbauten des Heeres:
Regelbauten der Luftwaffe:
| LVZ-West | Regelbauten der Luftwaffe ab 1942 |
Regelbauten der Kriegsmarine:
Die Kriegsmarine entwickelte zu Beginn des Ausbaues des Atlantikwalls ein eigenes, sehr umfangreiches Bauprogramm, unterteilt in die fünf Gruppen Bh, Fl, M, S und V. Die letzteren vier wiesen auf den vorwiegenden Verwendungszweck hin, während 'Bh' nur 'behelfsmäßig' bedeutet und solche Bauten meint, die bei entsprechend verbesserter Rohstofflage durch ständige Bauten zu ersetzen gewesen wären. Unter 'Fl' wurden Entwürfe erfasst, die der Flugabwehr dienten, Regelbauten der 'M'- und 'S'-Gruppe sollten in mittleren und schweren Seezielbatterien zum Einsatz kommen und Bauten mit dem Präfix 'V' dienten Nachrichtenzwecken. Der immer mehr Rohstoffe und Arbeitskräfte aufzehrende Krieg zwang jedoch zur Übernahme der Heeresregelbauten für Unterbringungs- und Versorgungszwecke, soweit keine auf die Bedürfnisse der Kriegsmarine abzustimmenden Bauten unbedingt nötig waren. Die Bezeichnung der Ausbaustärken wich teilweise von der des Heeres ab; statt 'verstärkt feldmäßig' (vf.) hieß es 'feldmäßig verstärkt' (fmv.). In den 'Bestimmungen über Regelbauten der Kriegsmarine' hieß es daher: 28 "Die Sammlung 'Regelbauten der Kriegsmarine' enthält im wesentlichen nur die Bauten, die dem unmittelbaren Kampfeinsatz der Küstenverteidigung dienen und in ständiger, zum Teil in feldmässiger Bauweise zu errichten sind. Auf Grund bisheriger Kriegserfahrungen sind manche dieser Entwürfe zum Teil überholt und in Umkonstruktion begriffen. Sie werden laufend zur Ergänzung der Sammlung, bzw. zur Auswechslung einzelner Blätter übersandt. Die in diesem Heft nicht enthaltenen Stände für Panzerabwehr, Sanitäts- und Wasserversorgung, Unterstände für Mannschaft, Verpflegung usw. sind der Sammlung 'Regelbauten des Heeres' zu entnehmen."
| Bh (behelfsmäßig) | Fl / Flak | M (mittlere Seezielbatterien) |
| S (schwere Seezielbatterien) | V (Nachrichtenbunker) |