Regelbau 621 Gruppenunterstand

 

Beschreibung:

Dieser Regelbau ersetzte am Atlantikwall den Gruppenunterstand 501. Sein Bau verbrauchte das doppelte Betonvolumen, hauptsächlich wegen der Forderung nach einem zweiten Eingang. Die Herausgabe seines Entwurfes erfolgte relativ kurz nach der Neugliederung der Schützen- bzw. Infanteriegruppe, die von 15 auf 10 Mann Kopfstärke verkleinert wurde. Da der Grundriss nicht auch verkleinert wurde, erhöhte sich das Raumvolumen je Mann auf 2 m³.
Die Grundrissgestaltung erinnert, ebenso wie beim Doppelgruppenunterstand 622, an die Westwall-Regelbauten 10 a und F. Diese besaßen schon die später zur Norm gewordenen zwei Eingänge. Wie bei den Regelbauten ab 1942 üblich besaß der Typ 621 meistens in einer, manchmal in beiden Flankierungsmauern einen Ringstand. Seit August 1944 fielen die Flankierungsmauern fort, den Ringstand der Bauform 201 setzte man, wenn unter Zeitdruck gebaut werden musste, separat neben den Bunker. Der Regelbau 621 kam auch in verringerter Baustärke B 1 zur Ausführung, er erhielt die Bezeichnung R 621 n.A.
Der Regelbau 621 verfügte über zwei Eingänge. Diese wurden je durch einen Gewehrschartenverschluss 48P8 gesichert, die in den Bereitschaftsraum mündeten. Der Gewehrschartenverschluss 48P8 war 40 mm stark, 250 kg schwer und hatte die Maße 820 mm x 750 mm. Durch die Scharte konnte mit Pistole, Gewehr oder Handgranate verteidigt werden. Durch eine Panzertür 434P01 (Gewicht 640 kg, 1,7 m x 0,8 m groß) gelangte man in eine Gasschleuse und aus dieser durch eine Gasschutztür 19P7 in den Bereitstellungsraum für 10 Mann. Der Raum war 2,3 m hoch. Die Soldaten schließen in dreistöckigen Klappbetten, die an der Wand befestigt waren und tagsüber hochgeklappt wurden.
Wegen der einfachen und zweckmäßigen Formgebung wurde der Typ 621 zum Standardtyp des Gruppenunterstandes, er war aber auch als Kompaniegefechtsstand vorgesehen. Diese Verwendung - bei einer Belegungsstärke von nur 9 Mann - war ihm auch bei den Maßnahmen zur Verstärkung des Westwalls ab 1944 zugedacht, zur Ausführung kam es jedoch wahrscheinlich nicht mehr. Darüberhinaus waren auch Kriegsmarine und Luftwaffe gehalten, Bedienungsmannschaften in Heeresregelbauten der Typen 621, 622 und 668 unterzubringen. Wegen der universellen Verwendungsmöglichkeit kommen noch heute unzählige Varianten dieses Regelbaus in ganz Europa vor.

 

Skizze: