Zeltmann, Otto Gustav Robert

 

* 24. März 1881, Paris

† 6. April 1952, Gießen


BArch Pers 6/301437

 

Otto Zeltmann war der Sohn vom Überseekaufmann Theodor Zeltmann und dessen Ehefrau Marie Louise, geborene Engler. Er trat am 21. März 1899 als Fahnenjunker in das Württembergische Armee ein. Er kam dabei zum 1. Württembergisches Dragoner-Regiment "Königin Olga" Nr. 25 nach Ludwigsburg. Bei diesem wurde er nach dem Besuch der Kriegsschule am 18. August 1900 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 30. Januar 1900 (310) datiert. Danach wurde er dann als Eskadronoffizier im 1. Württembergisches Dragoner-Regiment "Königin Olga" Nr. 25 eingesetzt. Am 18. Oktober 1909 (B41b) wurde er zum Oberleutnant befördert. Am 18. Oktober 1913 (F2f) wurde er zum Rittmeister befördert. Als solcher wurde er dann bis kurz vor Beginn des 1. Weltkrieges im Sommer 1914 beim Stab vom 1. Württembergisches Dragoner-Regiment „Königin Olga“ Nr. 25 eingesetzt. Anfang August 1914 kam er dann zum Generalstab vom XIII. Armeekorps. Am 18. August 1915 wurde er zum Höheren Kavallerie-Kommando 6 versetzt. Seine erste Ehefrau war die etwa dreizehn Jahre jüngere Anna Therese Ella Dapper-Saalfels. Seine älteste Tochter Erika Ella Luise Zeltmann wurde am 28. März 1917 in Charlottenburg geboren. Sein Vater starb am 7. Mai 1917. Am 13. September 1917 wurde er in den Generalstab der 41. Infanterie-Division versetzt. Am 18. Mai 1918 wurde er zum Major befördert. Im Ersten Weltkreg wurde er mit beiden Eisernen Kreuzen ausgezeichnet. Nach dem 1. Weltkrieg wurde er ab dem 27. Februar 1919 im Württembergischen Kriegsministerium eingesetzt. Im Frühjahr 1919 wurde er dann als Major in das vorläufige Reichsheer übernommen. Am 13. Juni 1919 wurde er aber aus dem Heer verabschiedet.

Seine jüngste Tochter Anne-Liese Zeltmann wurde am 30. November 1919 in Frankfurt am Main geboren. Er war dort im Bankgewerbe als Bankdirektor tätig. 1930 war er Leiter der Filiale der Darmstädter und Nationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien in Mönchen-Gladbach. Seine erste Ehefrau starb am 27. Februar 1935. Spätestens ab 1935 war er als Leiter der Niederlassung Gießen der Dredener Bank in Gießen tätig. Er wohnte dort in der Johannesstraße 1, wo er die Telefonnummer 2344 hatte. Vom 12. Juni 1935 bis zum 29. Juni 1935 besuchte er einen Lehrgang für Ergänzungsführer an der Infanterieschule in Döberitz. Vom 26. November 1935 bis zum 7. Dezember 1935 besuchte er einen Stabsoffizier-Lehrgang beim Generalkommando IX. Armeekorps. Ab 1936 ist er dann als Major der Reserve bei Übungen vom Infanterie-Regiment 116 in Hessen verzeichnet. Vom 1. April 1936 bis zum 8. April 1936 besuchte er einen Stabsoffizier-Lehrgang bei der 9. Infanterie-Division. Vom 29. November 1937 bis zum 1. Dezember 1937 besuchte er einen Stabsoffizier-Lehrgang bei der 9. Infanterie-Division. Im September 1938 wurde er zum Führer des II. Ergänzungs-Bataillons vom Infanterie-Regiment 116 ernannt. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg im Sommer 1939 wurde er dann in die Wehrmacht als Major eingezogen. Er wurde dann zum Kommandeur des III. Bataillons vom Infanterie-Regiment 116 ernannt. Mit seinem Bataillon bezog er dann zuerst Stellungen im Westen. Am 12. September 1939 wurde ihm die Spange zum Eisernen Kreuz 2. Klasse verliehen. Im Herbst 1939 wurde er dann zum 1. Generalstabsoffizier (Ia) der 218. Infanterie-Division ernannt. Diese befand sich zu dieser Zeit als Besatzungstruppe in Polen. Zum Ende des Frühjahrs 1940 verlegte er dann mit der Division in den Westen. Am 1. August 1940 wurde er dann zum Ia der 197. Infanterie-Division ernannt. Diese befand sich als Besatzungstruppe in der Niederlande. Im Oktober 1940 wurde er abgelöst. Er wurde dafür am 19. Oktober 1940 zum Chef des Generalstabes vom neuen Höheres Kommando z.b.V. LIX in Frankreich ernannt. Zum 1. November 1940 wurde er zum Oberstleutnant der Reserve befördert. Die Spange zum Eisernen Kreuz 1. Klasse wurde ihm am 20. Juni 1941 verliehen. Durch die Umbenennung des Stabes wurde er dann Mitte Januar 1942 zum Chef des Generalstabes vom Generalkommando LIX. Armeekorps ernannt. Kurz darauf verlegte er dann mit dem Stab in den Mittelabschnitt der Ostfront. Seine Tochter Erika Zeltmann heiratete am 21. September 1942 den über drei Jahre jüngeren Wolfgang Immo Peter Fischer-Defoy, Sohn vom praktischen Arzt Dr. med. Otto August Werner Fischer-Defoy. Am 1. Oktober 1942 wurde er zum Oberst der Reserve befördert. Bereits zum 1. Januar 1943 (41) wurde er zum Generalmajor befördert. Am 2. Januar 1943 wurde er abgelöst und dafür in die Führerreserve OKH versetzt. Er wurde dafür am 15. Februar 1943 zum Chef des Generalstabes vom Generalkommando LXXXI. Armeekorps ernannt. Seine älteste Tochter Erika Fischer-Defoy starb am 27. November 1943 in der Eschenbachstraße 14 in Frankfurt am Main. Als Todesursache wurde akute Magenlähmung und Gallenleiden angegeben. Zum 1. Januar 1944 wurde er zu den aktiven Truppenoffizieren überführt. Im März 1944 wurde Generalmajor Zeltmann abgelöst und wieder in die Führerreserve OKH versetzt. Seinen Dienst regelte der Wehrkreis IX. Er heiratete am 24. Juni 1944 in zweiter Ehe die über elf Jahre jüngere Auguste Christine Eugenie Irene Ellenberger, Tochter des Fabrikanten und Kaufmanns Heinrich Eduard Berthold Adolf Christian Carl Robert Ellenberger, in Gießen. Am 31. August 1944 wurde unter Verleihung des Rechts zum Tragen seiner bisherigen Uniform aus dem aktiven Wehrdienst der Wehrmacht verabschiedet. Er war auch nach dem Krieg wieder als Bankdirektor tätig. Er wohnte privat weiter in der Johannesstraße 1 in Gießen. Er starb am 6. April 1952 um 08:15 Uhr in der Wilhelmstraße 14 in Gießen. Als Todesursache wurde Hochdruck und Apolexia angegeben.

Aus der am 17. Oktober 1877 in Frankfurt am Main geschlossenen Ehe seiner Eltern hatte er noch mehrere Geschwister:
Sein älterer Bruder war der am 12. Oktober 1878 in Paris geborene Théodore Louis Frédéric Zeltmann. Dieser starb bereits als Kleinkind am 25. Oktober 1879 in Paris.
Seine ältere Schwester war die am 16. November 1879 in Paris geborene Anna Maria Theresia Zeltmann. Diese heiratete in erster Ehe am 12. Mai 1900 den Leutnant und Abteilungsadjutant Hans Gustav Freiherr von Riedel, Sohn von Dr. jur. Emil Freiherr von Riedel. Die erste Ehe wurde durch das am 14. Januar 1918 rechtsgültig gewordene Urteil geschieden. In zweiter Ehe heiratete sie bereits am 6. März 1918 den etwa dreieinhalb Jahre älteren Bankdirektor Otto Deutsch, der danach den Namen Otto Deutsch-Zeltmann trug.
Sein jüngerer Bruder Henri Louis Zeltmann wurde am 9. Januar 1883 ebenfalls in Paris geboren. Dieser stab 1959 in Südafrika.
Seine jüngere Schwester Hildegard Agnes Caroline Zeltmann wurde am 15. Mai 1885 in Frankfurt am Main geboren. Sie heiratete am 9. Juni 1908 den fast genau siebzehn Jahre älteren Rechtsanwalt Dr. jur. Karl Alexander Berg, Sohn des Senators Karl Nikolaus Berg, in Frankfurt am Main. Aus der Ehe entsprang mindestens die am 6. September 1917 geborene Tochter Bettina Anna Gabriele Berg. Diese starb bereits am 25. September 1917 in Frankfurt. Der Ehemann starb am 28. Januar 1960 in Frankfurt am Main. Seine Schwester starb am 18. Juni 1974.

 

Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10854 - Vae – Zwe
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1899, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1899
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1900, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1900
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1901, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1901
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1902, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1902
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1903, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1903
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1904, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1904
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1905, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1905
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1906, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1906
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1907, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1907
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1908, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1908
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1909, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1909
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1910, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1910
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1911, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1911
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1912, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1912
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1913, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1913
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1914, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1914
Dienstaltersliste der Offiziere der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich  Württembergischen) Armeekorps 1917, Mittler und Sohn 1917
Dienstaltersliste der Offiziere der bisherigen Preußischen Armee und des XIII. (bisherigen Württembergischen) Armeekorps 1919, Mittler und Sohn 1919
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung Wehrmacht 6. Oktober 1936
Stellenbesetzung des Heeres mit Stand vom 12. Oktober 1937
Stellenbesetzung des Heeres 1938
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955
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