Werner, Paul-Hermann

 

* 19. März 1893, Stade

† 30. Juni 1940, Atlantik

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Paul-Hermann Werner trat ca. 1912 als Fahnenjunker in die Kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum Eisenbahn-Regiment Nr. 2. Bei diesem wurde er mit Patent vom 20. August 1912 zum Leutnant befördert. Auch vor Beginn des 1. Weltkrieges im Sommer 1914 gehörte er als Kompanieoffizier noch zum Eisenbahn-Regiment Nr. 2. Am 18. Dezember 1917 wurde er zum Oberleutnant befördert. Im 1. Weltkrieg wurde er nicht nur mehrmals verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Silber widerspiegelte.Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern und beiden Eisernen Kreuzen auch noch andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er dann als Oberleutnant mit seinem alten Rangdienstalter in das Reichsheer übernommen. Beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 gehörte er dann zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 3. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr kam der dann als Kompanieoffizier in das 5. (Preuß..) Infanterie-Regiment. Am 1. Oktober 1921 wurde er dann als Eskadronoffizier in das 5. (Preuß.) Reiter-Regiment versetzt. Vermutlich wurde er von diesem für zwei Jahre zur Führergehilfenausbildung in den Stab der 2. Division der Reichswehr nach Stettin kommandiert. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 gehörte er zur 4. (MG.) Kompanie vom 5. (Preuß..) Infanterie-Regiment in Stettin. 1924/25 wurde er dann als Kompanieoffizier zur 2. Kompanie der 2. (Preuß.) Kraftfahr-Abteilung nach Schwerin (Mecklenburg) versetzt. 1925/26 wurde er in den Stab der 2. (Preuß.) Kraftfahr-Abteilung nach Stettin versetzt. Am 1. Februar 1926 wurde er zum Hauptmann befördert. 1927/28 wurde er dann zum Chef der 2. Kompanie der 2. (Preuß.) Kraftfahr-Abteilung in Schwerin (Mecklenburg) ernannt. Diese Position übte er dann mehrere Jahre aus. Im Frühjahr 1931 wurde er in das Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin versetzt. Dort wurde er als Sachbearbeiter in die Inspektion der Verkehrstruppen (In 6) eingesetzt. Er wurde dort die nächsten Jahre beim Stab für die Kraftfahrtruppe unter Generalmajor Lutz eingesetzt. Nach der Erweiterung der Reichwehr zur Wehrmacht wurde er dann am 1. Januar 1937 zum Oberstleutnant befördert. Als solcher wurde er dann als Kommandeur der Panzer-Abwehr-Abteilung 20 in Hamburg eingesetzt. Im Herbst 1938 übernahm er dann das Amt des Kommandeurs der Panzerabwehrtruppen X in Hamburg. Nach dem Polenfeldzug wurde er als Oberst zum Kommandeur vom Panzer-Regiment 31 der 5. Panzer-Division. Er lenkte seinen  Verband dann zunächst im Frühjahr 1940  im  Westfeldzug mit besonderem Können. Er führte  das Regiment, das damals nördlich von Arras auch die Lorettohöhe stürmte, stets "von vorne". Für seine überragenden Leistungen erhielt er am 3. Juni 1940 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Im zweiten Teil des Westfeldzuges erzwang er mit seinen Panzern den Somme-Übergang bei Amiens. Er eroberte Ruon und schloß mit der gesamten 7. Panzer-Division den Kessel bei St. Valéry. Nach einem Gewaltmarsch von 360 Kilometern in zwei Tagen erreichte er am 19. Juni 1940 als erster Offizier der Wehrmacht den Kriegshafen Brest. Im Verlauf eines Badeunfalls im Atlantik erlag Oberst Werner nur wenige Tage sarauf am 30. Juni 1940 einem Herzinfarkt. Nachdem am 5. Juli 1940 in der Hamburger Hanseatenkaserne die Trauerfeier stattgefunden hatte, wurde er am folgenden Tag in Camps bei Schwerin beigesetzt.

 

Ritterkreuz (3. Juni 1940)