Weiß, Robert Otto Gustav
| * 6. März 1866, Niederaula, Kreis Hersfeld † 27. Juli 1933, Zillerthal-Erdmannsdorf, Kreis Hirschberg in Schlesien |
Robert Weiß war der Sohn des Amtsgerichtrats Adolf Friedrich Berthold Weiß und dessen Ehefrau Adelheid, geborene Suchier. Seine Mutter starb am bereits 8. August 1871 in Meerholz. Sein Vater heiratete später Ernestine Kraushaar. Er trat am 3. April 1886 als Fahnenjunker in das 1. (Hannoversches) Bataillon vom Fuß-Artillerie-Regiment Nr. 10 in Straßburg im Elsaß ein. Sein Vater starb am 13. Mai 1886 in Meerholz im Alter von 62 Jahren. Am 13. November 1886 wurde er in seinem Regiment zum Portepeefähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 17. September 1887 zum außeretatmäßigen Sekondeleutnant befördert. Als solcher wurde er anfangs in der 1. Kompanie vom Fuß-Artillerie-Regiment Nr. 10 in Sraßburg verwendet. Von Oktober 1889 bis 1891 wurde er von dieser Kompanie auch zur Vereinigten Artillerie- und Ingenieursschule kommandiert. Nach seiner Rückkehr wurde er als Kompanieoffizier in der 6. Kompanie des II. (Hessiches) Bataillons von seinem Regiment in Straßburg im Elsaß eingesetzt. Er heiratete am 12. November 1891 die über vier Jahre jüngere Eva Margarete Silberschmidt, Tochter des Kaufmanns Carl Adolf Silberschmidt, in Berlin. Am 31. August 1892 wurde sein Sohn Adolf Robert Gerhard Weiß in Berlin geboren. Im Frühjahr 1893 gehörte er als Kompanieoffizier zur 8. Kompanie des II. (Hessiches) Bataillons vom Fuß-Artillerie-Regiment Nr. 10 in Straßburg. Am 17. Oktober 1893 wurde er zum Premierleutnant,vorläufig ohne Patent, befördert und gleichzeitig in das Ostpreußische Fuß-Artillerie-Regiment "von Linger" Nr. 1 nach Königsberg in Preußen versetzt. Dort wurde er etatmäßig der 7. Kompanie zugeteilt. Er wurde von dieser zur Dienstleistung als Assistent zur Abteilung II der Artillerie-Prüfungs-Kommision kommandiert. Am 12. September 1894 erhielt er sein Patent als Oberleutnant. Am 14. November 1895 wurde er in das Magdeburgisches Fuß-Artillerie-Regiment "Encke" Nr. 4 nach Magdeburg versetzt. Dort wurde er etatmäßig der 3. Kompanie zugeteilt, blieb aber weiterhin zur Artillerie-Prüfungs-Kommision kommandiert. Nach seiner Rückkehr wurde er als Kompanieoffizier in dieser 3. Kompanie eingesetzt. 1898/99 wurde er in gleicher Funktion in die 5. Kompanie seines Regiments am gleichen Standort versetzt. Am 1. Januar 1899 wurde er durch die Umbenennung seines Dienstgrades zum Oberleutnant ernannt. Am 18. August 1900 folgte seine Beförderung zum Hauptmann, vorläufig ohne Patent, und die Versetzung in das Pommersches Fuß-Artillerie-Regiment "von Hindersin" Nr. 2, wo er als Nachfolger von Hauptmann Wehrenpfennig als Chef der 4. Kompanie in Swinemünde eingesetzt wurde. Als solcher hat er am 27. Januar 1902 sein Patent als Hauptmann erhalten. Am 18. Juni 1903 wurde er als Militärlehrer zur Vereinigten Artillerie- und Ingenieur-Schule versetzt. Sein Nachfolger als Chef der 4. Kompanie in Swinemünde wurde Hauptmann Arnold. Nachdem seine Einrichtung im Jahr 1907 in die Militärtechnische Akademie aufgegangen war, wurde er ab dem 18. Mai 1907 auf dieser weiter als Militärlehrer verwendet. Am 17. Mai 1910 wurde er als Nachfolger von Hauptmann Buch als Chef der 7. Kompanie in das Schlesisches Fußartillerie-Regiment "von Dieskau" Nr. 6 nach Neiße versetzt. Am 27. Januar 1912 wurde er in den Stab des Regiments am gleichen Standort versetzt. Dann folgte am 22. April 1912 seine Beförderung zum Major, vorläufig ohne Patent, und die Versetzung in das 2. Pommersches Fußartillerie-Regiment Nr. 15 nach Thorn. Am 22. Mai 1912 hat er sein Patent als Major erhalten. Ab dem 20. Mai 1913 war er als Lehrer an der Fußartillerie-Schießschule in Jüterbog im Einsatz. Bei der Mobilmachung für den 1. Weltkrieg wurde er am 1. August 1914 Kommandeur des III. Bataillons vom Fußartillerie-Regiment Nr. 10 und anschließend Kommandeur vom Fußartillerie-Regiment Nr. 5. Am 18. April 1917 folgte seine Beförderung zum Oberstleutnant. Ab 1918 war er Chef der Artillerie-Prüf-Kommission. Nach dem Krieg wurde er im Jahr 1919 in das vorläufige Reichsheer übernommen. Ab dem 1. Oktober 1919 war er Abteilungschef bei der Inspektion für Waffen und Gerät (IWG) im Reichswehrministerium (RWM). Dort war er auch bei der Bildung des 200.000 Mann-Heeres der Reichswehr Mitte Mai 1920 weiter im Einsatz. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr am 1. Oktober 1920 blieb er weiter als Abteilungsleiter bei der IWG im RWM im Einsatz. Am 18. Dezember 1920 wurde Robert Weiß mit Wirkung zum 1. Oktober 1920 zum Oberst befördert. Am 1. Oktober 1923 folgte seine Beförderung zum Generalmajor. Am 31. März 1926 wurde er mit dem Charakter als Generalleutnant aus dem aktiven Militärdienst verabschiedet. Er starb noch lange vor dem 2. Weltkrieg im Jahr der Machtergreifung.
Aus der zweiten Ehe seines Vaters wurde am 28. Oktober 1874 in Meerholz sein Halbbruder Ernst Emil Weiss in Meerholz geboren. Dieser schlug ebenfalls die Offizierslaufbahn ein. Er trat als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Wie sein Halbbruder kam er zum Fuß-Artillerie-Regiment Nr. 10 . Bei diesem wurde er am 21. April 1894 zum Portepeefähnrich befördert. Am 27. Januar 1895 wurde er zum Sekondeleutnant befördert. Er heiratete als Sekondeleutnant vom Fuß-Artillerie-Regiment Nr. 10 in Straßburg am 26. September 1898 (standesamtlich) und 27. September 1898 (kirchlich) die fast genau ein Jahr jüngere Clara Elisabeth Kraushaar, Tochter vom Direktor Dr. phil. Carl Hartmann Ernst Kraushaar, in Hannover. Am 1. Januar 1899 wurde er durch die Umbenennung seines Dienstgrades zum Leutnant ernannt. Im Jahr 1900 wurde er als Nachfolger von Oberleutnant Forstmann zum Adjutant des I. (Hannoversches) Bataillons seines Regiments in Straßburg ernannt. 1903/04 wurde er als Bataillonsadjutant durch Leutnant Lenßen abgelöst. Er wurde jetzt wieder als Kompanieoffizier in der 5. Kompanie vom Niedersächsisches Fußartillerie-Regiment Nr. 10 in Straßburg verwendet. Am 1. Oktober 1904 wurde er für seine Generalstabsausbildung zur Kriegsakademie nach Berlin kommandiert. Dort wurde er am 15. Dezember 1904 zum Oberleutnant befördert. Nach dem Ende der Kriegsakademie im Juli 1907 wurde er bis zum Schluß der Herbstübungen im gleichen Jahr zum Eisenbahn-Regiment Nr. 1 kommandiert. Nach seiner Rückkehr im Herbst 1907 wurde er wieder als Kompanieoffizier in der 5. Kompanie seines Regiments verwendet. Spätestens ab dem Frühjahr 1909 gehörte er in gleicher Funktion zur 7. Kompanie des II. (Kurhessischen) Bataillons. Am 7. April 1911 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Hauptmann, vorläufig ohne Patent, als Nachfolger von Hauptmann Claessens zum Chef der 7. Kompanie in das Magdeburgisches Fuß-Artillerie-Regiment "Encke" Nr. 4 nach Magdeburg versetzt. Am 13. September 1911 hat er sein Patent als Hauptmann erhalten. Auch kurz vor Beginn des 1. Weltkrieges zum Ende des Frühjahr 1914 war er noch Chef dieser 7. Kompanie. Er wurde dann zur Kriegsschule Metz versetzt. Zum Ende des Krieges wurde er als Kommandeur des Fußartillerie-Regimentsstabs 121 verwendet. Er wurde nicht in das 100.000 Mann-Heer der Reichswehr übernommen. Sein Halbbruder starb am 29. Juli 1927 in Magdeburg.
Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg,
Signatur MSG 109/10854 - Vae – Zwe
Rang- und Quartierlisten der
königlich Preußischen Armee für 1888, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1888
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1889, Ernst
Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1889
Rang- und Quartierlisten der
königlich Preußischen Armee für 1890, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1890
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1891, Ernst
Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1891
Rang- und Quartierlisten der
königlich Preußischen Armee für 1892, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1892
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee für 1893, Ernst
Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1893
Rang- und Quartierlisten der
königlich Preußischen Armee für 1894, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1894
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII.
(königlich Württembergischen) Armeekorps 1895, Ernst Siegfried Mittler und Sohn,
Berlin 1895
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des
XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1896, Ernst Siegfried Mittler und
Sohn, Berlin 1896
Rang- und Quartierlisten der königlich Preußischen Armee
und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1897, Ernst Siegfried
Mittler und Sohn, Berlin 1897
Rang- und Quartierlisten der königlich
Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1898,
Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1898
Rang- und Quartierlisten der
königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen)
Armeekorps 1899, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1899
Rang- und
Quartierlisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1900, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1900
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1901, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1901
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1902, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1902
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1903, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1903
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1904, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1904
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1905, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1905
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1906, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1906
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1907, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1907
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1908, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1908
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1909, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1909
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1910, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1910
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1911, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1911
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1912, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1912
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1913, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1913
Ranglisten der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich
Württembergischen) Armeekorps 1914, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin
1914
Dienstaltersliste der Offiziere der königlich Preußischen Armee und des XIII.
(königlich Württembergischen) Armeekorps 1917, Mittler und Sohn 1917
Dienstaltersliste der Offiziere der bisherigen Preußischen Armee und des XIII.
(bisherigen Württembergischen) Armeekorps 1919, Mittler und Sohn 1919
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin,
Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin,
Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin,
Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin,
Mittler und Sohn 1926