Waldmann, Hans

 

* 24. September 1922 in Braunschweig

 + 18. März 1945, bei Schwarzenbek (nähe Hamburg)

 

 

 

 

Hans Waldmann wurde am 24. September 1922 in Braunschweig geboren, besuchte dort das Wilhelm-Gymnasium und meldete sich nach bestandener Reifeprüfung mit 17 Jahren freiwillig zur Luftwaffe. Seine fliegerische Ausbildung begann am 16.10.1940.

 

Als Flugzeugführer einer Me 109 des II./ Jagdgeschwaders 52 erlebte er seinen ersten Feindflug am 31.08.1942 im Raum STALINGRAD. Am 01.09.1942 erzielte er auf seinem 6. Frontflug und seiner ersten  Feindberührung überhaupt, die ersten beiden Abschüsse. Waldmann flog Rotteneinsätze mit bekannten Jagdfliegern wie Johannes Steinhoff und Gerhard Barkhorn.

 

Es folgte anschließend eine Umschulung in Frankreich (Sept. 43 bis Febr. 44). In diesen Monaten sind nur zwei Feindflüge zu verzeichnen gewesen. Immerhin schoss der am 05.12.1943 zum Leutnant beförderte Waldmann eine Boeing Fortress aus einem geschlossenen Verband heraus.

 

Mittlerweile Ende Februar 1944 wieder an der Ostfront, erhöhte Waldmann die Zahl seiner bisherigen Abschüsse auf 121 Luftsiege.

 

Die Schwerpunkte seiner Einsätze an der Ostfront lagen im Schwarzmeer-Abschnitt KRIM - KERTSCH - ANAPA ("Gotenkopf"). MAIKOP, KOTELNIKOWO, SLAWIANSKAJA und besonders ANAPA waren die Haupteinsatzplätze der 6. Staffel des JG 52.

Im Juli 1944 musste das Jagdgeschwader 52 Waldmanns Staffel an die Reichsverteidigung abgeben (seit August dann 8. Staffel JG. 3), bei der sie anfangs hauptsächlich zur Jabo-Bekämpfung eingesetzt wurde. Hans Waldmann konnte als 126. Abschuss einen viermotorigen amerikanischen Bomber vom Typ Liberator verbuchen. Es folgten dann noch 5 Thunderbolt-Abschüsse.

Nach den Heimateinsätzen zur Reichsverteidigung folgte eine Umschulung auf die Me 262. Auf seinem ersten Einsatzflug bei der 3.Staffel des Jagdgeschwaders 7 mit dem schnellen Turbojäger errang er einen Doppelsieg am 22.02.1945. Zwei amerk. Jäger waren seine Gegner, wovon eine Mustang in 6000 bis 7000 Meter Höhe abgeschossen wurde und die zweite 25 km nordöstlich vom BROCKEN/HARZ abstürzte. Weitere Rotten-, Ketten- und Schwarmeinsätze blieben ohne Feindberührung.

Am 18. März 1945, startete vom Flugplatz KALTENKIRCHEN (HOLSTEIN; ca. 30 km nördlich von HH) ein Schwarm der 3.Staffel des JG 7 zum Einsatz in Richtung BERLIN gegen viermotorige Bomber der Alliierten. Eine Stunde lang hatten 305 Fortress und 916 Liberator die Reichshauptstadt angegriffen.

Um 12:24 Uhr hob die von Oberleutnant Hans Waldmann geflogene Me 262 mit dem Kennzeichen Gelbe ,,3" vom Boden ab, doch bereits nach vier Minuten Flugdauer endete der letzte Einsatz für den mit 134 Luftsiegen in 527 Frontflügen erfolgreichen Jagdflieger tödlich: Zwei der Düsenjäger vom Typ Me 262 waren nach einer Kollision bei SCHWARZENBEK (östl. von HH) abgestürzt. Der Staffelkapitän Oberleutnant Waldmann starb einen tragischen Fliegertod im Alter von erst 22 Jahren. Auch sein Rottenkamerad fand den Tod beim Zusammenstoß der Maschinen in den Wolken. 

Auf dem Friedhof in KALTENKIRCHEN befindet sich die letzte Ruhestätte des Jagdfliegers Hans Waldmann.

 

 

 Ritterkreuz (05.02.1944)  Ritterkreuz mit Eichenlaub (01.03.1945)

Weitere Auszeichnungen:

25.09.1942 das EK II,

 11.11.1942 das EK I,

 01.02.1943 die Frontflugspange für Jäger in Gold,

 10.03.1943, nach 33 Abschüssen, den Ehrenpokal,

17.04.1943 das Deutsche Kreuz in Gold  Aus dem Leistungsbuch ergibt sich, dass die Auszeichnung mit dem Eichenlaub noch am 01.03.1945 erfolgt ist.  

 

 

 

 

Quelle: Das Deutsche Soldatenjahrbuch 1973, Gerhard Bracke 

Verf. A.M. (GORCH FOCK) 25.07.2008