Ritter von Voigtländer, Rudolf

 

* 9. Januar 1884, Brüssel

+ 31. Mai 1959, Tutzing

 

 

Rudolf Ritter von Voigtländer trat am 27. Januar 1903 als Fähnrich in das Braunschweigische Infanterie-Regiment Nr. 92 ein. Hier wurde er am 24. April 1904 zum Leutnant befördert und als Kompanie-Offizier eingesetzt. Vom 1. April 1909 bis zum 1. August 1914 war er als Lehrer an verschiedenen Unteroffiziers-Vorschulen eingesetzt (Neubreisach, Sigmaringen und Wetzlar) eingesetzt. Am 18. April 1903 folgte die Beförderung zum Oberleutnant. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde er am 2. August 1918 Kompanieführer im Reserve-Infanterie-Regiment 78, wo er am 24. Dezember 1914 zum Hauptmann befördert wurde. 1915 übernahm er das Kommando über ein Bataillon in seinem Regiment, bevor er im Juli 1916 in den Generalstab der Obersten Heeresleitung versetzt wurde. 1917 wurde er dann in den Stab der 4. Garde-Infanterie-Division versetzt. Im gleichen Jahr kam er als Ia in den Stab der 3. Infanterie-Division und dann in den Stab der 29. Infanterie-Division. Hier verblieb er bis nach Kriegsende. Am 1. Mai 1919 wurde er in den Stab des Grenzabschnitt-Kommandos Wipperfürth versetzt, bis er am 9. Dezember 1919 mit dem Charakter als Major aus dem Militärdienst ausschied. Im Anschluß studierte er an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin und arbeitete als Volontär und Gutsverwalter. Vom 2. Oktober 1931 bis zum 14. März 1933 absolvierte er einen Vorbereitungskursus für den Freiwilligen Arbeitsdienst und wurde anschließend persönlicher Referent des Staatskommissars für Tiefbau der Stadt Berlin. Vom 16. November 1933 bis zum 31. Juli 1936 war er dann Güterdirektor der Stadt Berlin.
Vom 22. August bis zum 31. Dezember 1936 besuchte er einen E-Offiziers-Anwärter-Lehrgang*, um am 1. Januar 1937 als Major und E-Offizier in die Luftwaffe einzutreten und in den Stab des Luftkreis-Kommandos II versetzt zu werden. Ab dem 1. Juli 1938 diente er als Ic im Stab des Luftgau-Kommandos III, wo er am 1. April 1939 zum Oberstleutnant befördert wurde. Am 6. Oktober 1939 kam er als Ic in den Generalstab des I. Flakkorps und am 1. November 1940 wieder in den Stab des Luftgau-Kommandos III. Ab dem 24. Februar 1941 war er Ic im Stab des Fliegerführers Afrika. In Afrika folgte am 1. Juni 1941 die Beförderung zum Oberst. Am 1. Mai 1942 wurde er dann Kommandeur des Wehrbezirks-Kommandos Bielefeld und am 1. Januar 1944 des Wehrbezirks-Kommandos I. Am 20. April 1945 zum Generalmajor befördert, geriet er bei Kriegsende in amerikanische Gefangenschaft, aus der er 1947 entlassen wurde.

 

*Ausgeschiedene ehemalige Offiziere wurden oft als zivile Angestellte der (schwarzen) Reichswehr in "Landesschutzangelegenheiten" beschäftigt (L-Angestellte). Ab dem 1. Oktober 1933 taten diese als sog. L-Offiziere (L = Landsschutz; nicht Landwehr) Dienst in Kommandostellen der Reichswehr, trugen weiterhin Zivil und hatten an ihrem Rang ein "a.D." Das war wie eine eigene Laufbahn mit eigener Besoldung neben dem aktiven Offizierskorps. Am 5. März 1935 erfolgte die Umbenennung in E-Offiziere für Ergänzungsoffizierskorps. Hier trugen die Ränge dann ein (E) als Zusatz. Diese Offiziere wurden nur in bestimmten Bereichen, meist Innendienst eingesetzt und machten während der Aufrüstung aktive Offiziere frei für andere Verwendungen.

 

Literatur und Quellen:

Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10854 - Vae – Zwe
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955 
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler (1925).
Rangliste des Deutschen Reichsheeres 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926.
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
Karl Friedrich Hildebrandt: Die Generale der Luftwaffe 1935–1945, Band 3: O-Z, Biblio Verlag, Osnabrück 1993