Utke, Kurt

 

* 2. Dezember 1893, Frankfurt an der Oder

† 30. September 1970 in den Alpen tödlich verunglückt

 

 

Kurt Utke trat am 13. April 1912 als Seekadett in die Kaiserliche Marine ein. Nach seiner Grundausbildung absolvierte er seine Bordausbildung an Bord des Großen Kreuzers SMS Victoria Louise. Anschließend besuchte er die Marineschule in Mürwik, wo er am 12. April 1913 zum Fähnrich zur See ernannt wurde. Durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges mußte Kurt Utke seine Ausbildung an der Marineschule abbrechen. Am 12. August 1914 wurde er auf den Großen Kreuzer SMS Yorck versetzt. Mit diesem nahm er an Aufklärungsfahrten in der Ostsee teil. Am 4. November 1914 wurde er dem Matrosen-Regiment 5 beim Marinekorps Flandern zugeteilt. Ab März 1915 diente er auf dem Großen Kreuzer SMS von der Tann, auf dem er am 22. März 1915 zum Leutnant zur See befördert wurde. Mit dem Schiff nahm er im August 1915 am Vorstoß von Teilen der Hochseeflotte in die Rigaer Bucht teil. Im April 1916 war das Schiff an der Beschießung von Lowestoft und Great Yarmouth und im Mai 1916 an der Skagerrakschlacht beteiligt. Ab März 1917 absolvierte er eine Unterseebootsausbildung an der U-Bootschule in Neustadt in Holstein. Ab Juni 1917 war Utke dann Wachoffizier auf SM UC 71 der Unterseebootsflottille Flandern. Am 25. Dezember 1917 wurde er zum Oberleutnant befördert. Im April 1918 kam er als Wachoffizier auf SM UC 11, das ebenfalls zur Unterseeboots-Flottille Flandern gehörte. Ab dem 17. Juni 1918 war er Kommandant des Bootes. Am 26. Juni 1918 lief SM UC 11 in der Nordsee nahe Harwich auf eine Seemine, wobei es sank. Utke überlebte als einziges Besatzungsmitglied und geriet in britische Gefangenschaft, aus der er am 30. Mai 1920 entlassen wurde. Nach der Rückkehr nach Deutschland wurde Kurt Utke ab dem 31. Mai 1920 als Zugführer im neu formierten Küstenwehrregiment Wilhelkmshaven eingesetzt. Am 25. Oktober 1920 wurde er Kompaniechef in der Schiffsstammdivision der Nordsee. Ab dem 9. März 1922 fungierte er dann als Wachoffizier auf dem als Schulschiff genutzten Kleinen Kreuzer Berlin. Hier wurde er am 1. Januar 1924 zum Kapitänleutnant befördert. Am 1. Oktober 1924 wurde er wieder Kompaniechef, dieses mal beim Küstenverteidigungsbataillon 4. Am 27. September 1926 kam er dann als Erster Offizier auf das Linienschiff Elsass. Am 24. September 1928 wechselte er als militärischer Berater an die Torpedoversuchsanstalt Eckernförde. Hier erfolgte am 1. Oktober 1931 seine Beförderung zum Korvettenkapitän. Am 5. Oktober 1932 wurde Kurt Utke Kommandant des Marine-Artillerie-Bataillons 4. Auf diesem Dienstposten wurde Utke am 1. April 1936 zum Fregattenkapitän und am 1. Oktober 1937 zum Kapitän zur See befördert. Ab dem 4. Oktober 1937 war er dann Kommandeur der Torpedo- und Nachrichtenschule in Flensburg-Mürwik. Am 20. April 1939 übernahm er das Kommando über das Linienschiff Schlesien. Unter seinem Kommando transportierte die Schlesien nach Abschluss des Polenfeldzuges den Chef der Polnischen Marine, den deutschstämmigen Admiral Jósef Unrug als Kriegsgefangenen nach Swinemünde. Unrug und Utke waren aus ihrer gemeinsamen Zeit bei der Kaiserlichen Marine miteinander bekannt. Am 18. November 1939 gab Utke das Kommando über die Schlesien wieder ab und wurde Kommandeur der Torpedoversuchsanstalt Eckernförde. Am 1. März 1942 zum Konteradmiral befördert, wurde Kurt Utke am 22. Februar 1943 Inspekteur des Torpediowesens der Kriegsmarine. In dieser Dienststellung wurde er am 1. Februar 1944 zum Vizeadmiral befördert. Ab dem 6. Dezember 1944 war Admiral Utke kurzzeitig Inspekteur der Wehr-Ersatz-Inspektion in Bremen. Als die Stadt am 26. April 1945 von britischen Einheiten erobert wurde, geriet Utke in britische Gefangenschaft, aus der er am 17. Mai 1948 entlassen wurde.
Kurt Utke wurde während einer Bergtour im Mieminger Gebirge auf der Ostseite der Ehrwalder Sonnenspitze am 30. September 1970 als vermisst gemeldet, seine Leiche wurde allerdings erst am 6. August 1971 gefunden. Die Tiroler Polizei legte den Todeszeitpunkt auf den 30. September 1970 fest.

 

Literatur und Quellen:

Dermont Bradley, Hans H. Hildebrand, Ernest Henriot: Deutrschlands Admirale 1849 - 1945: Die militärischen Werdegänge der See-, Ingenieur-, Sanitäts-, Waffen- und Verwaltungsoffiziere im Admiralsrang, Band 3: P-Z. Biblio-Verlag, Osnabrück
Oberkommando der Kriegsmarine / Personalamt: Rangliste der Deutschen Kriegsmarine 1938, nach dem Stand vom 1. November 1938, Mittler & Sohn, Berlin
Oberkommando der Kriegsmarine / Personalamt: Rangliste der Deutschen Kriegsmarine 1935, nach dem Stand vom 1. November 1935, Mittler & Sohn, Berlin
Oberkommando der Kriegsmarine / Personalamt: Rangliste der Deutschen Kriegsmarine 1937, nach dem Stand vom 1. November 1937, Mittler & Sohn, Berlin
Oberkommando der Kriegsmarine / Personalamt: Rangliste der Deutschen Kriegsmarine 1944, nach dem Stand vom 1. November 1944, Mittler & Sohn, Berlin