Ueberschär, Bernhard Gustav Georg

 

* 10. Mai 1898, Thiergarten, Kreis Ohlau

† 14. Februar 1974, Bückeburg

 

 

Bernhard Ueberschär war der Sohn des Handelsmühleninhabers Maximilian Ueberschär und dessen Ehefrau Hedwig, geborene Bilzer. Er trat nach seiner Kadettenausbildung am 29. März 1916 mit dem Charakter als Fähnrich in die Königlich Preußische Armee ein. Er wurde dabei zum Ersatz-Bataillon vom 4. Niederschlesisches Infanterie-Regiment Nr. 51 überwiesen. Bei diesem wurde er am 15. Oktober 1916 zum Leutnant befördert. Am 4. April 1917 wurde ihm das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Am 12. Februar 1918 wurde er als Ordonanzoffizier im Stab des II. Bataillons vom 4. Niederschlesisches Infanterie-Regiment Nr. 51 eingesetzt. Am 11. Juni 1918 wurde ihm das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen. Er wurde im 1. Weltkrieg nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Nach dem 1. Weltkrieg wurde er ab dem 13. März 1919 als Adjutant im Freiwilligen Infanterie-Regiment 51 der Freiwilligen 11. Infanterie-Division eingesetzt. Zum Ende des Frühjahrs 1919 wurde er in das vorläufige Reichsheer übernommen. Ab Mitte Juni 1919 wurde er als Hilfsoffizier im Stab vom Reichswehr-Infanterie-Regiment 12 der Reichswehr-Brigade 6 eingeteilt. Am 15. Mai 1920 wurde er bei der Bildung des 200.000 Mann-Heeres der Reichswehr aus dem aktiven Dienst verabschiedet.

Zumindest die nächsten acht Jahre arbeitete er dann als Mühlenpächter in seinem Geburtsort. Am 5. August 1925 heiratete er die über acht Jahre jüngere Friederike Christiane Eva Jaekel, Tochter des Fabrikbesitzers Ernst Jaekel, in Striegau. Am 13. Juni 1926 wurde sein Sohn Peter Ueberschär geboren. Ab dem 1. Oktober 1928 arbeitete er als kaufmännischer Angestellter bei der Striegauer Stuhlfabrik. Am 24. Februar 1931 wurde sein Sohn Jost Ueberschär geboren. Am 1. Juli 1934 wurde er dann als Hauptmann in das 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr übernommen. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1934 festgelegt. Er wurde anfangs bei der 5. Kompanie vom 7. (Preuß.) Infanterie-Regiment eingesetzt. Vom 17. Juli 1934 bis zum 14. September 1934 besuchte er einen Lehrgang beim Ausbildungsstab der Infanterieschule in Döberitz. Er wurde bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht am 1. Oktober 1934 zum Chef der 1. Kompanie im Infanterie-Regiment Breslau ernannt. Bei der Enttarnung der Verbände wurde er dann am 15. Oktober 1935 wurde er dadurch dann zum Kompaniechef der 1. Kompanie im Infanterie-Regiment 49 ernannt. Am 17. Juni 1936 wurde er zum Chef der 14. (Panzerabwehr-) Kompanie vom Infanterie-Regiment 49 ernannt. Vom 10. Dezember 1936 bis zum 19. Dezember 1936 wurde er zu einem Lehrgang für Kompaniechefs der Panzerabwehr-Einheiten nach Döberitz kommandiert. Vom 17. Februar 1938 bis zum 1. März 1938 besuchte er einen Kraftfahrtechnischen Lehrgang der Infanterie-Panzer-Abwehr-Kompanien in Wünsdorf. Auch kurz vor Beginn des 2. Weltkrieges im Sommer 1939 führte er noch die 14. (Panzerabwehr-) Kompanie vom Infanterie-Regiment 49. Bei Beginn des Krieges führte er seine Kompanie dann im Polenfeldzug. Dabei wurde ihm die Spange zum Eisernen Kreuz 2. Klasse verliehen. Am 15. Oktober 1939 wurde er mit der Führung des II. Bataillons vom Infanterie-Regiment 49 ernannt. Am 1. Dezember 1939 wurde er zum Major befördert. Als solcher wurde er an diesem Tag auch in das Oberkommando des Heeres versetzt. Dort wurde er jetzt in der Abteilung z.b.V. (Heereswesen-Abteilung) beim Generalstab des Heeres eingesetzt. Dabei war er jetzt Sachbearbeiter für die Disziplin des Feldheeres und der Organisation des Heeres-Streifendienstes zuständig. Am 15. Februar 1942 wurde er mit Wirkung vom 1. März 1942 zum Oberstleutnant befördert. Er war inzwischen Gruppenleiter in der Abteilung z.b.V. (Heereswesen-Abteilung). Am 31. März 1943 erhielt er folgende Beurteilung von Oberst i.G. Albert Radke, Chef der Heerwesen-Abteilung beim General z.b.V.: "Gerader Charakter, soldatische Persönlichkeit. Sicher und gewandt im Auftreten. Gefestigt als Träger nationalsozialistischer Weltanschauung. Vor dem Feind als Kompaniechef bewährt. Mit Verständnis und Erfolg in seinem Arbeitsgebiet der Erhaltung der Disziplin des Feldheeres tätig. Gesunder Menschenverstand, klares Urteil. Körperlich gut veranlagt, frisch und leistungsfähig. Guter Kamerad. Besonders passionierter Soldat. Bewertung: Über Durchschnitt. Empfehlung: Regimentskommandeur. Alsbaldige Verwendung als Regimentskommandeur." Dazu ergänzte am 1. Aril 1943 General der Artillerie Eugen Müller, General z.b.V. OKH: "Klar und nüchtern urteilender Soldat, als Gruppenleiter auf seinem Arbeitsgebiet bewährt." An diesem 1. April 1943 wurde er dann zum Kommandeur vom Jäger-Regiment 83 ernannt. Dieses führte er jetzt in den Abwehrkämpfen im Nordabschnitt der Ostfront im Raum vor Leningrad. Dabei wurde ihm im Sommer 1943 die Spange zum Eisernen Kreuz 1. Klasse verliehen. 1944 wurde er zum Oberst befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Oktober 1943 festgelegt. Er führte das Regiment dann auch in den Rückzugskämpfen nach Ostpreußen. Am 1. Juni 1944 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Am 1. Juni 1944 erhielt er folgende Beurteilung von Generalleutnant Hans Speth, Kdr. 28. Jäger-Division: "Gediegener Charakter von ernster Lebens- und Berufserfassung. Nationalsozialist im Denken und Handeln. Als Regimentskommandeur auch in Krisenlagen voll bewährt. Hat das ausgeblutete Regiment schnell wieder auf die alte Höhe gebracht. Gute taktische Kenntnisse, geistig und körperlich frisch. Vorbildlich in seiner inneren Einstellung und Denkungsart. Bewertung: Durchschnitt. Empfehlung: OKH im Bereich Befehlshaber des Ersatzheeres." Am 7. September 1944 wurde ihm auch noch die Ehrenblattspange verliehen. Am 1. Januar 1945 wurde er auf die Eignungsliste der Heeresgruppe Mitte als Divisionskommandeur gesetzt. Am 13. Februar 1945 wurde er dann mit der Führung der 547. Volks-Grenadier-Division beauftragt. Vom 18. Februar 1945 bis zum 2. März 1945 wurde er mit der Führung der 299. Infanterie-Division beauftragt. Am 2. März 1945 erhielt er folgende Beurteilung von General der Infanterie Gerhard Matzky, KG vom XXVI. Armeekorps: "Oberst Ueberschär hat vom 18. Februar 1945 bis zum 2. März 1945 die Kampfgruppe Göbel (299. Infanterie-Division) geführt und dabei Tatkraft, Krisenfestigkeit und Umsicht bewiesen. Eingehende Beurteilung infolge der kurzen Unterstellung nicht möglich." Am 6. März 1945 ergänzte General der Infanterie Friedrich-Wilhelm Müller, OB der 4. Armee: "Schließe mich dem Urteil des Kommandierenden Generals vom XXVI. Armeekorps an. Oberst Ueberschär besitzt die uneingeschränkte Eignung zum Divisionsführer und ist zur Beförderung zum Generalmajor geeignet." Am 12. März 1945 ergänzte Generaloberst Dr. Lothar Rendulic, OB der Heeresgruppe Nord: "Einverstanden. Oberst Ueberschär ist zum Divisionsführer und zur Beförderung zum Generalmajor uneingschränkt geeignet." Am 15. März 1945 ergänzte auch Generaloberst Walter Weiss, Führer der Heeresgruppe Nord: "Zum Divisionsführer uneingschränkt geeignet." Am 18. März 1945 wurde er mit der Führung der 129. Infanterie-Division beauftragt. Diese führte er jetzt bei den Abwehrkämpfen in Ostpreußen. Am 20. April 1945 wurde er zum Generalmajor befördert. Als solcher wurde er jetzt auch zum Kommandeur der 129. Infanterie-Division ernannt. Im gleichen Monat bildete er mit seinem Stab den Kampfkommandant Frische Nehrung. Nach der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht geriet er dann am 9. Mai 1945 in englische Gefangenschaft. Aus dieser wurde er im Juni 1947 wieder entlassen. Danach arbeitet er anfangs als Handelsvertreter. Ab Oktober 1948 war er dann als Hüttenmann der Zinkhütte Harlingerrode der Unterharzer Berg- und Hüttenwerke beschäftigt. Nach einem Jahr wurde er dann ab dem 15. Oktober 1949 als Kaufmännischer Angestellter der Unterharzer Berg- und Hüttenwerke in Goslar beschäftigt.