Trotha, Wolf von

 

* 1. Oktober 1884, Potsdam

† 31. Januar 1946, Berlin, sowj. Gefangenschaft

 

 

Wolf von Trotha trat am 1. April 1902 als Seekadett in die Kaiserliche Marine ein. Er absolvierte seine Grundausbildung und dann seine Bordausbildung auf dem Schulschiff SMS "Stein". Ab dem 19. März 1903 besuchte er die Marineschule und absolvierte mehrere Spezialkurse. Am 11. April 1903 wurde er zum Fähnrich zur See ernannt. Im September 1904 verließ er Deutschland in Richtung Woosung, wo er ab dem 25. Oktober 1904 auf dem Großen Kreuzer SMS "Hertha" Dienst tat. Das Schiff wurde im Stationsdienst in Ostasien eingesetzt und kehrte im Mai 1905 nach Deutschland zurück, wo es außer Dienst gestellt wurde. Wolf von Trotha wurde daraufhin am 13. Mai 1905 auf das Linienschiff SMS "Zähringen" und am 12. Juli 1905 auf das Linienschiff SMS "Preußen" versetzt. Am 29. September 1905 zum Leutnant zur See befördert, folgte am Folgetag seine Versetzung als Wachoffizier auf den Kleinen Kreuzer SMS "Ariadne". Am 23. September 1906 wurde er zur Verfügung der II. Marine-Inspektion gestellt und am 1. Oktober 1906 als Kompanieführer zur II. Torpedodivision versetzt. Hier fuhr er kurzzeitig als Wachoffizier auf den Torpedobooten "S 129" und "G 132". Nach seiner Beförderung zum Oberleutnant zur See am 30. März 1908 verließ er am 25. April 1908 Deutschland erneut in Richtung Ostasien. In Shanghai wurde er Wachoffizier auf dem Kanonenboot SMS "Iltis". Am 21. Mai 1910 verließ er Shanghai wieder und wurde nach seiner Rückkehr nach Deutschland zur Verfügung der II. Marine-Inspektion gestellt. Anschließend kam er ab dem 1. Oktober 1910 als Inspektionsoffizier an die Marineschule. Am 1. Oktober 1913 kehrte er als Inspektionsoffizier zur II. Torpedodivision zurück und war dort vom 1. November bis zum 23. Dezember 1913 Kommandant des Torpedobootes "V 157". Am 16. März 1914 wurde er zur VI. Torpedobootsflottille versetzt und dort am 22. März 1914 zum Kapitänleutnant befördert. Bei der VI. Torpedobootsflottille war er Kommandant der folgenden Torpedoboote: Zwischen dem 29. März und dem 13. Oktober 1914 das Torpedoboot "V 157", zwischen dem 24. Oktober 1914 und dem 17. Januar 1915 das Torpedoboot "G 41", zwischen dem 18. Januar 1915 und dem 15. März 1918 das Torpedoboot "G 37" und zwischen dem 16. März und dem 15. November 1918 das Torpedoboot "S 49". Kurz vor Kriegsende wurde er am 17. November 1918 an die Kaiserliche Werft in Wilhelmshaven versetzt (ab dem 24. November 1918 Reichswerft Wilhelmshaven). Ab dem 16. Juni 1920 war er Leiter der Abwicklung bei der II. Marine-Brigade und am 3. November 1920 wurde er zum Hafenkapitän von Wilhelmshaven ernannt. Am 10. Februar 1921 folgte seine Versetzung als 1. Adjutant in den Stab der Marinestation der Nordsee, wo er am 1. März 1921 zum Korvettenkapitän befördert wurde. Am 1. Oktober 1923 wurde er Chef der II. Flottille (am 1. November 1924 in II. Torpedobootsflottille umbenannt). Am 12. Mai 1926 kam er als Navigationsoffizier auf das Linienschiff "Elsaß". Nach nur wenigen Monaten auf dem Schiff wurde Wolf von Trotha am 21. September 1926 Kommandeur der Torpedo- und Nachrichtenschule. Am 1. März 1928 wurde er hier zum Fregattenkapitän befördert. Zwischen dem 3. Oktober 1928 und dem 16. April 1929 war er Kommandant des Kreuzers "Nymphe" und anschließend bis zum 2. September 1929 auf dem Kreuzer "Königsberg". Wegen einer Erkrankung musste er das Kommando über den Kreuzer wieder abgeben und wurde anschließend zur Verfügung des Chefs der Marinestation der Ostsee gestellt. Nach seiner Beförderung zum Kapitän zur See am 1. Januar 1930 wurde er am 27. Februar 1930 zum Kommandanten von Kiel ernannt. Gleichzeitig fungierte er als Hafenkommandant von Kiel und als Marinekommissar für den Kaiser-Wilhelm-Kanal. Am 29. September 1930 wurde Wolf von Trotha Chef der Marineoffizierspersonalabteilung in der Marineleitung. Am 30. September 1932 wechselte er an die Marineschule Mürwik, deren Kommandeur er wurde. In dieser Position wurde ihm am 1. Oktober 1933 der Charakter als Konteradmiral verliehen, am 1. April 1934 erhielt er das zugehörige Patent. Am 30. September 1936 schied er unter Verleihung des Charakters als Vizeadmiral aus dem Militärdienst aus.
Ab dem 15. Februar 1939 war Wolf von Trotha zur Verfügung der Kriegsmarine gestellt. Ab dem 5. September 1939 fungierte er als 2. Admiral der Ostsee, bis er am 4. Dezember 1939 in die Führerreserve versetzt wurde. Am 21. Januar 1941 wurde er Oberwerftdirektor an der Kriegsmarinewerft St. Nazaire, wo er am 1. September 1941 das Patent als Vizeadmiral z.V. erhielt. Am 19. Oktober 1942 wurde er beurlaubt und am 30. November 1942 aus dem Militärdienst entlassen.
Am 4. Dezember 1945 wurde Wolf von Trotha aus dem amerikanischen Sektor Berlins im Auftrag des sowjetischen Sicherheitsdienstes entführt. Er verstarb wahrscheinlich während eines Verhörs im Gefängnis in Teltow.
 

 

Literatur und Quellen:

Dermot Bradley, Hans H. Hildebrand, Ernest Henriot: Deutschlands Admirale 1849–1945 Band 3: P-Z Biblio Verlag, Osnabrück 1990
Oberkommando der Kriegsmarine: Rangliste der Deutschen Kriegsmarine 1938, Verlag Mittler und Sohn, Berlin, 1938
Oberkommando der Kriegsmarine: Rangliste der Deutschen Kriegsmarine 1937, Verlag Mittler und Sohn, Berlin, 1937
Oberkommando der Kriegsmarine: Rangliste der Deutschen Kriegsmarine 1936, Verlag Mittler und Sohn, Berlin, 1936
Oberkommando der Kriegsmarine: Rangliste der Deutschen Kriegsmarine 1935, Verlag Mittler und Sohn, Berlin, 1935