Trotha, Clamor von

 

* 6. Oktober 1894, Magdeburg

† 4. November 1988, Ahrensburg in Schleswig-Holstein

 

 

Clamor von Trotha trat am 1. April 1912 als Seekadett in die Kaiserliche Marine ein. Er absolvierte seine Grundausbildung und seine Bordausbildung auf dem Großen Kreuzer SMS "Hertha". Ab dem 8. März 1913 besuchte er die Marineschule in Mürwik und absolvierte diverse Spezialkurse. Am 12. April 1913 wurde er zum Fähnrich zur See ernannt. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde Clamor von Trotha am 5. August 1914 auf das Linienschiff SMS "Mecklenburg" versetzt. Das Schiff nahm vom 5. bis 10. September sowie vom 22. bis 26. September 1914 an Vorstößen in die östliche Ostsee teil. Vom 5. Dezember 1914 bis zum 2. April 1915 war die SMS "Mecklenburg" im Vorposten- und Sicherungsdienst auf der Unterelbe tätig. Im Februar 1915 wurde von Trotha als 2. FT-Offizier auf das Linienschiff SMS "Hannover" versetzt und dort am 22. März 1915 zum Leutnant zur See befördert. Mit der SMS "Hannover" nahm er am 31. Mai / 1. Juni 1916 an der Skagerrakschlacht teil. Im November 1916 wurde er an die Unterseebootsschule versetzt, um dort seine Ubootsausbildung zu absolvieren. Nach dem Ende seiner Ausbildung wurde er im Januar 1917 zur II. Unterseebootsflottille versetzt und Wachoffizier an Bord des Unterseebootes SM "U 46". Am 3. März 1917 folgte seine Versetzung zur II. Unterseebootsflottille und seine Verwendung als Wachoffizier auf dem Unterseeboot SM "U 94". Hier folgte am 25. Dezember 1917 seine Beförderung zum Oberleutnant zur See. Im Januar 1918 wurde er nach Hamburg zur Werft AG Vulkan versetzt, um dort an der Baubelehrung für das neue Unterseeboot SM "U 117" teilzunehmen. Am 29. März 1918 wurde das Boot in Dienst gestellt. Clamor von Trotha wurde jedoch nicht auf dem Boot eingesetzt, sondern am 8. Mai 1918 als Lehrer an die Unterseebootsschule versetzt. Ab dem 7. November 1918 war er dann Wachoffizier auf dem Unterseeboot SM "U 163". Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde er am 11. Januar 1919 zur Verfügung des Chefs der Marinestation der Ostsee gestellt und am 21. Februar 1919 als Wachoffizier auf das Torpedoboot "T 127" versetzt. Am 2. Oktober 1919 wurde er erneut dem Chef der Marinestation der Ostsee zur Verfügung gestellt und am 19. März 1920 der III. Marine-Brigade zugeteilt. Zwischen dem 1. Juni 1920 und dem 25. Oktober 1920 fungierte er als Begleitoffizier für die interalliierte Überwachungskommission. Anschließend war er bis zum 9. April 1921 mit der Wahrung der Geschäfte des Kommandanten des Kreuzers "Berlin" beauftragt. Am 10. April 1921 wurde er als Kompanieoffizier zur Küstenwehrabteilung IV versetzt und dort ab dem 22. Februar 1922 als Kompanieführer eingesetzt. Ab 7. Oktober 1922 kam er als Wachoffizier auf den Kreuzer "Hamburg" versetzt und wurde dort am 1. Juni 1924 zum Kapitänleutnant befördert. Am 22. September 1924 folgte seine Versetzung zur Marinenachrichtenabteilung. Zugleich wurde er Lehrer an der Marinenachrichtenschule. Zwischen dem 1. April 1925 und dem 6. Oktober 1927 war von Trotha Adjutant an der Torpedo- und Nachrichtenschule. Zwischen dem 1. April und dem 28. September 1925 war er zugleich Marinenachrichtenoffizier in Flensburg. Am 7. Oktober 1927 kam er als Erster Offizier und Kadettenoffizier auf das Segelschulschiff "Niobe", am 15. Oktober 1928 folgte seine Versetzung als 1. Torpedooffizier auf das Linienschiff "Hessen". Am 2. Oktober 1930 wechselte er als 1. Adjutant zur Festungskommandantur Wilhelmshaven, wo er am 1. Oktober 1931 zum Korvettenkapitän befördert wurde. Am 30. September 1933 wurde er Kommandeur der I. Marine-Artillerie-Abteilung und am 28. September 1935 Kommandeur der I. Marineunteroffizierslehrabteilung. Am 1. Oktober 1936 wurde er hier zum Fregattenkapitän und am 1. November 1937 zum Kapitän zur See befördert. Am 11. April 1938 wurde er dann Direktor des Torpedoressorts an der Kriegsmarinewerft in Wilhelmshaven. Zwischen dem 11. April 1938 und dem 21. Juli 1940 war er zugleich Direktor des Navigationsressorts. Am 16. Juli 1942 wurde er dann Kommandant des Torpedoarsenals West. Am 1. November 1942 zum Konteradmiral befördert, wurde er am 1. März 1943 Kommandant des Torpedoarsenals Ost. Ab dem 6. November 1943  war er Kommandant der Seeverteidigung Kirkenes und am 9. September 1944 folgte seine Verwendung als Kommandant der Seeverteidigung Bergen. Am 29. Januar 1945 wurde er zur Verfügung des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine gestellt. Bei Kriegsende geriet er in Kriegsgefangenschaft, aus der er am 28. Mai 1945 bereits wieder entlassen wurde.

Literatur und Quellen:

Dermot Bradley, Hans H. Hildebrand, Ernest Henriot: Deutschlands Admirale 1849–1945 Band 3: P-Z Biblio Verlag, Osnabrück 1990
Oberkommando der Kriegsmarine: Rangliste der Deutschen Kriegsmarine 1938, Verlag Mittler und Sohn, Berlin, 1938
Oberkommando der Kriegsmarine: Rangliste der Deutschen Kriegsmarine 1937, Verlag Mittler und Sohn, Berlin, 1937
Oberkommando der Kriegsmarine: Rangliste der Deutschen Kriegsmarine 1936, Verlag Mittler und Sohn, Berlin, 1936
Oberkommando der Kriegsmarine: Rangliste der Deutschen Kriegsmarine 1935, Verlag Mittler und Sohn, Berlin, 1935