Tiesenhausen, Hans Diedrich Freiherr von

 

* 22. Februar 1913, Riga

+ 17. August 2000, West Vancouver / Kanada

 

 

Hans Dietrich Freiherr von Tiesenhausen trat am 8. April 1934 in die Reichsmarine ein und absolvierte seine Infanterie-Ausbildung bei der II. Schiff-Stamm-Abteilung der Ostsee in Stralsund. Am 15. Juni 1934 kam er zur Bordausbildung auf die SSS Gorch Fock, auf der er am 26. September 1934 zum Seekadetten befördert wurde. Am 27. September 1934 kam er zur weiteren Bordausbildung auf den leichten Kreuzer Karlsruhe. Ab dem 27. Juni 1935 absolvierte er die Lehrgänge für Fähnriche, u.a. den Hauptlehrgang für Fähnriche, den Torpedolehrgang und den Sperrlehrgang. Am 11. Oktober 1936 wurde er auf den leichten Kreuzer Nürnberg versetzt und am 1. Januar 1937 zum Oberfähnrich zur See befördert. Am 1. April 1937 folgte die Beförderung zum Leutnant zur See und am 5. Mai 1937 wurde von Tiesenhausen zum Adjutant auf dem leichten Kreuzer Nürnberg ernannt und am 31. März 1938 Zugführer in der Fla-Kompanie der 5. Marine-Artillerie-Abteilung. Am 27. Juni 1938 wurde er zum Adjutanten bei der 5. Marine-Artillerie-Abteilung ernannt und am 1. April 1939 zum Oberleutnant zur See befördert. Am 2. Oktober 1939 wurde er dann zur U-Waffe versetzt. Er absolvierte die U-Boots-Schule und den U.W.O.-Lehrgang. Am 28. Dezember 1939 wurde von Tiesenhausen als I. WO auf U 23 versetzt. Unter Kapitän Kretschmer fuhr er drei Feindfahrten, unter Kapitän Beduhn eine Feindfahrt. Am 6. Mai 1940 wurde er auf den U.T.O.-Lehrgang kommandiert und am 25. Juni 1940 zur Baubelehrung für U 93 versetzt. Am 30. Juli 1940 wurde er erneut I. Wo, dieses mal auf U 93 unter Kapitän Korth, mit dem er zwei Feindfahrten absolvierte. Vom 5. Januar bis zum 17. Februar 1941 absolvierte er den Kommandanten-Schießlehrgang bei der 24. U-Flottille. Am 31. März 1941 wurde er dann Kommandant von U 331. Seine erste Feindfahrt mit diesem Boot absolvierte er vom 2. Juli bis zum 19. August 1941, ohne dabei einen Erfolg zu erzielen. Seine zweite Feindfahrt fuhr er vom 24. September bi szum 11. Oktober 1941. Erneut konnten keine Erfolge erzielt werden. Auf der folgenden dritten Feindfahrt vom 12. November 1941 bis zum 3. Dezember 1941 versenkte von Tiesenhausen das Schlachtschiff HMS Braham mit 31.100 brt. Am 1. Januar 1942 folgte die Beförderung zum Kapitänleutnant. Auf der fünften Feindfahrt vom 14. Januar bis zum 28. Februar 1942 konnte von Tiesenhausen erneut keine Erfolge erzielen und zog sich einen Tadel des F.d.U. Italien zu. Auch auf der fünften Feindfahrt zog er sich das Mißfallen des F.d.U. zu. Auf der Fahrt vom 4. April bis 19. April 1942 konnte er lediglich drei kleine Segler mit zusammen ca. 600 brt versenken. Für die Versenkung der Braham wurde von Tiesenhausen am 27. Januar 1942 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Auch auf den folgenden Fahrten vom 9. Mai bis zum 21. Mai 1942, vom 25. Mai bis zum 15. Juni 1942 und vom 5. August bis zum 19. September 1942 konnten keine Erfolge erzielt werden. Erst auf der neunten Feindfahrt vom 7. November bis zum 17. November 1942 gelang von Tiesenhausen die Versenkung eines Schiffes mit 9.135 brt. Am 17. November 1942 wurde U 331 nordwestlich von Algier durch britische Flugzeuge versenkt. Kapitän von Tiesenhausen und 15 Mann seiner Besatzung gerieten in Gefangenschaft. Ende 1947 kam er wieder frei.

Auf insgesamt neun Feindfahrten hatte von Tiesenhausen zwei Schiffe mit 40.235 brt und drei Segler mit 600 brt versenkt.

Ritterkreuz (27. Januar 1942)