Stroop, Jürgen
| * 26. September 1895, Detmold + 6. März 1952, Warschau | Stroop in Warschau 1944 (links) |
Josef Stroop, der seinen Namen in Jürgen ändern lies, wuchs in einer kathloischen Familie der Mittelschicht auf. Während des Ersten Weltkrieges meldete er sich freiwillig zur Armee und kehrte als Vizewachtmeister aus dem Krieg zurück. 1934 machte man ihn zum SS-Hauptsturmführer, 1939 war er bereits bis zum SS-Oberführer und bersten der Polizei aufgestiegen. Im Zweiten Weltkrieg erwies er sich als Experte für die Befriedung der Zivilbevölkerung in der Tschechoslowakei, der Sowjetunion, Polens und Griechenlands. 1943 schlug Stroop den Aufstand in Warschau nieder. Im Range eines SS-Brigade-Führers untertsanden ihm etwa 2000 Mann Waffen-SS und Heeres-Einheiten mit modernstem Kriegsgerät. Stroop glaubte, den Aufstand innerhlb von drei Tagen niederzuschlagen und war dann über die Wiederstandskraft der Aufständischen erstaunt. Als die Säuberung des Ghettos beendet war, waren 17000 Juden in Warschau selbst und 6929 Juden im Vernichtungslager Treblinka getötet worden. Weitere 42000 Juden wurden in das Arbeitslager nach Lublin gebracht. Stroop hatte jeden Tag genaue Tagesmeldungen geschrieben, in denen er exakt festhielt, wie viele Juden getötet worden waren. Diese Berichte ließ er zusammen mit einigen Fotos in Leder binden und schickte ihn dann an seine Vorgesetzten. In Anerkennung für seine Dienste wurde er zum SS-Gruppenführer befördert und erhielt das EK I. Er wurde nach Griechenland versetzt, wo man ihn zum Höheren SS- und Polizeiführer ernannte.
Nach dem Krieg kam er in amerikanische Gefangenschaft, in der er zum Tode verurteilt wurde. Er hatte in Griechenland dienErschießung abgeschossener alliierter Piloten angeordnet. Anschließend wurde er nach Polen überstellt, dort erneut vor Gericht gestellt und am 6. März 1952 in Warschau als "Henker von Warscheu" hingerichtet.