Scholl, Walter

 

* 11. Januar 1884, Ludwigsburg

† 1. Dezember 1956, Ulm

 

Walter Scholl trat nach seiner Kadettenausbildung am 22. März 1904 als Leutnant ohne Patent in das Württembergische Heer ein. Dabei kam der Sohn vom Landoberstallmeister Karl von Scholl zum 2. Württembergisches Dragoner-Regiment „König“ Nr. 26. Bei diesem erhielt er am 10. Juni 1904 sein Patent als Leutnant. Als solcher wurde er dann als Eskadronoffizier im 2. Württembergisches Dragoner-Regiment „König“ Nr. 26 eingesetzt. Am 16. Juni 1913 wurde er zum Oberleutnant befördert. Am 1. Oktober 1913 wurde er dann vom 2. Württembergisches Dragoner-Regiment „König“ Nr. 26 zur Kriegsschule Glogau kommandiert. Bei der Mobilmachung für den 1. Weltkrieg wurde er Anfang August 1914 dem Württembergisches Reserve-Dragoner-Regiment zugeteilt. Bei diesem wurde er am 27. Januar 1915 zum Rittmeister befördert. Am 1. März 1915 wurde er dann als Kompanieführer zum Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 119 versetzt. Im Ersten Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Außerdem wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen auch noch einige andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Ende des Krieges kehrte er Mitte Dezember 1918 wieder zum 2. Württembergisches Dragoner-Regiment „König“ Nr. 26 zurück. Am 1. Oktober 1919 wurde er als Rittmeister in das Reichsheer übernommen. Er wurde jetzt als Eskadronchef dem Reiter-Regiment 18 zugeteilt. Auch beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 wurde er bei diesem als Eskadronchef eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann in das 18. Reiter-Regiment übernommen. Bei diesem wurde er dann als Chef der 2. Eskadron eingesetzt. Später wurde er dann zum Chef der Ausbildungs-Eskadron vom 18. Reiter-Regiment in Stuttgart-Cannstatt ernannt. Am 1. Mai 1927 wurde er zum Major befördert. Als solcher gab er sein Kommando an Rittmeister Remlinger ab. Dafür wurde er jetzt dem Regimentsstab vom 18. Reiter-Regiment in Cannstatt zugeteilt. Am 1. Oktober 1927 wurde er dann als Reitlehrer und Führer der Stamm-Abteilung zur Kavallerieschule Hannover kommandiert. Etatmäßig wurde er weiter beim Regimentsstab vom 18. Reiter-Regiment verzeichnet. Am 1. Oktober 1930 wurde er dann zum Kommandeur der Lehrtruppen der Infanterieschule Dresden ernannt. Als solcher blieb er trotzdem weiter etatmäßig dem Regimentsstab vom 18. Reiter-Regiment zugeteilt. Dabei wurde er am 1. Oktober 1931 zum Oberstleutnant befördert. Am 30. September 1932 gab er sein Kommando ab. Er wurde an diesem Tag auch aus dem aktiven Dienst verabschiedet.

Am 1. Oktober 1933 wurde er dann als Ergänzungsoffizier wieder in die Reichswehr übernommen. Als Oberstleutnant (E) wurde er jetzt zum Kommandeur vom Remonte-Nebenamt St. Soltau ernannt. Auch bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er weiter in dieser Funktion eingesetzt. Am 1. Oktober 1935 wurde er dann als Gruppenleiter der Wehrersatzinspektion Ulm zugeteilt. Als solcher wurde er zum 1. Oktober 1937 auch zum Oberst (E) befördert. Auch bei Beginn des 2. Weltkrieges im Sommer 1939 wurde er weiter als Gruppenleiter der Wehr-Ersatz-Inspektion Ulm eingesetzt. Am 1. September 1941 wurde er dann zum Kommandeur des Streifendienstes vom Deutsches Afrikakorps (DAK) ernannt. Anfang Januar 1942 wurde er dann zum Standortoffizier Neapel ernannt. Dieses Kommando behielt er dann mehr als zwei Jahre. Am 11. November 1943 hat er Alexandra von Pentz geheiratet. Zum 1. Januar 1944 wurde er in den aktiven Dienst übernommen und gleichzeitig zum Generalmajor befördert. Am 5. April 1944 wurde er dann zum Kommandant der Militärkommandantur 1043 (MK 1043) in Italien ernannt. Dieses Kommando behielt er dann für genau ein Jahr. Am 4. April 1945 geriet er dann in westalliierte Gefangenschaft. Aus dieser wurde er am 17. Juli 1947 wieder entlassen.