Schmitz, Franz
| * 12. Oktober 1918, Walberberg + 10. Juni 1985, Inden-Pier / Rheinland |
Franz Schmitz trat am 17. Oktober 1937 fünf Tage nach seinem 19. Geburtstag in die
Wehrmacht ein. Nach gründlicher Ausbildung zum Sanitäter wurde er am 7. Juli 1939 zum
Sanitäts-Gefreiten befördert.
Franz Schmitz fiel schon im Polenfeldzug durch seine selbstlose und mutige
Einsatzbereitschaft auf. Er war immer der Erste, wenn es galt verwundete Kameraden , auch
unter feindlichen Feuer, zu versorgen und zu bergen. So wurde er am 3. Oktober 1939 wegen
Tapferkeit vor dem Feind zum Obergefreiten befördert und am gleichen Tage mit dem
Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Im Frankreichfeldzug bewies Schmitz erneut seinen
Mut. Egal ob mit der Waffe in der Hand beim Sturmangriff auf feindliche Stellungen oder
beim Retten verletzter Kameraden.
Mit dem Infanteriesturmabzeichen ausgezeichnet und zum Sanitäts-Unteroffizier befördert,
wurde Franz Schmitz, nach kurzem Heimaturlaub, am 22. Juni 1941 zur 95. Infanteriedivision
kommandiert.
Der Russlandfeldzug begann. Wo immer Männer seines Bataillons, des III./Infanterieregiment 280
verwundet liegen blieben, holte Franz Schmitz sie mit seinem Sanitätstrupp heraus.
Zweimal wurde er dabei leicht verwundet, blieb aber bei seinen Kameraden.
Am 7. Juli 1943, im Raum Kiew bahnte sich gerade
einer der größten Kesselschlachten des 2.Weltkriegs an, das III. Bataillon lag und
schwerstem russischem Feuer.
Alle Sturmversuche des Infanterieregiments
280 blieben darin liegen. An diesem Tag rettete Franz Schmitz , über 100 seiner
verwundeten Kameraden. Am Abend des 08. Juli 1943 erhielt Franz Schmitz dafür, aus der
Hand seines Regimentskommandeurs das Eiserne Kreuz 1.Klasse.
Danach ging es nach Südosten. Entlang der Desna und des Sjem setzte die Rote Armee
Reiterverbände gegen die 95. Inf.-Division ein. Hier versorgte Schmitz auch eine Reihe
russischer Verwundeter.
Auch an der Rollbahn Wjasma und Dorogobusch stand seine Division in schweren Kämpfen.
Immer wieder hetzte Schmitz durch das Feuer um verwundete zu bergen.In 14 Stunden rettete
er, so unglaublich es klingen mag, allein 98 Verwundete. Jeden einzelnen schleppte oder
zerrte er mitten im feindlichen Feuer zurück zu den eigenen Linien. Erst als er den
letzten seiner Kameraden in Sicherheit wusste, brach er völlig erschöpft zusammen
Bei den schweren Kämpfen im Raum Milejewo griff am 25. Juli 1943 das I./Grenadierregiment 279 den
Feind bei Panof an. Dabei kam die 3. Kompanie kurz vor erreichen eines Waldstreffens in
derart schweres Artilleriefeuer, das der Angriff zu erliegen kam. Als der Kompanieführer
und zwei Zugführer ausfielen, riss der Sanitätsunteroffizier Schmitz in dieser
kritischen Lage aus eigener Initiative die Führung an sich. Er fasste die noch
vorhandenen Kräfte zusammen und brach durch die feindliche Stellung in den Wald ein, wo
er sich jedoch in den schweren Nahkämpfen gegenüber dem weit überlegenen Gegner nicht
behaupten konnte.
Wieder am Westrand des Waldes angekommen, sah er wie starke Kräfte des Gegners die von
Panoff kämpfenden Teile seine Bataillons im Rücken umgangen hatten und gerade zum
Angriff ansetzten. Das Schicksal des 1.Bataillon schien besiegelt.
Mit nur noch 33 Mann fasste Schmitz den selbstständigen Entschluss, den Gegner
seinerseits im Rücken anzugreifen und sein bedrängtes Bataillon heraus zu hauen. Es
gelang Ihm im harten Kampf ein Bresche in den überraschten Feind zu schlagen, so das sich
das Bataillon der Umklammerung und der Vernichtung entziehen konnte. Drei Tage später,
Unteroffizier Schmitz war gerade mit der Nahkampfspange in Bronze ausgezeichnet worden,
wurde er bei der Rettung eine schwerstverwundeten Kameraden an beiden Armen und am rechten
Oberschenkel scher verletzt.
Im Feldlazarett rang Schmitz mit dem Tode. Im Reservelazarett Krakau erfuhr er über
Rundfunk, das ihm am 13. September 1943 das Ritterkreuz verliehen worden ist.
Am 11. Oktober 1943 wurde Feldwebel Franz Schmitz zu einem siebenwöchigen Genesungsurlaub
aus dem Lazarett entlassen. In Bonn musste er sich in das goldene Buch der Stadt
eintragen.
Im März 1945 wurde Schmitz erneut verwundet, wurde mit dem Goldenen Verwundetenabzeichen
ausgezeichnet und zum Oberfeldwebel befördert. Bei seiner Entlassung aus dem Lazarett
geriet er im amerikanische Gefangenschaft, aus der er aber schon am 25.Juni 1945 entlassen
wurde.
Vor seiner Übernahme in die Bundeswehr diente Franz Schmitz von 1951 bis 1956 als
Oberwachtmeister beim Bundesgrenzschutz. 1956 wurde er mit dem letzten
Wehrmachts-dienstrang in die Bundeswehr übernommen.
Aus gesundheitlichen Gründen musste Schmitz, zuletzt Oberstabsfeldwebel, am 28. Februar
1962 den Dienst quittieren.
Text: Dirk Müller , Quellen: Zu Lande, zu Wasser, in der Luft + Verleugnete Vaterschaft (beide Kurowski), Verz. der Ritterkreuzträger (Fellgiebel), Foto: Scan